Indizierung von "Sonny Black": Bushido vor Gericht

Dass sich Bushido und die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien in der Vergangenheit bereits einige Male uneinig waren, dürfte bekannt sein. In knapp zwei Wochen werden die Differenzen nun erneut vor Gericht ausgetragen. Dabei geht es um die Indizierung von Bushidos Album Sonny Black.

Im April 2015 hatte die BPJM das komplette Release mit allen 15 Tracks als jugendgefährdend eingestuft und auf den Index gesetzt. Somit darf Sonny Black seit dem 30. April 2015 nicht mehr an Minderjährige verkauft oder öffentlich beworben werden. Die Begründung? Die Lyrics von Sonny Black würden auf Kinder und Jugendliche "verrohend" wirken, würden "einen kriminellen Lebensstil" verherrlichen und Frauen und Homo***uelle diskriminieren. 

Bushido sah die BPJM offenbar im Unrecht und wehrte sich gegen die Indizierung mit einer Klage. Die erste mündliche Verhandlung ist nun für den 2. September vor dem Kölner Verwaltungsgericht angesetzt, wie das VG Köln bestätigte

Wie die Chancen für Bushido stehen, wird sich dann zeigen. Zuletzt konnte er 2015 vor Gericht einen Erfolg erzielen, als die Indizierung von Shindys Track Stress ohne Grund aufgehoben wurde. 

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"Unwahre Tatsachenbehauptungen": Samra erwirkt einstweilige Verfügung gegen Nika Irani

"Unwahre Tatsachenbehauptungen": Samra erwirkt einstweilige Verfügung gegen Nika Irani

Von HHRedaktion am 17.07.2021 - 21:15

Samra und sein Anwalt haben einen Gerichtsbeschluss gegen die Influencerin Nika Irani erwirken können. Das Landgericht Köln hat Nika in der einstweiligen Verfügung vom 16. Juli verboten, Samra der Vergewaltigung zu bezichtigen. So berichtet es Dr. Ralf Höcker auf Instagram, der Partner des verantwortlichen Anwalts Dr. Marcel Leeser in der Sache.

Gerichtsbeschluss: Nika Irani hat unwahre Tatsachenbehauptungen verbreitet

Wie dem Instagram-Post zu entnehmen ist, schreibt das Gericht in seinem Beschluss, Nika habe "unwahre Tatsachenbehauptungen" verbreitet. Konkret geht es um die Äußerung, Samra hätte Nika vergewaltigt. Laut des Gerichts handele es ich hierbei um eine Meinungsäußerung von Nika mit dem "unwahren Tatsachenkern" der Vergewaltigung. 

Das bedeutet, dass Nika den Vorwurf der Vergewaltigung vor Gericht noch nicht ausreichend glaubhaft machen konnte. Der Beschluss ist aktuell nicht rechtskräftig. Daher hat sie die Möglichkeit, rechtlich gegen die einstweilige Verfügung vorzugehen.

Wir haben Samras Anwalt um ein Statement gebeten.

Samras Anwalt Dr. Marcel Leeser erklärt, dass sie gegen Nika nun weiter vorgehen und eine Geldentschädigung erwirken wollen.

"Unser Mandant ist unschuldig. Wir bereiten nun [eine] Klage gegen die Falschbeschuldigerin auf Zahlung einer Geldentschädigung vor."

Bei dem Beschluss handelt es sich um ein Eilverfahren. Nika darf, solange der Beschluss nicht für unwirksam erklärt wird, nicht mehr behaupten, Samra hätte sie vergewaltigt. Der Beschluss gegen Nika ist kein Freispruch für Samra in Bezug auf die konkrete Tat.

Nika Iranis Anwälte mit Statement zum Beschluss

Nikas Anwälte haben in einem Statement erklärt, dass ihre Mandantin im Prozess die Beweislast für die Vorwürfe trage und alleinig einen Beweis vorbringen müsse. Bei Delikten, bei denen Aussage gegen Aussage steht, sei das Erbringen eines Beweises für das Opfer "immens schwer". Außerdem erläutern sie, dass Nika im Rahmen des noch "stattfindenden Strafprozesses" für ihre Rechte kämpfen werde.

Seit den Vorwürfen gegen Samra, die Nika Irani vor etwa einem Monat auf Instagram äußerte, ist die Diskussion um Missbrauchsstrukturen im Deutschrap größer denn je. Von den konkreten Anschuldigungen hat sich eine generelle Debatte entwickelt, in denen Nikas Stimme eine tragende Rolle spielt.


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