Bob Ross meets Banksy: Streetart-Star liefert Bekennervideo zu Mural in Reading

Banksy hat sich zu einem kürzlich aufgeploppten Mural auf der Mauer eines ehemaligen Gefängnisses in Reading bekannt. In einem Video auf Instagram zeigt der Streetart-Star, wie er das Bild eines Mannes in Sträflingskleidung, der sich in Richtung einer Schreibmaschine abseilt, an die Wand gebracht hat. Der berühmte Schriftsteller Oscar Wilde musste einst in der Haftanstalt einsitzen.

Bob Ross kommentiert Banksys Arbeit

Das Video, das Banksy mit "Create Escape" umschrieben hat, wird von der Stimme von Bob Ross begleitet. Dem bereits 1995 verstorbenen Maler und Moderator ist man vielleicht schon mal bei einer Folge seines Fernseh-Malkurses "The Joy of Painting" begegnet. Nun begleiten seine Sätze die nächtliche Aktion von Banksy, der sich dabei von der Kamera über die Schulter schauen lässt. Schablonen, Sprühdosen, Filzstifte und Malerrollen – die Zuschauer*innen bekommen einen guten Einblick die Arbeitsweise des mysteriösen Künstlers.

Banksy wäre nicht Banksy, wenn hinter seinem Werk nicht irgendeine größere Botschaft stecken würde. So berichtet der Spiegel, dass in Reading gerade eine Debatte über die weitere Nutzung des Gebäudes läuft. Der anonyme Künstler soll mit seinem Werk eine Kampagne unterstützen wollen, die sich für die Umwandlung der geschlossenen Strafanstalt in "einen Ort der Kunst" ausspricht. In diese Richtung habe sich ein Sprecher der Stadt geäußert.

Wie Banksy in London für das Tragen von Masken im öffentlichen Nahverkehr aufgerufen hat, kannst du hier sehen:

Banksy wirbt mit neuem Werk fürs Maskentragen

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Gefängnis verbietet Kendrick Lamar & wird verklagt

Gefängnis verbietet Kendrick Lamar & wird verklagt

Von Till Hesterbrink am 03.03.2021 - 12:33

Ein Häftling des Emyan Gefängnisses in Arizona klagt gegen ein im Knast herrschendes Verbot von Kendrick Lamar-Musik. Er musste die Beamten eine CD des Rappers konfiszieren lassen, da das Gefängnis die Musik als potenziell schädlich einstuft. Nachdem er im Bezirksgericht gescheitert war, geht es nun vors Berufungsgericht, wie KJZZ berichtet.

Kendrick Lamar im Gefängnis verboten

In Arizona wird die eingehende Post von Häftlingen untersucht. Handelt es sich dabei um CDs, Magazine oder Bücher, die bestimmte Thematiken behandeln, werden diese umgehend vom Gefängnis einkassiert. Grund dafür kann unter anderem die Darstellung von Gangs oder der Herstellung von Drogen sein.

Unter diesen Bann fiel nun auch Musik von Kendrick Lamar. In dem Falle war die Begründung, dass dort Gewalt und sexuelle Inhalte dargestellt würden. Die Anwältin des Klägers, Easha Anand, wirft dem entgegen, dass in dem Gefängnis auch Fernsehshows wie "Dexter" erlaubt seien, in welcher es um einen Serienmörder geht. Auch Bücher, in denen Vergewaltigung beschrieben würde und Country Musik, in der es um Mord ginge, seien kein Problem.

Die Anklage wirft dem Gefängnis vor, Kunst mit verschiedenen Maßstäben zu bewerten. Dabei würde vor allem Kunst von Schwarzen Künstler häufig ausgeschlossen. Zudem sei das Ausmaß der Verbote viel zu übertrieben und daher nicht mit der amerikanischen Verfassung vereinbar. So würde beispielsweise nicht nur Literatur verboten, die rassistisches Gedankengut verbreitet, sondern auch welche, die darüber informiert.

Mit dieser Begründung seien unter anderem auch Ausgaben des deutschen Magazins "Der Spiegel" verboten worden.

Country Musik statt Kendrick Lamar

In einer vorherigen Klage vor dem Bezirksgericht in Arizona wurde dem Gefängnis recht gegeben. Teil der Begründung war es, dass den Häftlingen schließlich nicht Musik im Allgemeinen verboten würde. Sie hätten ja trotzdem das Recht, beispielsweise Country Musik zu hören.

Die Anklage beruft sich nun darauf, dass Country Musik in keiner Weise ein adäquater Ersatz für Kendrick Lamar sein kann. Durch das Verbieten dieser Musik würde daher die durch die Verfassung geschützte Meinungsfreiheit der Häftlinge eingeschränkt.

"Jeder von uns würde sagen, dass Country Musik keine Alternative zu Kendrick Lamar ist. Musik, die sich wie die richtige Ausdrucksform anfühlt, ist nicht einfach auszutauschen."

"Any of us would say that country music is not an alternative to Kendrick Lamar. Music that feels like the right form of expression for you is not interchangeable."

Auch Alben des Rappers E-40 und des kürzlich beim Super Bowl aufgetretenen The Weeknd seien von dem klagenden Häftling gewünscht worden. Diese fielen ebenfalls unter das Verbot.


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