Kürzlich war Ahzumjot zu Gast im Interview beim BCC Podcast. Zusammen mit Host Amadeus Thuener spricht der "Francis"-Interpret dabei auch über ein mögliches Karriereende, ausgelöst durch die Einstiegsfrage: "Wer ist Ahzumjot 2025?"
Ahzumjot hinterfragt, ob seine eigene Musik überhaupt noch "nötig" sei
Zwar hat er schon in den Jahren davor Musik gemacht, aber spätestens seit 2011, mit dem Release seines Albums "Monty", ist Ahzumjot eine feste Größe im Deutschrap. Zu diesem Zeitpunkt war er gerade einmal Anfang 20. Im Laufe seiner Karriere sei er nie einer der "ganz großen, schillernden Namen" gewesen, so sagt er selbst, aber innerhalb der Szene kenne man ihn auf jeden Fall.
Nach knappen 15 Jahren im Game macht sich bei ihm aber offenbar eine gewisse Müdigkeit bemerkbar – gegenüber der Musikindustrie im Allgemeinen wie auch dem eigenen musikalischen Schaffen. Hinter all den Projekten, die Ahzumjot seit 2017 releast, könne er auch heute noch voll und ganz stehen. Aktuell stehe er jedoch an einem Punkt, an dem er "das erste Mal seit langem wieder" mit seiner eigenen Musik hadere. Er fragt sich: Ist das überhaupt "geil", ist das überhaupt noch "nötig", was er macht?
Um seinen Punkt zu verdeutlichen, verweist er auf die schiere Menge an Deutschrap-Releases, die aktuell jede Woche Freitag erscheint. "Es gibt von allem zu viel", findet er. Da seien natürlich auch spannende Veröffentlichungen dabei - er hebt Soulys neues Album "tRaence" positiv hervor -, insgesamt werde es aber immer schwieriger, den Überblick zu behalten und hinterherzukommen. Und umso einfacher ist es als Artist, in der Masse unterzugehen.
Ohne dabei wie ein "Boomer" wirken zu wollen, blickt Ahzumjot ins Jahr 2011 zurück: Als Casper am 8. Juli dieses Jahres sein Album "XOXO" gedroppt hat, sei das seiner Auffassung nach der einzige Deutschrap-Release des Tages gewesen. Das ist so auch korrekt, zumindest sofern man "Ein Fall für Zwei" vom schweizerischen Hiphop-Duo DJ Sweap & DJ Pfund 500 nicht mitzählen möchte.
Der kurze Exkurs endet mit einer Erkenntnis: Heutzutage kann der persönliche Backlog an ungehörter Musik extrem schnell wachsen. Daher sieht Ahzumjot sich zunehmend mit einer entscheidenden Frage konfrontiert.
"Bei dem ganzen Zeug, was rauskommt: Braucht man meine Musik eigentlich?"
Viele Fans würden das sicherlich mit "Ja" beantworten, entgegnet ihm der Podcast-Host. Ahzumjot stimmt ihm zu. Als Fan freut auch er sich über jedes neue Album von Tyler, the Creator, The Weeknd oder Frank Ocean. Aber "was ist, wenn Frank Ocean gar kein neues Frank Ocean-Album mehr in sich hat", was ist, wenn er gar nicht mehr die "Sauce" für ein neues Projekt hat? Ganz ähnliche Zweifel scheint er auch in Bezug auf sich selbst zu haben.
Ein ganz konkretes Karriereende stellt Ahzumjot damit nicht in Aussicht. Doch ob, auf welche Weise und wie lange es für ihn weitergeht, bleibt vorerst ungewiss.
Hier kannst du dir das gesamte, nahezu zweistündige Interview anschauen. Der erste Gesprächsblock handelt von dem möglichen Karriereende:
Denkbar wäre, dass Ahzumjot auch nach dem Ende seiner Solo-Karriere weiter in der Szene bleibt – nur halt vermehrt im Hintergrund. An anderer Stelle im Interview erklärt er schließlich: "Ich kann nicht keine Musik machen." Für Trettmanns EP-Reihe "Your Love is King" ist er zuletzt noch als Executive Producer in Erscheinung getreten.
Wie er die Zusammenarbeit wahrgenommen hat, hat Ahzumjot vor wenigen Monaten im Interview mit Aria nacherzählt:
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