Bushido vs. Arafat Abou-Chaker: Richter zieht Zwischenbilanz

 

Der stern nennt es einen "Paukenschlag": Am 71. Verhandlungstag hat der vorsitzende Richter im Prozess gegen Arafat Abou-Chaker und seine Brüder ein Zwischenfazit gezogen. Dieses dürfte Nebenkläger Bushido nicht sonderlich schmecken. Nach rund zwei Jahren Prozess sieht der Richter diverse Punkte der Anklage ins Leere laufen.

Arafat Abou-Chaker kann offenbar auf Freispruch hoffen

Arafat Abou-Chaker werden in dem Prozess vor dem Berliner Landgericht verschiedene Straftaten vorgeworfen. Die Anklage umfasst schwere räuberische Erpressung, Freiheitsberaubung, gefährliche Körperverletzung, Nötigung, Beleidigung und Untreue.

Nach den bisher gewonnenen Erkenntnissen "liegt eine versuchte schwere räuberische Erpressung nicht vor", zitiert der stern den Richter. Auch gilt es nach Ansicht des Gerichts als wahrscheinlich, dass keine Freiheitsberaubung nachweisbar ist. "Herr Ferchichi konnte das Büro verlassen", lautet dem Tagesspiegel zufolge die vorläufige Feststellung. Bushido behauptet, am 18. Januar 2018 eingesperrt und geschlagen worden zu sein.

Zu einem der mitangeklagten Brüder heißt es laut stern seitens des Gerichts: "Stand heute wäre Nasser Abou-Chaker freizusprechen." Dieser habe deeskalieren wollen. Auf einen Freispruch könnte es nun auch bei Arafat Abou-Chaker hinauslaufen.

Trotz dieser Einschätzung ist das Verfahren nicht abgeschlossen. Unter anderem zu der Audio-Aufnahme, mit welcher der stern öffentlichkeitswirksam die Glaubwürdigkeit des Berliner Rappers in Zweifel gezogen hatte, soll Bushido noch befragt werden. In einer ersten Reaktion erklärte der EGJ-Chef seinerzeit, dass er bei seiner Schilderung der Ereignisse bleibe.

Bis zum 15. Juni haben die Akteure des Prozesses Zeit, sich zu dem Zwischenfazit des Gerichts zu äußern. An diesem Tag soll es außerdem weitergehen. Dann "mit einem Rapper im Zeugenstand" – wie der Tagesspiegel schreibt.

Um Aussagen von Rappern geht es auch bei einem Gerücht, das Bushidos "CCN4"-Kollabopartner Animus aus der Welt schaffen möchte. Er stritt mit Nachdruck ab, in Kontakt mit Maskulin-Rapper Bass Sultan Hengzt zu stehen und eine "musikalische Antwort" gegen Bushido releasen zu wollen.

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