"Bully"-Promo? Kanye West weist Kritik an seinem Entschuldigungsbrief zurück

Kanye West hat sich vor wenigen Tagen in einem überraschend langen Brief erneut für seine antisemitischen Ausbrüche und faschistischen Aussagen entschuldigt. Der Zeitpunkt scheint verdächtig – immerhin ist der Release seines Albums "Bully" aktuell auf den 30. Januar, also Ende dieser Woche, datiert. In einem Interview wurde Ye jetzt von Vanity Fair zu seiner Entschuldigung befragt. Das Magazin spricht ihn dabei auch auf das Timing in Bezug auf "Bully" an.

"Es geht nicht darum, meine Kommerzialität wiederzubeleben": Kanye West gibt ein Statement zu seiner Entschuldigung ab

In einem Interview, das per E-Mail-Verkehr durchgeführt wurde, will Vanity Fair von Kanye wissen, was er den Leuten entgegnen würde, die seine Entschuldigung im Hinblick auf den anstehenden Release von "Bully" als Teil der Promo sehen. Dazu hat der Chicagoer eine recht klare Antwort: Ihm geht es absolut nicht darum, seine Kommerzialität wiederzubeleben. Immerhin sei er die letzten Monate - trotz seiner rechtsextremen Aussagen - zumindest zahlentechnisch sehr erfolgreich gewesen. Geht es also nach Ye, hätte es die Entschuldigung für den Erfolg seines Albums gar nicht gebraucht:

"Meines Wissens nach war ich 2025 Teil der Top 10 der meistgehörten Künstler insgesamt in den USA auf Spotify. [...] Mein kommendes Album "Bully" ist derzeit auch eines der am meisten erwarteten Pre-Saves aller Alben auf Spotify. Für mich geht es nicht darum, meine Kommerzialität wiederzubeleben, das beweisen diese Beispiele."

Er führt aus, dass er sich alleine deshalb entschuldige, weil die Reue "schwer auf seinem Herzen" laste. Er schulde der jüdischen und den Schwarzen Communitys eine große Entschuldigung.

"Als Person des öffentlichen Lebens folgen mir viele Menschen und hören auf jedes meiner Worte. Es ist wichtig, dass sie erkennen und verstehen, auf welcher Seite der Geschichte ich stehen möchte. Und das ist die Seite der Liebe und Positivität."

Im restlichen Interview spricht Kanye im Detail über seine bipolare Störung und wie sich diese auf ihn und seine Weltanschauung ausgewirkt hat. Dabei meint er auch, dass die Dinge für ihn auf der Höhe seiner Episode total klar schienen. Er erklärt, dass man sich bei einer manischen Episode nicht wirklich krank fühle. In dem Kontext gibt er auch an, unterschiedliche Medikamente genommen zu haben.

"Ich bin kein Nazi": Das schreibt Kanye West in seinem Entschuldigungsbrief

In seinem offenen Brief, den er als Anzeige im Wall Street Journal veröffentlicht hat, richtet sich Ye an "die Leute, die ich verletzt habe". Er entschuldigt sich dabei für seine Aussagen und Ausbrüche in der vergangenen Zeit. Gleichzeitig gibt er einen Einblick in seine Krankheitsgeschichte und zeigt sich zuversichtlich, dass er aktuell auf einem guten Weg sei.

Es ist die bis dato ausführlichste Entschuldigung von Kanye. Zuvor hatte er persönlich bei einem Rabbi um Vergebung gebeten. Auch einige öffentliche Entschuldigungen hat er über die letzten Jahre gepostet, wobei auf diese immer wieder erneute antisemitische Ausfälle gefolgt sind. 

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