Booba vs. Kaaris: MMA-Kampf könnte doch noch stattfinden

Seit Monaten überschlagen die französischen Medien sich bei jedem neuen Insta-Post von Kaaris und Booba. Die beiden Rapper erklärten im letzten Dezember, ihren Beef von Angesicht zu Angesicht im Oktagon auszutragen. Durch den Schweizer MMA-Verband SHC (Strength & Honor Championship) ist nach einem endlosen Hin und Her ernsthafte Bewegung in die Geschichte gekommen.

Booba vs. Kaaris: MMA-Kampf in der Schweiz?

Neben dem Regelwerk und dem Preisgeld war lange die Auswahl des Austragungsortes ein Streitpunkt, an dem der kuriose Plan der Konkurrenten zu scheitern drohte. Viele Fans und Beobachter hatten den Kampf schon längst abgeschrieben und die Idee als kluge Promo für beide Seiten eingeordnet. SHC hat sich inzwischen als der aussichtsreichste Partner herauskristallisiert, schon im Februar sprach man dort von der mündlichen Zusage Boobas, wenig später folgte die Unterschrift:

Booba wartete nur noch auf die Zusage von Kaaris, der seinerseits behauptete, einen exklusiven Vertrag mit einem tunesischen Partner unterschrieben zu haben. Nachdem SHC nun die womöglich finalen Zahlen auf den Tisch gelegt hat, will Kaaris diese Woche in die Schweiz reisen, um den Kampf vielleicht endgültig zu besiegeln.

Preisgeld, Ort & Zeit: Wann und wo stehen die Rapper im Oktagon?

Wenn alles wie geplant läuft, gibt es für beide Rapper 500.000 € alleine für die Teilnahme am Kampf. Der Gewinner soll zusätzlich eine Siegesprämie von einer Million erhalten. Der Fight im Oktagon ist derzeit von den Veranstaltern der Strength & Honor Championship für September vorgesehen und soll in Genf stattfinden.

Fraglich ist zurzeit, ob eine für französische MMA-Fans eher erfreuliche Nachricht dem Unterfangen womöglich nicht doch noch einen Strich durch die Rechnung machen oder es zumindest hinauszögern könnte. Die französische Ministerin, die für Sport zuständig ist, hat nämlich in Aussicht gestellt, MMA in Frankreich zu legalisieren. Man kann sich schon vorstellen, dass Paris in diesem Fall eine ansprechendere Location für Booba und Kaaris wäre als Genf.

Wenn Kaaris Wort hält, gibt es noch diese Woche finale Neuigkeiten zum außergewöhnlichen Rapbeef. Wer an einer ähnlichen Story im deutschen Rap zweifelt, liegt vermutlich auf der richtigen Seite – auch wenn Fler diese Woche behauptete, er würde sofort mit Bonez ins Oktagon steigen:

Fler würde "sofort" mit Bonez MC in den Ring steigen

Fler auf seinem Booba-Kaaris-Grind.

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Fler droppt Sklaven-Line gegen Jalil, aber will sie nicht rassistisch meinen

Fler droppt Sklaven-Line gegen Jalil, aber will sie nicht rassistisch meinen

Von HHRedaktion am 23.03.2020 - 12:02

Dass Fler auf seinem neuen Album "Atlantis" auch Lines gegen den ehemaligen Homie und Kollabopartner Jalil rappt, überrascht sicher die wenigsten Hörer. Die Art und Weise sorgt allerdings für mehr als ein fragendes Stirnrunzeln.

Fler nennt Jalil auf "Atlantis" einen Sklaven

Der zweite Part im Song "Mood" ist offenbar größtenteils an den Ex-Maskuliner addressiert. Fler stellt zunächst seinen jahrelangen Support und vermeintlichen musikalischen Einfluss in den Mittelpunkt:

"Du warst drei Jahre dabei, danach vorbei / Auf Wiedersehen und goodbye / Denkst du, jetzt kommt deine Prime? / Wie die Airline Setzt deine Ziele zu high / Wer gab dir Push wie der Whitey? / Holte dich damals zurück aus den 90s"

So weit, so gut. Bars über die persönlich Historie miteinander, etwas Selbstbeweihräucherung – Attitude wie in einem Battle eben. Danach geht es unter die Gürtellinie, indem Fler Jalil als Sklaven bezeichnet:

"Doch du warst zu Pinky, ich Brain / Im Apple Store warst du ein Slave / Bei mir dann Django Unchained"

Mit der Wortwahl kann er zwar auch ungerechte Bezahlungen bei Apple oder in unserer Gesellschaft generell meinen und in diesem Hinblick würde die Line auch funktionieren. Einen dunkelhäutigen Kollegen als Sklaven zu betiteln, deutet nichtsdestotrotz auf rassistische Denkmuster hin, die im Hinterkopf ablaufen. Gleichzeitig inszeniert Flizzy sich selbst implizit als den gönnerhaften Retter Dr. King Schultz (in "Django Unchained" gespielt von Christoph Waltz), der Django im Film aus einem Sklavenzug befreit und anschließend mit ihm zusammenarbeitet, während sich eine Freundschaft entwickelt. Der Vergleich ist bewusst provokant formuliert und die Reaktionen darauf können Fler nach 20 Jahren Deutschrap nicht überraschen.

Jalil reagiert überrascht

Jalil hat den Front in dieser Form wohl nicht kommen sehen. Laut seiner IG Story sind er und Fler sich vor der Albumabgabe bei einem persönlichen Treffen respektvoll begegnet. Erst kürzlich, nach Flizzys Entlassung aus der U-Haft, sollen sie noch telefoniert haben. Fler hätte noch genug Zeit gehabt, seine Worte zu überdenken, so Jalil, der außerdem daran erinnert, dass er sich bei den Rassismusvorwürfen Anfang 2019 schützend vor seinen damaligen Homie stellte.

Jalils Einordnung der Sklaven-Line auf dem neuen Album: "Hättest gleich N**ga sagen können. Wäre der gleiche Effekt gewesen."

Flers Erklärungsversuche auf Instagram

Auf Instagram geht es dann auch weiter: Dort bezeichnet Fler diejenigen, die ihm letztes Jahr Rassismus vorgeworfen haben, als Idioten. Er meint, Jalils Einsatz damals wäre nur dagewesen, um "wieder den souveränen Mann zu spielen". In seinen Augen hätte "jeder loyale Typ" nichts gesagt, anstatt einen Freund in Schutz zu nehmen.

Hinzu kommt seine Anschuldigung, Jalil hätte Rocker geschickt, die ihm aufgelauert hätten. Zur "Slave"-Zeile liefert er nur eine sehr dürftige Erklärung, mit der er zumindest andeuten will, dass die Wortwahl nichts mit der Hautfarbe zu tun hätte: "Du bist für mich genau so ein 'Slave' wie Bushido einer ist!"

Danach schließt er mit dem Scheinargument, er könnte gar kein Rassist sein, weil er Jalil mehr geholfen hätte als es jemals jemand anders tun würde. Einmal ganz deutlich: Wir halten Fler nicht per se für einen Rassisten. Aber drei Jahre Zusammenarbeit mit Jalil funktionieren nicht als lebenslange Freikarte für Lines, die zumindest einen rassistischen Hintergrund haben – und das ist bei Zeilen, die die Black History bewusst als Angriffspunkt nutzen, eben der Fall.

Einen kleinen Throwback in den Januar 2019, als Fler von der schwarzen Community scharf kritisiert wurde und Jalil ebenfalls seine Meinung teilte, findet ihr hier:

Nach Rassismusvorwürfen gegen Fler: Neue Statements von Jalil, Telson & Sylabil Spill

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