Bushido reagiert auf Fler: "Dafür wirst du deine Antwort bekommen"

Der Beef zwischen Bushido und Fler nimmt einfach kein Ende. Gestern hat Fler zwei Anwaltsschreiben veröffentlicht, die wohl als Reaktion auf seinen Bushido-Disstrack "Noname" zu verstehen sind. Daraufhin hat Bushido ebenfalls ein Anwaltsschreiben auf Instagram gepostet, das offenbar von Fler in die Wege geleitet wurde. Zusätzlich gibt es ein ausführliches Statement von Bushido zu der aktuellen Angelegenheit.

Bushido reagiert auf die von Fler veröffentlichten Schreiben mit eigener Anwaltspost

Nicht nur Bushido schickt offenbar Anwaltsschreiben. Auch Fler hat allem Anschein nach bereits im September einen Brief über die Anwaltskanzlei, die ihn vertritt, an Bushido schicken lassen. Darin geht es um eine "Abmahnung wegen Markenrechtsverletzungen".

Wir können nur mutmaßen, dass es dabei um den Markennamen "CCN" gegangen sein dürfte. Immerhin wirft Fler Bushido schon seit Längerem vor, den Namen quasi unrechtmäßig zu nutzen. Fler habe den Namen damals für das erste gemeinsame Kollaboprojekt erfunden, eigentlich stünden ihm die Rechte daran zu.

Bushido sagt aber noch mehr: Sein ehemaliger Freund, Kollege und Wegbegleiter belässt es nicht einfach nur dabei, das Anwaltsschreiben zu veröffentlichen. Er versieht den Insta-Post auch noch mit einem umfassenden Kommentar. Der dürfte eine Reaktion auf Flers Disstrack "Noname" und das Posten der Anwaltsschreiben darstellen.

Bushido erklärt, er habe Flers "Hoffnung auf ein gemeinsames CCN zerstört". Er habe kein Problem damit, wenn Fler mit seinem Anwalt komme. Er solle sich aber nicht besser darstellen, als er es sei. Fler "und seine Kumpels" würden noch ihre Antwort bekommen und von Bushido hören.

"Diesen Sommer hab ich deine Hoffnung auf ein gemeinsames CCN zerstört. Im September kamst du mit deinem Anwalt. Kannst du gerne machen, aber stell dich nicht besser dar, als du bist."

"Meine Frau und meine Kinder werden von dir angegangen, weil du weißt, dass sie mir das Wichtigste im Leben sind. Woher dieser Wind weht, wissen wir beide. Ja, selbstverständlich geht sie aus. Ja, selbstverständlich macht sie Urlaub und ja, eines unserer Kinder ist nicht mein Leibliches. Dafür liebe ich es wie mein Eigenes. Das kannst du weder von deinem Vater, noch von deiner Mutter behaupten."

"Dafür wirst du deine Antwort bekommen. Genau wie deine Kumpels. Ihr hört von mir."

Die Vorgeschichte und Hintergründe dazu kannst du hier nachlesen:

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Von Graffiti zu "CCN": Fler rekonstruiert seine Hiphop-Geschichte

Von Graffiti zu "CCN": Fler rekonstruiert seine Hiphop-Geschichte

Von Michael Rubach am 27.03.2021 - 14:51

Fler taucht tief in seine persönliche "History of Berlin" ein: Flizzy lässt auf dem gleichnamigen YouTube-Kanal nämlich seinen eigenen Hiphop-Werdegang Revue passieren. Die ersten Berührungspunkte mit der Kultur, die Leidenschaft für Graffiti Writing und nicht zuletzt das Deutschrap-historisch wichtige Aufeinandertreffen mit Bushido – bis einschließlich 2003 beleuchtet der Maskulin CEO seine Hiphop-Sozialisation in der Hauptstadt.

Fler: "Da hast du zum ersten Mal gemerkt, es gibt eine Deutschrapszene"

In Süd-Berlin kam Fler schon in jungen Jahren mit Hiphop in Kontakt. Die stationierten Soldaten der Alliierten Streitkräfte verbreiteten den amerikanischen Spirit. Die erste Rap-CD kommt dabei vom Nachbarn: "Da Mystery of Chessboxin'" vom Wu-Tang Clan. Fler beschreibt, wie er in der Kultur Halt findet, sich beweisen will und nach Anerkennung sucht. Er habe "radikal" seine Kunst ausleben wollen. In der Schule sei es damals vor allem um Graffiti gegangen.

"Auf dem Schulhof gab's kein Thema, was so wichtig war wie Graffiti. Es war Wahnsinn, wie die Jungs alle auf diesem Film waren: 'Okay, Graffiti ist der Shit und wir müssen hier Qualität abliefern, wirklich auf 'nem hohen Niveau.' Da hat man schon gemerkt, es waren junge Kids, die Hardcore-Leute aus der Szene als Vorbilder hatten. In diesem Alter ging es wirklich darum, dass man mittlerweile genau seine Vorbilder in der Hiphop-Szene hatte. Jeder wusste: Wenn du dich morgen dazu bekennst, dass du Writer wirst, dann ist es mehr als nur: 'Ich mal jetzt 'n bisschen'. Dann war klar: Du bist Teil einer Szene, die nicht sehr einfach ist."

Immer wieder betont Fler das Berlin-typische Konkurrenzdenken. Es sei stets darum gegangen, sich zu behaupten und sich seinen Respekt zu verdienen. All das sei eine "harte Schule" für ihn gewesen. Das Kennenlernen mit Bushido während der Malerausbildung brachte Fler schließlich nach und nach auf die musikalische Schiene. Die Connection mündete bekannterweise in der Entstehung des stilprägenden Kollaboalbums "Carlo Cokxxx N*tten" (2002).

Die Begegnung mit anderen Teilen der Deutschrapszene auf dem Splash! Festival schildert Fler rückblickend hingegen als regelrechten Kulturschock. Vorher habe er Rap vor allem aus einer Berliner Perspektive wahrgenommen.

"Da hast du zum ersten Mal gemerkt, es gibt eine Deutschrapszene. Wir sind da mit paar Kumpels übers Feld gelaufen, haben das "Carlo Cokxxx N*tten"-Tape aus so Pappkartons für 10 DM verkauft und haben dann zum ersten Mal diese Käuferschaft von Deutschrap gesehen und es war für mich - bei aller Liebe - nichts, womit ich mich identifizieren konnte. Irgendwelche Dorf-Kiddies, die sagen 'Samy Deluxe ist der bessere Freestyler', war für uns mit dieser Berliner Mentalität nicht vereinbar."

Diese beschriebene Einstellung spiegelte sich wohl auch bei einem kleinen Konflikt mit Melbeatz wider. Mit der Queen of Beats, die damals bei Optik Records unter Vertrag stand, sei es auf dem Splash! beinahe zu einer Schlägerei gekommen. Ein auf den Boden geworfener Flyer sei der Auslöser gewesen. Heute kann Fler darüber vor allem schmunzeln: "Mel ist die Beste, ich liebe die."

Die Episode "History of Berlin" hört an dem Punkt auf, an dem Fler selbst einen Plattenvertrag bei Aggro Berlin bekommt. Ein zweiter Teil von Flers Berlin-Geschichte soll am kommenden Ostermontag erscheinen.

Eine Legende aus der Hauptstadt, für die Fler Hochachtung empfindet, war Maxim. Hier kannst du die Zeitreise mit dem bereits verstorbenen Hiphop-Pionier anschauen.

"Hiphop-Messias" Maxim führt durch zwei Jahrzehnte Berliner Geschichte


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