Indizierung von "Sonny Black": Bushido vor Gericht

Dass sich Bushido und die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien in der Vergangenheit bereits einige Male uneinig waren, dürfte bekannt sein. In knapp zwei Wochen werden die Differenzen nun erneut vor Gericht ausgetragen. Dabei geht es um die Indizierung von Bushidos Album Sonny Black.

Im April 2015 hatte die BPJM das komplette Release mit allen 15 Tracks als jugendgefährdend eingestuft und auf den Index gesetzt. Somit darf Sonny Black seit dem 30. April 2015 nicht mehr an Minderjährige verkauft oder öffentlich beworben werden. Die Begründung? Die Lyrics von Sonny Black würden auf Kinder und Jugendliche "verrohend" wirken, würden "einen kriminellen Lebensstil" verherrlichen und Frauen und Homo***uelle diskriminieren. 

Bushido sah die BPJM offenbar im Unrecht und wehrte sich gegen die Indizierung mit einer Klage. Die erste mündliche Verhandlung ist nun für den 2. September vor dem Kölner Verwaltungsgericht angesetzt, wie das VG Köln bestätigte

Wie die Chancen für Bushido stehen, wird sich dann zeigen. Zuletzt konnte er 2015 vor Gericht einen Erfolg erzielen, als die Indizierung von Shindys Track Stress ohne Grund aufgehoben wurde. 

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"Bin fassungslos": Arafat Abou-Chaker äußert sich bei Ali Bumaye zu Bushido-Prozess

"Bin fassungslos": Arafat Abou-Chaker äußert sich bei Ali Bumaye zu Bushido-Prozess

Von Michael Rubach am 26.10.2020 - 13:07

In einem Live-Stream von Ali Bumaye kam es zu einem kurzen Gastauftritt von Arafat Abou-Chaker. Dort äußerte sich der ehemalige Geschäftspartner von Bushido auch zu dem Gerichtsprozess in Berlin, bei dem sein langjähriger Weggefährte als Nebenkläger auftritt.

Arafat Abou-Chaker: "Unfassbar, wie man seine Seele verkaufen kann"

Als Arafat Abou-Chaker bereits im Begriff ist, sich aus dem Live-Stream zu verabschieden, entlockt ihm Ali Bumaye noch ein kurzes Statement. Er will wissen, wie es sich vor Gericht anfühlt, wenige Meter von einem Menschen entfernt zu sitzen, der "sozusagen dein Bruder, dein bester Freund" war.

"Ernsthaft? Immer wenn ich zum Gericht gehe und ich sehe ihn, ich kann es einfach nicht glauben. Ich schwöre dir. Immer wieder aufs Neue. Ich denke mir so: 'Ok, das ist nur ein Traum.' Ich kann das einfach nicht glauben. Ich bin fassungslos, was Geld für eine Auswirkung hat. [...] Aus tiefstem Herzen, ich kann’s einfach nicht glauben. […] Unfassbar, wie man seine Seele verkaufen kann."

Neben der Einschätzung seiner Gefühlslage lässt Arafat Abou-Chaker noch eine Bemerkung zu Bushidos kommendem Album fallen. Die Veröffentlichung von "Sonny Black 2" wurde laut Bushido ins Jahr 2021 verschoben, da ihm durch den Gerichtsprozess die "nötige Einstellung" für ein Release am 11. September 2020 gefehlt habe. Arafat Abou-Chaker hat hingegen eine andere Erklärung. Für ihn ist es die Staatsgewalt, die hinter dem veränderten Release-Plan steckt.

"Manche verschieben ihre Alben, weil die Polizei gesagt, er darf nichts rausbringen, sonst würden sie ihn nicht mehr beschützen."

Den kompletten Stream von Ali Bumaye haben wir hier eingebunden. Arafat Abou-Chaker taucht nach knapp fünf Minuten auf.


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