Bonez MC wendet sich mit Statement gegen Glücksspiel an Fler
Bonez MC und Fler

Der Beef zwischen Fler und Bonez MC führt jetzt zu einer moralischen Grundsatzdiskussion: In dem Streit kam es zuletzt vonseiten des 187-Oberhauptes immer mal wieder zu Seitenhieben wegen Flers derzeitiger Tätigkeit als Casinostreamer auf Zypern. Das hat Bonez MC wohl jetzt dazu bewegt, ein allgemeines Statement zum Thema Glücksspiel zu veröffentlichen. Dabei rät er seinen Followern strikt davon ab.

Bonez MC: "Glücksspiel ist keine kleine Sache"

Bonez startet sein Statement damit, dass nach dem "Spaß gestern" jetzt mal "was Ernstes" kommen müsse. Im Anschluss informiert der Hamburger seine Fans über seine eigenen Erfahrungen mit den Folgen von Spielsucht. Zwei Menschen, die Bonez persönlich "sehr nahestanden", hätten sich wegen der Folgen einer Glücksspielsucht umgebracht. Sobald man in der Sucht ankommt, sei es fast unmöglich, wieder auf die Spur zu finden, "bevor du gegen die Wand knallst". Denn am Ende gehe man "immer als Verlierer raus", so der 187-Rapper. Sobald dann die Familie der Betroffenen ins Spiel kommt, kennt Bonez nichts.

"Ich hab schon Freundschaften gekündigt, weil ich mir nicht mehr mit ansehen konnte, wie sie auf ihre Eltern, Frauen und Kinder geschissen haben, nur um ihr letztes Geld in irgendwelche Automaten zu schieben."

Dementsprechend findet Bonez es "unverantwortlich", Glücksspiel zu verherrlichen. Noch schlimmer seien aber Personen, die davon profitieren würden, andere "heranwachsende Menschen in die Spielsucht" zu treiben. Damit spielt Bonez MC nicht nur auf Fler an, sondern wendet sich danach direkt an den Berliner. Dabei bringt das 187 Strassenbande-Oberhaupt die tote Mutter von Fler ins Spiel, um an die Moral des Maskulin-Gründers zu appellieren:

"Fler, deine Mama hat sich selbst ihr Leben genommen wegen Depressionen (möge ihre Seele in Frieden ruhen) und darum solltest du es besser wissen... Mach doch lieber wieder gute Musik und hör bitte auf mit diesem Schwachsinn."

Laut dem Bundesministerium für Gesundheit leiden 2,4 Prozent der deutschen Bevölkerung von 18 bis 70 Jahren an einer Form von Spielsucht. Laut dem Glücksspielatlas litten 1,3 Millionen Menschen in Deutschland 2023 an einer Glücksspielstörung, ganze 3,3 Millionen Erwachsene hätten schon erste Symptome einer Glücksspielsucht wie Entzugserscheinungen. Ein Großteil davon spiele an Automaten in Spielhallen und Casinos, im Online-Casino oder wettet auf Sportereignisse. Mögliche Folgen sind Depressionen, finanzieller Ruin und eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für Suizid oder Kriminalität.

In den Kommentaren des Posts hat sich Bonez dann nochmal zu der Kritik einiger Follower geäußert, die ihm Doppelmoral vorwerfen. Er selbst rappe ja schließlich auch über Dinge wie Waffen, Drogen und schnelle Autos. Der "Hollywood"-Künstler nimmt diese kritischen Kommentare zwar an, kontert aber gleichzeitig, dass er seinen Fans immerhin "keinen Link, wo ihr Drogen kaufen könnt" schicken würde.

Fler selbst hat sich noch nicht zu dem Statement von Bonez geäußert. Flizzy hat aber angekündigt, dem Hamburger heute Abend in seinem Stream Livestream zu antworten. Dabei soll es konkret um den Suizid seiner Mutter, Bonez und die Ursache von psychischen Problemen gehen. In seiner nächsten Story, in der Fler seinen Casinostream bewirbt, sagt Fler dennoch "No Power to Drugs! Please play responsibly!" 

In einem früheren Stream hat Fler schon einige Worte zu Bonez Kritik an seiner Tätigkeit als Casinostreamer verloren. Anders als der 187er wolle er "nicht die Moralkeule schwingen". Flizzy habe selbst vorher lange über die Zusammenarbeit nachgedacht und sei in seinem eigenen Ermessen ein gewissenhafter Casinostreamer: Fler empfehle niemandem, Glücksspiel zu betreiben, vor allem nicht, wenn man kein Geld hat und das nur seinetwegen mache. Außerdem bewerbe er keine Vorteile für Neukunden auf diesen Plattformen. 

Alles zum kürzlichen Beef von Fler und Bonez MC könnt ihr hier lesen:

Artist
Genre
Kategorie

Hiphop.de auf Spotify