Minneapolis ändert Polizeigesetz: Black Lives Matter-Proteste zeigen Wirkung

Nach der Tötung von George Floyd durch einen weißen Polizisten demonstriert die ganze Welt in Solidarität mit der Black Lives Matter-Bewegung gegen Rassismus. Derweil befinden sich die Proteste in den USA weiterhin auf einem Höhepunkt. Einsatz und Aktivismus unzähliger Menschen tragen nun erste Früchte: Minneapolis ändert als Reaktion seine Polizeigesetze. Andere US-Städte planen nachzuziehen.

Nach dem Tod von George Floyd: Minneapolis ändert Polizeigesetz

Der Bürgermeister der Stadt Minneapolis, Jacob Frey, hat auf Twitter angekündigt, dass er in Einwilligung des Stadtrats eine "Einstweilige Anordnung" abgesegnet hat, die mit sofortiger Wirkung den Würgegriff aus den polizeilichen Befugnissen verbannt. Außerdem dürfen die Beamten künftig Verdächtige nicht mehr am Nacken festhalten und sind ferner dazu verpflichtet, jegliche Überschreitung dieser Grenzen durch ihre Kollegen unter Strafandrohung zu melden. Weitere Änderungen sollen noch folgen.

Anstoß dieser Maßnahme ist laut Frey das Ziel, dem systematischen Rassismus in den US-amerikanischen Polizeistrukturen entgegenzutreten und endlich politische Verantwortung zu übernehmen. 

Gesetzesänderungen in New York und Kalifornien: Andere ziehen nach

Auch ganze andere Staaten nehmen eine Reform ihrer Polizeigesetze in Angriff: Laut Standard hat der Governeur von New York seinem Bundesstaat bereits einen Vorschlag zum Ausschluss des Würgegriffs in der Polizeipraxis vorgelegt. Auch soll die Einsicht in Polizeiakten zukünftig transparenter gestaltet werden. Der kalifornische Gouverneur wolle das Trainingsprogramm der Polizisten überarbeiten. 

Auch wenn sich hierbei die Frage stellt, ob diese Änderungen die lange Historie rassistisch motivierter Polizeigewalt durchbrechen können, scheinen sie schon mal der erste Schritt in die richtige Richtung zu sein.

Unter dem Hashtag #blacklivesmatter können wir online unser Bewusstsein und das Bewusstsein anderer zum Thema Polizeigewalt und Rassismus stärken. Wer sich darüber hinaus zur Thematik der Bewegung weiterbilden will, wird hier fündig: 

Black Lives Matter: So kannst du dich über Rassismus informieren & helfen

Aufgrund der anhaltenden Proteste in Amerika ist das Thema Rassismus aktuell wieder so stark im Fokus der Öffentlichkeit wie lange nicht mehr. Der Mord an George Floyd durch einen Polizisten scheint der Tropfen gewesen zu sein, der das berühmte Fass zum Überlaufen gebracht hat.

Wieso #alllivesmatter nicht hilft, sondern kontraproduktiv ist

Der Schwarze George Floyd wurde in den USA von Weißen Polizisten getötet. Seitdem protestieren Menschen auf der ganzen Welt gegen Rassismus und Polizeigewalt. Sie eint die Bewegung und das Hashtag #blacklivesmatter. Der Gedanke dahinter ist eigentlich klar und eindeutig: Schwarze sind genauso viel wert wie alle anderen auch, sie spielen eine genauso wichtige Rolle.

Auch in Deutschland sind rassistisch motivierte Polizeigewalt und struktureller Rassismus große Probleme. Während wir in Solidarität mit den Protesten in den USA stehen, sollten wir weiterhin auch die Lage im eigenen Land hinterfragen: 

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SAM ft. Booz, Nura, Chima Ede, Lary, Kelvyn Colt, Reezy & Ahzumjot – Da wo du herkommst (Remix) [Audio]
Sam

SAM ft. Booz, Nura, Chima Ede, Lary, Kelvyn Colt, Reezy & Ahzumjot – Da wo du herkommst (Remix) [Audio]

Von Clark Senger am 17.07.2020 - 11:12

Im November jährt sich der Tod von Samson Wieland zum zweiten Mal. Mit seinem Bruder Chelo bildete er das Duo SAM und das letzte Musikvideo, das die beiden gemeinsam veröffentlichen konnten, war "Da wo du herkommst" im September 2018. Der Song thematisiert Rassismus, den BPoC subtil oder ganz offensichtlich zu spüren bekommen, und versprüht trotzdem eine positive und optimistische Perspektive aufs Leben.

Nun haben sich einige Musiker*innen zusammengeschlossen, um Sam zu seinem 30. Geburtstag die Ehre zu erweisen, diesem wichtigen Song den Remix zu schenken, den Samson sich gewünscht hatte. Ahzumjot schreibt auf Instagram:

"du hast dir diesen remix 2018 gewünscht und ich hoffe, dass er so geworden ist wie du es dir gewünscht hast. danke, dass du diesen song gemacht hast. schade, dass sein inhalt immer noch eine solche relevanz hat." [sic]

Remix als Geschenk an den verstorbenen Samson Wieland

Mit an Bord sind Booz, Nura, Chima Ede, Chima Ede, Lary, Kelvyn Colt, Reezy und eben Ahzumjot, der außerdem auch die musikalische Untermalung geupdatet hat. Alle Beteiligten können ebenfalls von rassistischen Erfahrungen berichten und so ist der Song nicht nur gute Musik und eine rührende Geste für einen viel zu jung gestorbenen Freund, sondern auch etwas, wo man ganz genau zuhören sollte.

"Da, wo du wohnst, fragt der Cop nach dem Täter / da, wo ich wohn', ist es sehr wahrscheinlich jeder" (Booz)

"Sie sagen, Haare passen nicht zu deinem Namen / greifen einfach rein, ohne zu fragen" (Nura)

"Dein Dad warnt dich vor deiner Zukunft und / sagt, vermisch dich nicht mit Shaka Zulu Blut" (Chima Ede)

"Wir können nicht alle gut tanzen, aber besser als die meisten / wir können alle alles tragen, aber uns nicht alles leisten" (Lary)

"I was made aware I'm not from here in their eyes / I tried to blend and reinvent in disduise" (Kelvyn Colt)

"Da, wo dun herkommst, ist kein Platz für mich / denn meine Hautfarbe passt dir nicht" (Reezy)

"Jérôme ist sicher sowas wie ein Vorbild / den lieben wir doch alle, wenn das Tor fällt" (Ahzumjot)

Mit 6:35 Minuten hat der Remix für 2020-Verhältnisse fast schon EP-Länge. Es lohnt sich, jede Sekunde hinzuhören!

Die Musikwelt trauert: Reaktionen zum Tod von Samson Wieland

Die deutsche Musik- und Entertainmentlandschaft trauert um Samson Wieland.


SAM - “DA WO DU HERKOMMST (REMIX)“ FEAT. BOOZ, NURA, CHIMA EDE, LARY, KELVYN COLT, REEZY, AHZUMJOT

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