Bushido sorgt mit Aussagen über Samra, Shindy & Arafat für Verwirrung vor Gericht

Bushido und sein ehemaliger Geschäftspartner Arafat Abou-Chaker stehen sich immer noch vor Gericht gegenüber. Dabei gab es am mittlerweile schon 22. Verhandlungstag gestern offenbar jede Menge Verwirrung wegen verschiedener Aussagen zu Shindy oder Samra und ein bisschen allgemeine Belustigung, weil Bushido den neuesten eigenen Track lieber nicht vor Gericht hören wollte.

Bushido und Arafat verhandeln immer noch vor Gericht

Darum geht's: Seit einer kleinen Ewigkeit dauert der juristische Konflikt zwischen Arafat und Bushido nun schon an. In erster Linie dreht sich die Verhandlung um die Künstlerverträge der Rapper, die beim gemeinsamen Label der beiden Geschäftsmänner unter Vertrag standen. Genauer gesagt: Um Shindy, Samra, Laas Unltd, Ali Bumaye und AK Ausserkontrolle.

Angeblich soll Arafat hohe Millionen-Beträge von Bushido gefordert haben, weil der die Geschäftsbeziehung auflösen wollte. Arafat Abou-Chaker habe das nicht hinnehmen wollen und soll laut Bushido auch zu härteren Maßnahmen gegriffen haben. Bushido klagt an, er sei von Arafat und dessen Brüdern bedroht worden. Sie sollen ihn sogar festgehalten und angegriffen haben.

Um Shindy und Laas Unltd sowie Ali Bumaye ging es bei bisherigen Prozesstagen schon öfter. Mehr dazu findet ihr unter anderem hier:

Bushido vor Gericht: Shindy soll von Arafat Abou-Chaker bedroht worden sein

21. Prozesstag: Bushido saß zum 15. Mal im Zeugenstand, um vor dem Berliner Landgericht gegen Arafat Abou-Chaker auszusagen...

Bushido-Doku "Unzensiert": Einer der Verteidiger von Arafat soll gefordert haben, die angekündigte Bushido-Doku "Unzensiert" bereits vor Veröffentlichung ansehen zu dürfen. Laut Watson habe die Staatsanwältin das sehr skeptisch gesehen. Was aus dem Antrag geworden ist, bleibt im Bericht aber leider unklar.

Große Verwirrung rund um Aussagen Bushidos über Samra & Shindy

Samras Vertrags-Auflösung: Bushido hat einer Vertragsauflösung von Samra zugestimmt. Obwohl dieser der zweiterfolgreichste Rapper des Labels hätte werden sollen. Vier Alben seien im Vertrag festgelegt worden, von denen letztlich keines erschienen ist. Das sorgte wohl für Verwunderung bei der Verteidigung, die Bushido fragt, wieso er der Vertragsauflösung ohne große Umschweife und recht zügig zugestimmt habe.

"Geld ist nicht alles": Laut Bushido könne kein Künstler dazu gezwungen werden, Musik zu machen, wenn der nicht wolle. Geld sei außerdem nicht alles – eine Aussage, die ebenfalls für einiges an Überraschung unter den Anwesenden gesorgt haben soll.

Auch die von Bushido selbst offenbar so eingestandene Tatsache, dass er Samra über Arafat kennengelernt habe, sorgte für Verwirrung. Immerhin habe Bushido ansonsten eher davon gesprochen, dass Arafat keinen allzu großen Einfluss auf die musikalischen Geschicke des Labels gehabt hätte.

Nur ein "Soldat"? Bushido erklärt stattdessen wohl, dass es Arafat bei Samra nur darum gegangen sei, einen Gegenpol zu Kollegah und Farid Bang in Stellung bringen zu können. Bushido drückt das vor Gericht offenbar so aus:

"Es ging Arafat nur darum, einen Soldaten zu rekrutieren, den er gegen Farid Bang und Kollegah schicken konnte."

Bushido packt vor Gericht über Schwarzgeld & "Mafiafilme" aus

Bevor Bushido aus dem Zeugenstand heraus erzählt, wie er von seinem ehemaligen Geschäftspartner womöglich beleidigt, bedroht, eingesperrt und angegriffen worden ist, ging es um die Vorgeschichte...

Treffen mit Shindy: Für noch mehr Verwirrung sorgten offenbar Bushidos Aussagen darüber, wer jetzt wann genau bei welchem Treffen und vor allem für wen mit dabei war. Der Verteidigung war anscheinend auch nicht klar, ob bestimmte Personen wie Ashraf R. und Veysel K. nun Samra oder Bushido zuzuordnen seien.

Bushido hatte offenbar erklärt, dass beide bei einem Treffen mit Shindy als seine eigenen Begleiter mit von der Partie waren. Bei einem Treffen mit Samra hätten sie allerdings als dessen Begleitung fungiert. Auf eine diesbezügliche Nachfrage soll Bushido laut Watson ausweichend geantwortet haben.

Die Rolle der beiden Personen bleibt dem Bericht zufolge unklar. Bushido habe für noch mehr Verwirrung gesorgt, weil er erklärt haben soll, Shindy habe sich von Arafat bei einem Treffen bedroht gefühlt, bei dem der aber wohl gar nicht anwesend war. Shindy soll bei dem entsprechenden Treffen Menschen aus der Rockerszene mitgebracht haben.

Zu guter Letzt gab es wohl noch einige Lacher, weil Bushido seinen eigenen Song nicht hören wollte. Einer der Verteidiger soll vorgeschlagen haben, den "EGJ"-Track mit Baba Saad und Animus vor Gericht zu hören, woraufhin Bushido offenbar ein "Bitte nicht!" herausgerutscht ist, was laut Watson "für Heiterkeit im Saal sorgte". Die Verhandlung geht kommenden Mittwoch weiter.

Bushidos "Leben und Tod des Kenneth Glöckler": 5 Lines, die heute ganz anders klingen

Wer, wenn nicht Bushido weiß: " Zeiten ändern dich" - und so wirkt der vermeintliche Realtalk auf früheren Disstracks einige Jahre später gar nicht mehr so real. Mit "Leben und Tod des Kenneth Glöckler" zog Bushido 2013 gefühlt die komplette Szene auf seine Seite.

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Cro erzählt, wie das Shindy-Feature auf "trip" zustandegekommen ist
Cro

Cro erzählt, wie das Shindy-Feature auf "trip" zustandegekommen ist

Von Michael Rubach am 06.05.2021 - 11:41

Diese Woche war Cro bei HYPED Radio zu Gast. In der Radioshow auf Apple Music (hier anhören) führt der Erfinder des Raops Host Aria Nejati hinter die Kulissen seines neuen Doppelalbums "trip". Dabei erklärt Cro, wie easy die Sache mit dem durchaus überraschenden Shindy-Feature gelaufen ist und welche Idee mit den verschiedenen Masken auf dem Cover der Platte einhergeht.

Cro über die Zusammenarbeit mit Shindy: "Boom war's da!"

Mit Capital Bra und Shindy begrüßt Cro zwei sehr unterschiedliche Artists aus der obersten Etage des Deutschraps auf seinem neuen Album. Vor allem das Feature mit Shindy hatte sich kaum angedeutet. Doch die Connection zu dem Bietigheim-Bissinger besteht offenbar schon eine ganze Weile. Obwohl der persönliche Kontakt bisher ausblieb, haben Cro und Shindy einen gemeinsamen Bekannten. Einer der Geschäftsführer von Cros früherem Label Chimperator ist das Bindeglied zwischen der Schwaben-Kombo. Das Feature für den Song "SYGL" war demnach schnell eingetütet.

"Shindy ist so'n bisschen Chimperator-Family auch. Dadurch, dass er Nikos Cousin ist, war schon immer auch ein bisschen Kontakt dar, aber wir haben uns noch nie kennengelernt. Was ich ziemlich schade finde, weil ich glaube, wir würden uns auf jeden Fall gut verstehen. Ich hab ihm einfach nur geschrieben und er meinte: 'Bruder, groß Ehre. Ich würde sehr gerne drauf sein. Wunsch-Feature'. Er hat losgelegt und boom war's da!"

Cro erklärt das "trip"-Cover

Was hat es eigentlich mit den beiden Masken auf dem Cover von "trip" auf sich? Sie spiegeln unter anderem die verschiedenen musikalischen Herangehensweisen wider, die Cro für sein neues Album gewählt hat.

"Das eine ist Vergangenheit und die klingt nach Woodstock und klingt nach Seventies und das andere fliegt in die Zukunft auf 'nem Synthesizer – reitet auf nem Synthesizer-Surfboard 'ne Welle durchs Internet. So muss man sich es vorstellen. Ich mag den Spagat. Ich mag auch gerade gegen den Trend zu schwimmen. Wenn alle gerade die gleichen Songs rausbringen und dieselben Trends fahren, mach ich einfach irgendwas."

Speziell die Sechziger tauchen auf der Deutschrap-Map aktuell so gut wie gar nicht als Referenz auf. Cro liebe "diesen Surfer-Psychedelic-Vibe". Er habe sich "komplett durch Woodstock gegraben", um diesen in seine Musik einfließen zu lassen. Außerdem passe der Sound schlichtweg gut zum Sommer.

Weitere Insides aus Cros "trip" bekommst du in der neuen Folge HYPED Radio auf Apple Music:

Cro on Apple Music

Hear where the music takes you. Listen to Cro, a streaming radio station on Apple Music.


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