Berliner Polizei reagiert auf Flers Ausraster bei einer Kontrolle

Es ist 2019, Dinge verbreiten sich im Internet wie ein Lauffeuer. So ist es nicht nur bei den WhatsApp-Nachrichten aus einer internen Alpha-Gruppe geschehen, sondern nun auch bei einem Video, das Flers Partnerin aufgenommen hat, während der Rapper von der Polizei festgenommen wurde. Darin zeigt er sich gegenüber den Beamten ziemlich respektlos, weil er die Aktion laut eigenen Angaben "als Schikane empfunden" hat.

Fler beleidigt Polizisten bei Führerschein-Kontrolle

Im Video sieht man, wie Fler mit zwei Polizisten diskutiert, die ihn aus dem Verkehr gezogen haben, um seinen Führerschein zu kontrollieren. Flers Vermutung: Die Beamten müssen ihn erkannt und deshalb angehalten haben. Er beleidigt einen der beiden mehrfach als "Schwanz" und "Fanboy". Während des rund sechsminütigen Videomaterials droppt er außerdem Lines wie:

"Du kannst nicht lauter reden als ich! Du bist keine Autorität, du bist ein Witz. Dicka, ich weiß mehr als du über deinen eigenen Job."

Laut BZ hat Fler seit Juli einen neuen Führerschein, den er jedoch nicht abgeholt habe. Eigentlich ein Vergehen, bei dem es durchaus bei einer geringen Geldstrafe (hier zu einem Bußgeldkatalog) bleiben könnte – abhängig vom Verhalten des kontrollierten Verkehrsteilnehmers. Da Fler nicht unbedingt einen kooperativen Eindruck hinterlassen hat, sondern stattdessen abschätzig über mehrere Polizisten lachte, ihnen drohte und sie beleidigte, sieht er sich nun laut Angaben der BZ mit zwei Anzeigen konfrontiert: Beamtenbeleidigung und Fahren ohne Führerschein. Er soll direkt an Ort und Stelle wieder entlassen worden sein.

Innerhalb der Rapszene wird das Thema bereits zum Running Gag, aber irgendwie hat es den Sprung aus unserem Kosmos in die Mainstream-Medien geschafft. Dort passt es mal wieder perfekt in das schlechte Bild, das Außenstehende ohnehin von Rap haben. Der Focus, die Rheinische Post, die Berliner Zeitung, Watson und der Tagesspiegel haben bereits berichtet. Weil der Hashtag #Fler auf Twitter trendet, bekommt man dort jede Menge grauenhaft schlechte und nur in allerseltensten Einzelfällen unterhaltsame Kommentare zum Vorfall zu lesen.

Reaktion der Berliner Polizei auf Twitter

Die Berliner Polizei selbst hat inzwischen auf Twitter reagiert. Der Tweet mit einer halb gelungenen Anspielung aus Bushidos neuen Song "Ronin" geht grade viral:

Das Thema wird in Form von Kommentaren und mit leichter Verzögerung dann auch in Lines mancher Rapper sicher noch eine Zeit nachhallen. Dem Journalisten des Tagesspiegels, der die Aufnahmen der Festnahme geleakt hat, droht Fler mit einer Unterlassungsklage.

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Kommentare

Als euer persönlicher Kommentarspaltenanwalt möchte ich euch auf zwei kleine Ungenauigkeiten im Text aufmerksam machen, da mir sehr viel an der Qualität eurer Beiträge und an Schlaumeierei gelegen ist.

"Beamtenbeleidigung" ist kein eigener Straftatbestand, es wird rechtlich auch in keinster Weise von einer gewöhnlichen Beleidigung unterschieden. Des weiteren erhält man für das Fahren ohne Führerscheindokument keine Anzeige, die gibt es nur bei Straftaten. Man kriegt ja auch keine Anzeige wenn man geblitzt wird. Fler hat lediglich eine Ordnungswidrigkeit begangen, deshalb muss er ein Bußgeld bezahlen.

Des weiteren habe ich vollstes Verständnis für das Verhalten von Fler. Er hat Recht, es handelt sich um reine Schikane.

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"CCN" im Streaming: Fler will Bushido stoppen
Ccn

"CCN" im Streaming: Fler will Bushido stoppen

Von Paul Kruppa am 13.04.2021 - 13:56

Bushido will nach und nach sein Frühwerk auf den Streaming-Markt bringen. Ob die Gangstarap-Blaupause "CCN" auch bald auf Apple, Spotify und Co zur Verfügung steht, ist jedoch zumindest fragwürdig. Bushidos damaliger Kollabopartner Fler hat in einem neuen Interview bei 16 Bars erklärt, dass er das nicht zulassen werde.

Fler über Bushidos "CCN"-Pläne: "Er wird merken, dass er es nicht kann"

Bushido kündigte vor Wochen an, seinen Backkatalog auf Streaming-Services verfügbar machen zu wollen. Bushido schrieb seinerzeit auf Instagram dazu, dass die nächsten Wochen "anders krass" werden würden. Ein vom EGJ-Chef geteilter Vorschlag für einen Release-Plan enthielt auch "CCN" mit Fler. Die damalige Reaktion aus dem Maskulin Camp fiel eindeutig aus: "Muss glaube ich mal der Musik-Anwalt ran", entgegnete Fler. Nun bekräftigt dieser, dass Bushido das ikonische Kollaboalbum aus dem Jahr 2002 nicht ohne Weiteres auf den bekannten Portalen platzieren könne.

"Sagen kann er viel, ob er es macht am Ende [...]. Er wird auch merken, dass er es nicht kann. Gerade was die Alben angeht, die über Aggro Berlin rauskamen. Selbst wenn jemand Rechte überträgt, muss er die mit mir neu klären. Nur weil Aggro Berlin nicht mehr die Rechte an mich auswertet und ihm irgendwas überträgt, muss er die Rechte aber neu einfordern."

Generell stehe Bushido gegenwärtig "mit dem Rücken zur Wand". Die Leute im Vertrieb seien der Angelegenheit "die Dummen". Seit der Trennung von Sony kümmert sich iGroove um diesen Business-Bereich des ersguterjunge-Bosses. Auf die rechtliche Situation habe Fler den Vertrieb aus der Schweiz selbst telefonisch hingewiesen. Das Ganze werde laut Fler "nach hinten losgehen". Sollte Bushido an einer Veröffentlichung festhalten, schickt Fler schon mal vorweg, auf juristischem Weg einzuschreiten.

"Da werde ich auf jeden Fall gegen vorgehen. Alleine aus Prinzip. Für die Fans ist scheiße. [...] Er hat die Rechte nicht, ich hab die Rechte nicht. Ich kann es auch nicht rausbringen ohne ihn. [...] Er hat diesen Move jetzt gemacht - nach zehn Jahren - und da muss man halt mit Anwälten vorgehen und so."

Fler: Neues "CCN" mit Bass Sultan Hengzt?

Nach etlichen erfolgreichen Alben (vor Kurzem ging "Widder" direkt auf die #1) und Releases verfolgt Fler weitere musikalische Ziele. Er möchte sich nicht so sehr mit der Vergangenheit aufhalten.

"Ich blick nach vorne. Ich werde noch neue 'CCNs' machen. Neue Projekte, wo die Leute sagen werden: 'Boah krass, das ist ein Klassiker'. Ich halte doch nicht fest an irgendwelchen Sachen von vor 20 Jahren."

In Anspielung auf den Trademark-Sound von "CCN" ergänzt Fler, dass er noch demonstrieren werde, "wer diese Musik macht". Dabei könnte ihn womöglich Maskulin-Neuzugang Bass Sultan Hengzt unterstützen. Mit einem kräftigen Räuspern schiebt Fler nämlich hinterher: "Vielleicht Hengzt und ich Ende des Jahres?"

Auch erneuert Fler die Ernsthaftigkeit des Friedensangebots, dass er Bushido erst im Februar unterbreitete. Mit einer Reaktion rechnet Fler offenbar nicht mehr. Sein früherer Freund werde seiner Einschätzung nach "niemals die Größe besitzen", auf diesen Vorschlag einzugehen.

Fler unterbreitet Bushido Friedensangebot


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