"Unterdrücker-Herrschaft vorbei": Rooz über Bushido, Arafat Abou-Chaker & frühere Drohungen

Der Prozess zwischen Arafat Abou-Chaker und Bushido rückt immer näher. Am kommenden Montag soll das Verfahren in Berlin starten. Rooz hat 2015 noch exklusiv ein Video-Interview mit Arafat Abou-Chaker geführt – und im Nachgang unangenehme Erfahrungen hinter den Kulissen machen müssen. Im Gespräch mit der renommierten FAZ schildert Rooz kurz vorm Prozessauftakt, wie sich für ihn persönlich die Situation mit Arafat und Bushido darstellte.

Wie Rooz den Angriff auf sich erlebte

Zum Zeitpunkt des Gesprächs mit Arafat Abou-Chaker habe noch niemand versucht, ihn einzuschüchtern oder zu bedrohen. Im Laden von Arafat sei alles in Ordnung gewesen. Erst nach einem anschließenden Interview mit Manuellsen hätte sich die Lage zugespitzt.

Bushido und Arafat seien es nicht gewohnt gewesen, dass ihnen jemand die Stirn bot. Rooz selbst habe man zum Vorwurf gemacht, dass er "Feinden" eine Plattform bieten würde. Diese Anschuldigungen mündeten schließlich in einem körperlichen Angriff. In einem Burgerladen seien circa zehn Leute aufgetaucht, deren Gesichter Rooz "aus dem Café von Arafat kannte". Eine Deeskalation erschien unmöglich:

"Aber sie wollten einfach Streit. Irgendwann hat mich einer gepackt und beschimpft, und ein anderer hat es gefilmt."

Die Ansage: Rooz solle nie wieder über Bushido reden. Zum Glück sei ihm ein Freund zu Hilfe gekommen, sodass er letztendlich "nicht viel abbekommen" habe.

Rooz über das Ende von Bushidos "Unterdrücker-Herrschaft"

Was Arafat Abou-Chaker angeht, ist für Rooz "die Sache geklärt". Bushido führt den Streit fort und disst auch 2020, wo er nur kann. Diese Hartnäckigkeit könnte darauf zurückzuführen sein, dass Rooz selbst nicht als Rapper agiert. Er sieht sich selbst daher als "einfaches Ziel". Mit "Leuten, die ihm Paroli bieten können", würde sich Bushido hingegen nicht mehr anlegen.

Früher habe Bushido "jahrelang mit seinen gefährlichen Freunden geprahlt." Sein Handeln gegenüber Rooz sei Teil einer gängigen Praxis gewesen. Es sei absurd, wenn Bushido sich heutzutage als Opfer hinstelle.

"Solche Geschichten wie mir sind einer Horde von Rappern passiert, die Streit mit Bushido hatten."

Heute besitze Bushido das Standing und den Rückhalt schlichtweg nicht mehr. Rooz erkennt schon länger ein Ende der "Unterdrücker-Herrschaft" und kann auch genau benennen, welches Ereignis dafür ausschlaggebend war. Er legt sich auf "JBG 3" als Wendepunkt fest. Hier habe Bushido die Gegenwehr eingestellt, obwohl er von Kollegah und Farid Bang "brutal beleidigt" worden sei.

Nicht nur der kommende Prozess zwischen Arafat Abou-Chaker und Bushido sorgt in diesen Tagen für Schlagzeilen. Auch Manuellsen und Animus trafen offenbar kürzlich vor Gericht aufeinander.

Manuellsen mit Statement zu Gerichtsprozess mit Animus: "Wollte mich in den Knast bringen"

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Bushido vs. Arafat Abou-Chaker: Zeugenaussagen von Shindy, Kollegah, Farid Bang & mehr kündigen sich an

Bushido vs. Arafat Abou-Chaker: Zeugenaussagen von Shindy, Kollegah, Farid Bang & mehr kündigen sich an

Von HHRedaktion am 04.09.2020 - 10:30

Im Prozess von Bushido gegen Arafat Abou-Chaker und drei seiner Brüder ist jetzt klarer, welche Deutschrap-Schwergewichte ebenfalls vor Gericht zu sehen sein könnten. Das Landgericht Berlin hat eine Reihe prominenter Künstler als Zeugen benannt. Nach Informationen des Spiegels befinden sich Farid Bang, Kollegah, Shindy, Samra, AK Ausserkontrolle, Ali Bumaye und Laas Unltd. darunter.

Ohne Capital Bra & Fler: 36 Namen auf der Zeugenliste

Neben den gerade aufgeführten Rappern taucht außerdem noch DJ Gan-G auf einer Liste auf, die insgesamt 36 Namen umfassen soll. Capital Bra und Fler sind dort laut Spiegel nicht vermerkt. Die beiden Artists, die bekanntlich eine gemeinsame Geschichte mit Bushido teilen, erscheinen lediglich in der Anklageschrift.

Auch die Aggro Berlin-Gründer, die von Bushido kürzlich eine Unterlassungserklärung einforderten, stehen demnach nicht auf der Liste. Bushido selbst gilt als wichtigster Zeuge im Prozess gegen Arafat Abou-Chaker. Am kommenden Montag soll der EGJ-Chef erneut in den Zeugenstand gerufen werden. Ein Ende seiner Aussage sei nicht in Sicht.

Nicht nur Rapper, sondern auch weitere Menschen aus Bushidos Umfeld will das Gericht offenbar zu Wort kommen lassen. Laut Spiegel handelt es sich dabei um folgenden Personenkreis: seine Ehefrau, sein Psychologe, mehrere Anwälte, eine Steuerberaterin und diverse Polizeikräfte. Ebenso scheint sich das Gericht für die Sichtweise von Ashraf Rammo zu interessieren. Einige Mitglieder der Rammo-Familie werden mit Clan-Kriminalität in Verbindung gebracht. Ashraf Rammo widmete Capital Bra vor Kurzem einen Song und sagte: "Danke dir Bruder".

Capital Bra - Danke dir Bruder [Audio]

Den Song widmet Capi offenbar Ashraf Rammo und erklärt dabei, wie dieser ihm in einer schwierigen Phase geholfen hat.

Diese jetzt schon eine sehr umfangreiche Sammlung an potenziellen Zeugen und Zeuginnen sei eine vorläufige Liste, die sich abhängig vom Prozessverlauf ändern kann. Wann genau die betreffenden Personen aussagen müssen, stehe noch nicht fest. Das Gericht habe 30 Verhandlungstage bis Januar 2021 angesetzt. Die Vorwürfe gegen Arafat Abou-Chaker lauten unter anderem räuberische Erpressung, Freiheitsberaubung, gefährliche Körperverletzung, Nötigung und Beleidigung.

Aufgrund der Verhandlung hat Bushido das Release seines Albums "Sonny Black 2" in den April 2021 verlegt.


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