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Bushido: Im Fokus der Medien

Bushido war der richtige Typ, mit der richtigen Musik, zur richtigen Zeit, am richtigen Ort. Zu dieser Position gehört Glück, aber auch harte Arbeit. Macht man dann noch alles richtig, wird man Deutschlands erfolgreichster Rapper, Geschäftsmann mit eigenem Label, Bestseller-Autor und Immobilien-Unternehmer.
Heute ist Bushido zweifelsohne einer der umstrittensten Rapper der Republik. Zuerst  für die damals neue Form des Straßenraps von den einen geliebt und von anderen gehasst, wirft man ihm heute musikalische Repetition, seinen Charakter oder Kommerz vor. Vielleicht ist einiges berechtigt, ähnlichen Vorwürfen sahen sich aber auch andere Top Dogs ihrer Zeit ausgesetzt. Frag mal 50 Cent .
Fällt man aus dem Rahmen, erntet man neben Beifall auch jede Menge Buhrufe. Als erfolgreichster Repräsentant krimineller Jugendlicher in Deutschland, tat Bushido das ganz sicher, und tut man dies als Musiker, so erhält man seine Peinigung anhand von Negativpresse und Skandalmeldungen. Bushido provozierte schon zu Anfang seiner Karriere gekonnt. Einmal im Rampenlicht angekommen, stürzten sich auch die Nicht-Hiphop-Medien auf seine Texte. Ob Rüpel-Rapper, Hass-Rapper, Skandal-Rapper oder Eltern-Schreck, die Liste der Pseudonyme, die die Presse für Bushido bereit hält, ist lang. Doch all die Skandalmeldungen taten seiner Karriere keinen Abbruch - im Gegenteil.
Wie man mit Kontroversen verkauft, hatte schon Aggro Berlin vorgemacht. Ersguterjunge , in Person des bis-vor-kurzem-PR-Chefs Lars Amend , bestach seit langem durch gute Pressearbeit und versorgte die Redaktionen mehrmals pro Woche mit kleinen Meldungen rund um ihren Star. Bushido wurde zu einer Person des öffentlichen Interesses. Der Staatsfeind Nr.1 wollte er schon sein, bevor er es für manche wirklich wurde.

Da die Eckpfeiler von Bushido s öffentlichem Image dem Reißbrettplan eines Gangsterrappers entspechen, sind auch die Reaktionen der Mainstream Medien zwischen Boulevard- und Qualitätspresse ähnlich vorhersehbar. Die häufigsten Anschuldigungen lassen sich in einem Satz etwa so zusammenfassen: "Bushidos Texte sind rassistisch, sexistisch, schwulenfeindlich und gewaltverherrlichend, wir fordern Null Tolleranz für den Brutalo Rapper der unsere Jugend verdirbt."

Ein Paradebeispiel für dieses Zerreißen der Medien, bietet eine Kolumne, welche im politischen Magazin Cicero erschien. Ein kleiner Auszug:

"Gewalt ist Kult, Brutalität ist cool, Sex muss Mädchen weh tun: So lässt sich die Message der modischen "Gangsta"-Rapper zusammenfassen [...] Eine aktuelle Studie des nordrhein-westfälischen Familienministeriums stellte jetzt fest, was besorgte Eltern längst ahnten und fahrlässige Rap-Panegyriker als betuliche Angst abtaten: Die Musik von Bushido und Co. wird konkret als Anleitung zu Vergewaltigung und Gewaltdelikten verstanden."
( "Zero-Toleranz für Brutal-Rap" )
Was die Autorin nicht erwähnt ist, dass auch diese Studie nicht die Richtung des Zusammenhangs zeigt. Kriminelle Jugendliche hören oft Gangsterrap - aber sind sie kriminell, weil sie Gangsterrap hören, oder hören sie Gangsterrap, weil sie kriminell sind? Anders als angedeutet, sagt die erwähnte Studie darüber nichts aus. Die Medienwissenschaft betrachtet das Dauerthema differenzierter: gewaltverherrlichende Medien können unter bestimmten Umständen vorhandene Gewaltbereitschaft verstärken, sie erschaffen sie sicher nicht aus dem Nichts. Natürlich können Songs dann in diesen Fällen auch wirklich als "Anleitung" dienen und natürlich darf man Bushido s Musik verurteilen, wenn man meint, sie verherrlicht Gewalt. 

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PA Sports über sein Signing Jamule, Bushido, LKA & 31er (Interview)  #waslos

PA Sports über sein Signing Jamule, Bushido, LKA & 31er (Interview) #waslos

Von Marcel Schmitz am 02.01.2020 - 22:03

Das Jahr hat gerade erst angefangen und Rooz ist schon wieder mit einer frischen Folge #waslos am Start. Wie im Vorjahr zum Neujahrsinterview, hat Rooz sich wieder mit PA Sports getroffen um die neuesten News aus dem Hause Life Is Pain abzugreifen. PA spricht über sein Signing Jamule, der letztes Jahr mit "Ninio" eine starke Debüt-EP gedroppt hat und im Januar mit seinem Album "LSD" nachlegt. Außerdem erfahrt ihr PAs Meinung zum Thema Bushido, LKA und 31er. Fast 2 Stunden pure Unterhaltung.

Lehnt euch zurück und gönnt euch PA Sports und Rooz in der ersten Folge #waslos für 2020!


PA Sports über sein Signing Jamule, Bushido, LKA & 31er (Interview) #waslos

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