Etwas Historisches ist geschehen: Saad und Animus haben sich zum ersten Mal seit "Heavy Metal Payback 2" in einem öffentlichen Rahmen zusammengesetzt. In einem zweistündigen Gespräch im Stream von Ghazi47 haben die beiden vor allem ihre gemeinsame Verbindung gesprochen: Bushido. Laut Saad und Animus könne man stark davon ausgehen, dass sie beide von Bushido auf seinem kommenden und gleichzeitig letzten Album gedisst werden. Falls das passieren sollte, versprechen Animus und Saad dazu passende Reaktionen.
Animus über mögliche Bushido-Disses: "Dann musst du ja damit rechnen, dass eine Antwort kommen wird"
Sowohl Ghazi als auch seine Gäste würden aus sicheren Quellen schon wissen, wer alles auf Bushidos kommender Platte negativ erwähnt werden soll. Jedoch könnten weder Animus noch Saad verstehen, warum der egj-Chef überhaupt so kurz vor seinem eigentlichen Karriereende und Sprung in "die RTL-Familienwelt" noch Beef mit anderen Rappern anfangen wollen würde. Stattdessen sollte er sich lieber mit einem persönlichen Album über sein Leben verabschieden, so Animus.
Für den "Beastmode"-Rapper ergibt es zudem keinen Sinn, ihn und Saad als Ziele für einen weiteren Beef auszuwählen. Da sie Bushido schon länger kennen, hätten sie beide dementsprechend viele Hintergrundinformationen, um "neue Fässer" aufmachen zu können. "31er- und Zinkersprüche" seien da noch "das Softeste", was sie bringen könnten. Auch der Zeitpunkt von Bushidos möglichen Disses sei fragwürdig: Laut Ghazi und Saad habe der Berliner im Moment keinen "Rücken". Die Leute, die Bushido in letzter Zeit in Deutschland im Hintergrund unterstützt haben, seien angeblich vor Kurzem abgesprungen:
"Dann frag' ich mich halt: Was ist der Beweggrund? Weil, wenn du jetzt anfängst, Leute zu dissen - gerade Saad oder mich - dann musst du ja damit rechnen, dass eine Antwort kommen wird [...] Ich kann mir nicht vorstellen, dass Saad sich das einfach bieten lassen wird [...] Ich werde das ja auch nicht auf mir sitzen lassen."
Eine mögliche Erklärung für die Disses sei, dass Bushido von seinem aktuellen Ghostwriter beeinflusst werden könnte. Laut Animus soll sich 4RAS dahinter verbergen, der in der Vergangenheit schon für Zemine und Milano tätig war. Er wisse aus eigener Erfahrung, dass der "Vom Bordstein zur Skyline"-Künstler seinen Writern beim Schreibprozess sehr viel Freiheiten gebe, was das Dissen angeht. In der Vergangenheit hätten er und Saad deswegen auch ihre persönlichen Probleme mit anderen Rappern zu Bushidos Konflikten gemacht. Eine Lösung dafür hat Animus auch schon parat: Er wolle sich Bushidos Ghostwriter mal zur Seite nehmen und mögliche Konflikte persönlich besprechen.
"Es wäre ja nur fair, dass, wenn 4RAS dieses Spiel mitspielen will, er uns auch einfach mal erklären kann: Welche dieser Lines sind aus seiner Feder? Was war seine Idee, wo hat er geschrieben, wo hat er nicht geschrieben?"
Ein weiterer Grund, den sich Animus vorstellen könne, sei Bushidos Arroganz. Laut Saad und dem Podcast-Host könne sich der egj-Gründer gar nicht vorstellen, in einem Beef oder auf musikalischer Ebene zu scheitern, und lasse Kritik gar nicht erst an sich heran – was auch dazu führen würde, dass dieser aufgrund von Konflikten ständig sein Team wechseln müsse. Seine jüngsten Ghostwriter Dominik Lange ("König für immer") und eben 4RAS würden hauptsächlichen mit Pop-Artists zusammenarbeiten und deswegen die Essenz von Bushido nicht verstehen, behauptet der Podcast-Host. Das merke man laut Animus auch an dem Misserfolg seiner jüngeren Releases, seit kein anderer Rapper aus seiner Sphäre mehr mit Bushido zusammenarbeitet:
"Jetzt sieht man das Ergebnis von ständigem Teamwechsel. Das geht vielen Künstlern so, die ihr Umfeld verbrennen, ihre Produzenten, ihre Writer und so weiter und sich immer denken: 'Jeder ist ersetzbar, nur ich bin die Konstante'."
Den ganzen Talk könnt ihr euch hier anschauen. Von Minute 3:00 an geht es um Bushido:
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