Die Berliner Polizei ermittelt gegen Dahabflex nach dessen Auftritt im Rahmen einer Wahlkampfveranstaltung der Neuköllner Linken. Das verkündete die Innensenatorin Iris Spranger heute im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses. Die Ermittlung selbst sagt allerdings noch nichts darüber aus, ob überhaupt ein strafrechtlich relevantes Verhalten an den Tag gelegt wurde.
Dahabflex' Auftritt bei Neuköllner Linken wird von der Polizei untersucht
Konkret geht es wohl erneut um den Song "Stop The Genocide" und die darin enthaltenen Zeilen "Yallah, yallah, Intifada, Westbank, Palästina, Gaza" sowie "Death to the IDF", also "Tod der israelischen Armee". Eigentlich hatte die Polizei den Track in der Vergangenheit bereits geprüft und das Verfahren mit Blick auf die Kunstfreiheit eingestellt. Die neuen Ermittlungen sollen sich nun jedoch gegen den Gesamtauftritt bei der Linken richten, wie unter anderem der Tagesspiegel berichtet.
Dort heißt es aber auch, dass wohl noch unklar sei, ob die Staatsanwaltschaft den nötigen Anfangsverdacht teilt und dass sich bislang wahrscheinlich nur der Staatsschutz des Landeskriminalamts damit befasse. Eine Aussage über mögliche Strafbarkeit ergebe sich daraus noch nicht.
Sowohl die Linken-Spitzenkandidatin Elif Eralp als auch Kerstin Wolter, Landesvorsitzende der Berliner Linken, hatten den Auftritt von Dahabflex im Nachgang kritisiert. Hermann Nehls, Co-Vorsitzender der Linken Neukölln, erklärte daraufhin, dass Dahabflex wegen seiner Position gegen Krieg und Genozid eingeladen worden sei. Der Song "Stop the Genocide" habe aber nicht zum vorher abgesprochenen Programm gehört. Der Vorfall werde jetzt intern aufgearbeitet.
Dahabflex selbst hat zuletzt musikalisch auf die Kritik geantwortet. Unter dem Titel "Zu meiner Verteidigung" setzt er die vergangenen Tage in einem Instagram-Reel in einen Kontext. Dort rappt er, dass Rap "von Überspitzung" lebe, und prangert an, dass bei Künstlern wie Danger Dan die Kunstfreiheit in der öffentlichen Debatte in den Vordergrund rücke, während man versuche, ihm einen Strick aus dem Gesagten zu drehen. Auch stellt er die thematische Gewichtung infrage:
"Zwei Parolen sind für euch schlimmer/ Als zehntausende tote Kinder"
Mehr zu Dahabflex' ursprünglichem Statement findet ihr hier:
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