Brief aus Moria: Rocco und seine Brüder wenden sich per Wholecar an die EU

Das Berliner Künstlerkollektiv Rocco und seine Brüder lässt häufiger mit klugen Aktionen aufhorchen. Was die Gruppe von Europas Umgang mit Geflüchteten hält, haben sie neulich auf einem Zug deutlich gemacht. "A letter from Moria to Brussels" ging als Wholecar an diejenigen, die über Leben und Tod an den europäischen Außengrenzen entscheiden.

Rocco und seine Brüder: Wholecar für mehr Menschlichkeit

Eine Kinderstimme verliest in einem Video auf Instagram einen Brief, der auf einen Zugwagon geschrieben wurde. Die Botschaft geht direkt an die derzeitige Präsidentin der Europäischen Kommission Ursula von der Leyen. Aus der Perspektive eines Kindes wird die menschenunwürdige Situation in einem Camp wie Moria beschrieben.

"Hallo Frau Ursula, hallo Europa.

Mein Name ist Tifl Saghir. Um dem Krieg und den bösen Menschen zu entkommen, nahm mich meine Mutter mit auf eine sehr lange Reise. Sie sagte, es werde in Europa besser sein. Aber wir müssen in einem Lager mit einem großen Zaun bleiben. Ich bin so hungrig und wir können nicht nach draußen gehen und meine Mutter ist krank. Meine Freundin Amira darf zu dir gehen. Aber ich bin nicht. Sie sagten, ich kann nicht kommen, weil ich eine lebende Mutter habe. Jetzt brannte unser  nieder. Wir haben nichts mehr übrig. Das ist keine Gerechtigkeit …

Dein Tifl"

Das Auffanglager Moria auf der griechischen Insel Lesbos steht stellvertretend für die verfehlte Politik der Europäischen Union. Anfang September wurde das Lager bei einem Brand fast vollständig zerstört. Deutschland hat inzwischen zugestimmt, circa 1.500 Geflüchtete aufzunehmen. Darauf, dass die EU theoretisch ausreichend Kapazitäten besitzt, um die mitunter traumatisierten Menschen aus solchen oftmals überfüllten Lagern zu evakuieren, weisen auch Rocco und seine Brüder mit dem Hashtag #wehavespace hin.

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