Kollegah, a.k.a. Felix Blume, soll eigentlich am 28. März in der Münchner Zenith-Halle ein Konzert geben. Ein Auftritt des selbsternannten Bosses stößt in der bayerischen Landeshauptstadt jedoch auf Gegenwehr. Das "Linke Bündnis gegen Antisemitismus München", eine Aktivistenbewegung, die sich laut eigenen Worten der "Bekämpfung aller Formen von Antisemitismus" verschrieben hat, fordert öffentlich die Absage des Konzerts. Dabei wiederholt das LBGA München einige Vorwürfe, mit denen Kollegah schon seit Jahren immer wieder konfrontiert wird.
Linkes Bündnis gegen Antisemitismus München fordert Absage von Kollegah-Konzert
In ihrer Aufforderung aus dem Dezember 2025 bezeichnet das LBGA München Kollegahs "Kanzler"-Album als "antisemitisches Gesamtkunstwerk". Der jetzt als Felix Blume aktive Rapper kombiniere in seinen Songs "verschwörungsideologische" mit "antizionistischen Inhalten". Dabei verweisen sie beispielsweise auf die Songs "Der Boss flaniert", "NWO 2" und "Paradies", in denen Kollegah unter anderem von Blutopfern, Freimaurern und der "New World Order" rappt und einer Fortsetzung zu "Apokalypse" ankündigt.
Auf dem Track aus dem Jahr 2016 erzählt Kollegah in vier Akten von dem apokalyptischen Ende der Welt, das in einem Krieg mit Dämonen, Geistern und Dschinns in Jerusalem mündet und damit endet, dass "Buddhisten, Muslime und Christen" die Welt wieder aufbauen. Einer der Antagonisten des inzwischen nicht mehr verfügbaren Musikvideos trägt zudem einen Ring mit dem Davidstern-Motiv.
Außerdem wirft das LBGA München Kollegah vor, sich mit dem Track "So wie Kanye" "am meisten" zu "entlarven". Kollegah vergleicht sich in der Hook mit dem US-Rapper, der bis vor Kurzem vor allem durch antisemitische Äußerungen sowie seine Bewunderung für Hitler und die Nazis aufgefallen ist.
"Dass derartige Propaganda in München wieder Hallen füllen soll – in diesem Falle das Zenith – bildet eine weitere Eskalationsstufe des gegenwärtigen antisemitischen Furors."
Gleichzeitig kritisiert das sich zum Existenz- und Verteidigungsrecht Israels bekennende LBGA München auch wegen seinem Bezugs zu Palästina. In dem Song "Große Kunst" rappt er "Ich sagte 'Free Palestine', bevor es salonfähig war" und zeigt im Musikvideo Szenen seiner "Kollegah in Palästina"-Dokumentation aus 2016, in denen er einen palästinensischen Kuffiya-Schal trägt. Laut dem LBGA München sei das ein "identitätsstiftendes Accessoire" für antisemitischen Terrorismus. Die Kuffiya ist im Zuge der jahrzehntelangen Historie des Nahostkonflikts zu einem Symbol pro-palästinensischer Solidarität geworden.
Der Bayerische Rundfunk hat daraufhin den Veranstalter des Kollegah-Konzerts, Street Life International, zu dem Absage-Aufruf befragt. In einer Stellungnahme gegenüber dem dem BR erklärt Street Life, dass sie die Schlussfolgerungen des LBGA München nicht teilen würden. Eine Absage des Konzerts sei nicht geplant. Gleichzeitig sei das Management von Felix Blume a.k.a. Kollegah vonseiten Street Life mit den Antisemitismusvorwürfen konfrontiert worden, hätte diese jedoch strikt zurückgewiesen. Auf Nachfrage des BR hat sich Kollegah selbst bisher nicht zu den Anschuldigungen geäußert.
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