#BreakTheInternet: Nicki Minaj tritt oben ohne in Kim Kardashians Fußstapfen

Rund drei Jahre nachdem Kim Kardashian ihren Hintern für das Cover des Paper Magazines in die Kamera gehalten hat, holt das Indie Mag Nicki Minaj auf die Titelseite – gleich dreimal. "Nicki Minaj À Trois" also "Nicki Minaj zu dritt" lautet der Titel, über dem sich zwei Nickis um eine dritte kümmern, welche oben ohne posiert. Die Bilder im Magazin stammen von der deutschen Star-Fotografin Ellen von Unwerth.

Wanna Minaj? @papermagazine photos by @ellenvonunwerth #BreakTheInternet edition

681.6k Likes, 26.8k Comments - Barbie® (@nickiminaj) on Instagram: "Wanna Minaj? @papermagazine photos by @ellenvonunwerth #BreakTheInternet edition"

Mit dem ersten und einzigen #BreakTheInternet-Cover mit Kim Kardashian gelang dem Paper Mag 2014 der Coup, als Print-Medium die Agenda im Internet zu setzen. Mit drei sehr freizügigen Nickis auf einmal soll dieses Kunststück jetzt erneut gelingen und die Zeichen stehen nach zigtausend Retweets und Beiträgen auf Instagram gut.

Drew Elliott, kreativer Leiter beim Paper Mag:

"Wir haben keine Ausgabe mehr Break the Internet genannt, seit wir es 2014 bei Kim Kardashian getan haben. Es braucht eine gewisser Art von Talent, eine großartige Fan-Base und Vertrauen in die Arbeit von Paper, damit unsere Magie funktioniert."

Da es so viele unterschiedliche Nickis gebe, habe er diese Idee schon lange gehabt. Damit bezieht er sich zwar nur auf die Style-Komponente, aber ebenso kann man es von den Personas in der Musik der Rapperin behaupten. Barbie, Roman Solanski und die mehr oder weniger "echte" Nicki namens Onika zählen unter zahlreichen anderen zu ihren am häufigsten benutzten Alter Egos, die sich in unterschiedlichen Stimmlagen, Flows und Themengebieten bewegen. Schon im berüchtigten Monster-Verse kamen sie zum Einsatz:

"Forget Barbie, f**k Nicki cause she's fake / She on a diet but her pockets eating cheesecake"

Der Titel des Paper Mags wäre wohl auch ein interessanter Name für ein Album gewesen, auf dem drei ihrer Charaktere im Fokus stehen. Überhaupt: Der Versuch, das Internet zu breaken, dürfte im Normalfall ein Zeichen dafür sein, dass das vierte Studioalbum der Rapperin uns relativ bald erwarten könnte. The Pinkprint wird im Dezember immerhin drei Jahre alt.

Bevor wieder Rapper gekillt werden, ist aber erstmal das Internet dran. Hinter der Titelseite soll es noch reizvoller zugehen, heißt es auf Twitter:

PAPER Magazine on Twitter

Just wait for tomorrow, it's juicier on the inside... #BreakTheInternet

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Instagram drosselt Sylabil Spill nach antirassistischem Einsatz

Instagram drosselt Sylabil Spill nach antirassistischem Einsatz

Von Clark Senger am 14.01.2021 - 16:42

Neues Jahr, neues Glück lautet insbesondere nach dem Krisenjahr 2021 die Devise für viele. Für Sylabil Spill und Millionen andere BPoC (Black and People of Colour) heißt ein neues Jahr, auch weiterhin alte, ermüdende Kämpfe auszutragen, weil die Gesellschaft ihnen keine Wahl lässt.

Dabei kann es sich zum einen um Racial Profiling handeln, wie der Bonner es in seiner aktuellen Single (hier zum Video) thematisiert. Oder um Alltagsrassismus, den man grade ganz frisch beim Kölner Rapper Telson auf Instagram miterleben konnte. Während er eine Story für IG aufnehmen wollte, wurde er von einer Frau aus dem Nichts rassistisch beleidigt und stellte sie anschließend zur Rede:

Sylabil Spill wird von Instagram eingeschränkt

Untergrund-Veteran Sylabil Spill aka Der Radira geriet in der Vergangenheit immer wieder ins Visier rechter Hetze. Letztes Jahr wurde sein Insta Account mehrfach gehackt und Fremde verbreiteten dort Parolen der stumpfesten und zurückgebliebensten Art. Nun wird ihm aus seinem antirassistischen Engagement erneut ein Strick gedreht.

Nachdem er kürzlich kritische Beiträge über Dieter Nuhr und Serdar Somuncu teilte, ist sein Profil nun schwerer zu finden. In der Profilsuche rutscht sein verifizierter Account mit 24.000 Abos unter diverse Fanpages ohne blauen Haken und mit sehr wenigen Follower*innen. Supporter*innen können seine Inhalte nicht wie normal liken und sharen. Warum? Vermutlich weil Rechte mittlerweile die Spielregeln der sozialen Medien und des Internets verstanden haben.

"@instagram schränkt von Rassismus Betroffene ein statt die Rassisten, die diese melden[,] um sie zu schikanieren", schreibt beispielsweise Yassin in seiner Story und macht so auf die Ungerechtigkeit aufmerksam, die wohl auf den Algorithmus zurückzuführen ist. Spill erklärt uns gegenüber:

"Ich werde gerade komplett runtergefahren, weil ich mich kritisch zu sich rassistisch äußernden Menschen wie Dieter Nuhr oder Serdar Somuncu positioniere und allgemein der Polizei. Und alle schauen zu, als wäre das 'ne coole Netflix-Serie."

Er sei von Instagram dazu aufgefordert worden, keine "sensiblen Inhalte" mehr zu posten – so heißt übrigens sein Track, der vor "Racial Profiling" erschienen ist. Genau diese Inhalte braucht es aber, um aufzuklären und die weiße Mehrheitsgesellschaft zu erreichen, die eben nicht aufgrund ihrer Hautfarbe dauernd dazu gezwungen ist, sich mit Rassismus auseinanderzusetzen. Der Fall von George Floyd hat letztes Jahr eindrucksvoll gezeigt, wie wichtig es ist, dass die Spitze des Eisbergs sichtbar gemacht wird.

Was kann ich jetzt tun? Im konkreten Fall von Spill aktuell ist das relativ einfach: supporten, damit auch IG checkt, wer tatsächlich gesperrt werden sollte beziehungsweise wer nicht. Indem ihr Beiträge bei IG speichert, supportet ihr Spill (und ganz generell eure Lieblingsseiten) am meisten, Shares und Kommentare mit mindestens vier Wörter sind ebenfalls wertvoll und ein Like schadet sowieso nicht. Da hört antirassistischer Einsatz natürlich lange nicht auf, aber so kann er zumindest anfangen.


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