Black Music Month & "Juneteenth": Eine Feier Schwarzer Kultur

Der sogenannte "Juneteenth" hat für viele Schwarze Amerikaner seit langer Zeit den Status eines zweiten Nationalfeiertags. Der 19. Juni erinnert die Menschen in den USA jährlich an das Ende der Sklaverei. Dieser Tag geht zudem seit über 40 Jahren mit dem Black Music Month einher, der den weltweiten Einfluss von Schwarzer Musik unterstreichen soll. Das Weiße Haus schrieb dazu in einer Mitteilung:

"In diesem Monat Juni feiern wir die Schwarze Musik, die unser Leben und unser Land geprägt und belebt hat, und verpflichten uns erneut, die Gerechtigkeit für Artists jeglicher Herkunft – und für alle – zu fördern."

("In this month of June, we celebrate the Black music that has shaped and enlivened our lives and our country, and recommit ourselves to advancing racial equity for artists — and for everyone.")

Apple Music schließt sich an und hat eine Fülle von Content bereitgestellt, um ein stärkeres Bewusstsein für die Bedeutsamkeit der Schwarzen Musikkultur zu schaffen.

"Juneteenth" & Black Music Month: Zeichen des Widerstands & Aufbruchs

Kurzer Blick in die US-Geschichte: Bereits 1862 beschloss die Regierung um den damaligen US-Präsidenten Abraham Lincoln die Sklaverei abzuschaffen. Die Emanzipationsproklamation trat 1963 in Kraft. In Texas wurde diese Botschaft zunächst überhört oder ignoriert. Erst am 19. Juni 1865 verkündete ein General der Unionsarmee nach dem Ende des amerikanischen Bürgerkriegs in dem Bundesstaat: "Sämtliche Sklaven sind frei!". In Texas ist der 19. Juni seit 1980 ein gesetzlicher Feiertag. Dieses Jahr wurde "Juneteenth" offiziell zum neuen Nationalfeiertag erklärt. Die notwendige Zustimmung im Senat erfolgte auch unter dem Eindruck der letztjährigen Proteste nach dem Mord an George Floyd.

Die Ungerechtigkeit, der sich Schwarze Menschen ausgesetzt sahen - und sehen - ist letztlich der Ausgangspunkt für die Entstehung von Hiphop. Die Wurzeln der Kultur liegen im Widerstand gegen die Ausbeutung und die Ungleichbehandlung in rassistischen Gesellschaftsstrukturen. Rap ist darin ein politisches Sprachrohr – die Musik von Unterdrückten für Unterdrückte. Zur Würdigung der Schwarzen Musikkultur rief US-Präsident Jimmy Carter 1979 den Black Music Month ins Leben gerufen. Was heute unter Rap verstanden wird, steckte damals noch in den Kinderschuhen. Dafür waren Funk, Soul, RnB oder Jazz längst etabliert. Rap steht in dieser Tradition.

Die heute so rentable Deutschrapszene wäre ohne die Einflüsse von Schwarzen Musikern und Musikerinnen nicht denkbar. Daher ist es auch wichtig, lokalen Künstler*innen eine Plattform zu geben und ihnen die Aufmerksamkeit zu schenken, die sie verdient haben. Eine Playlist, welche ausschließlich deutschsprachige Schwarze Artists in den Vordergrund rückt, findest du hier.

Apple Musics Ebro Darden erklärt im Hinblick auf die Sklaverei, dass ein schmerzhafter Teil der amerikanischen Geschichte keine Randnotiz sein dürfe. Das Wissen um diese Zeit gehöre in das kollektive Bewusstsein. Bei der Unterstützung des Black Music Month gehe es darum, der Welt zu vermitteln, dass sämtliche populäre Musik von Schwarzen Menschen auf den Weg gebracht wurde.

"Das Gewicht dieser Anerkennungen trägt dazu bei, die Wahrheit und das Trauma, das Schwarzen Menschen weltweit durch weiße Vorherrschaft und Rassismus zugefügt wurde, allgemein zu vergegenwärtigen."

("The significance of these recognitions is helping normalize the truth and the trauma done to Black people worldwide by white supremacy and racism.")

Songs für die Freiheit von Hit-Boy, D Smoke, H.E.R. & mehr

Apple Musics Playlist "Juneteenth: Freedom Songs" ist Ausdruck von Schwarzer Exzellenz. Mehr als 20 Artists aus unterschiedlichen Genres sind an der Zusammenstellung von Cover-Songs und unveröffentlichten Tracks beteiligt. Dabei werden ganz unterschiedliche Facetten Schwarzen Lebens dargestellt. Unter anderem Star-Producer Hit-Boy und "Rhythm + Flow"-Gewinner D Smoke steuern neue Songs bei. RnB-Star H.E.R. hat eine eigene Version von Marvin Gayes "Inner City Blues" aufgenommen. Black Thought von The Roots erklärt zum Ende des Songs "Approximately Free".

"Jeder Tag sollte der 19. Juni sein und jeder Monat sollte Black History und Black Music Month sein."

Hier kannst du die gesamte Playlist checken:

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LASS MICH ATMEN – Eunique, Jalil & mehr im Livestream zum Todestag von George Floyd

LASS MICH ATMEN – Eunique, Jalil & mehr im Livestream zum Todestag von George Floyd

Von Djamila Chastukhina am 25.05.2021 - 13:53

Heute jährt sich zum ersten Mal der Todestag von George Floyd. Mit Unterstützung von Alles Gold und Sony Music findet unter anderem deshalb ein Livestream-Event mit dem Titel "LASS MICH ATMEN" statt. Darin spricht Journalist Malcolm Ohanwe mit Eunique, Jalil, Roger Rekless, Preach, Uncle D und Yasmin Poesy über ihre persönlichen Erfahrungen als Schwarze Menschen in Deutschland. Es geht unter anderem um die Geschichte Schwarzer Menschen in der Musikbranche, Exotisierung Schwarzer Frauen im Rap und afrikanische Identitäten in Deutschland.

Todestag von George Floyd: Live Performances von Eunique, Jalil und Roger Rekless

Die Artists tauschen sich nicht nur in zwei Talkrunden über ihre Erfahrungen aus. Die Musiker*innen Eunique, Jalil und Roger Reckless haben in ihrer Musik Gedanken und Gefühle verarbeitet, die sie in einer Live-Performance heute Abend mit uns teilen wollen:

Eunique ist "pissed" und drückt das auf ihrem jüngsten Release "BLM" aus. Darin spricht sie unter anderem Polizeigewalt, mangelnden Respekt vor Schwarzen Menschen im Hiphop und White Privilege, also die Privilegien von weißen Menschen, an.

"400 Jahre hat mein Volk gekämpft und sich befreit /

Privileg hast du durch uns, bitte bild' dir nix drauf ein"

Jalil fühlt Schmerz in seiner Brust und bringt das in "Ich kann nicht atmen" zum Ausdruck. Die Audio beginnt mit George Floyds Hilferufen kurz vor seinem Tod. In dem Song erzählt er die Geschichte von Schwarzen Männern, die durch Polizeigewalt getötet wurden.

Zusätzlich wird Roger Rekless seinen bisher unveröffentlichten Song "Wie Black" performen.

US-Star H.E.R. unterstützt die Aktion

Auch US-amerikanische Sängerin H.E.R., die mit ihrem Protestsong "I Can't Breathe" im März einen Grammy in der Kategorie "Song of the Year" gewann, unterstützt das Event. In einem kurzen Video auf Instagram gibt sie Props an Jalil und Eunique, dafür, dass sie das Black Lives Matter Movement in Deutschland weiterführen.

"I'm so thankful that the movement is continuing in Germany. Thank you so much for your music, for being a part of it, for giving a voice to the voiceless. Let's keep it going!"

("Ich bin dankbar dafür, dass das Movement in Deutschland weitergeht. Danke für eure Musik, dafür, dass ihr ein Teil davon seid, dafür, dass ihr Leuten, die keine Stimme haben eine Stimme gebt. Lasst uns weitermachen!")

Gemeinsam für eine bessere Zukunft sorgen

"LASS MICH ATMEN" findet heute um 20:00 Uhr auf dem YouTube-Kanal von Alles Gold statt und soll eine Fläche zum Austausch bieten. Nicht nur Schwarze Menschen sind herzlich eingeladen, sondern jede Person, die etwas zur Bewegung gegen Rassismus und Polizeigewalt beitragen möchte. Zwar liegen einem die Erinnerungen an den Tod von George Floyd oder anderer Opfer rassistischer Polizeigewalt oftmals schwer im Magen. Jedoch sollte solch ein Event nicht nur die negative Vergangenheit beleuchten, sondern auch Ausblick auf eine positivere Zukunft geben. Dazu teilte Teilnehmerin Yasmin Poesy folgendes Statement:

"Es ist absolut wichtig, die BLM Bewegung zu unterstützen und mit voranzutreiben, erst recht, wenn man selber nicht Schwarz ist. Rassismus ist nicht das Problem von schwarzen Menschen, es ist das Problem aller anderen Gruppierungen/Ethnien und allen voran, das Problem vieler weißer Menschen. Verantwortung übernehmen und gemeinsam dagegen ankämpfen ist jetzt das einzig Richtige. Die Zukunft sieht gut aus."

Den Link zum Livestream-Event findet ihr hier.


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