Eminem vs Nick Cannon: Über einen Beef, der seit 10 Jahren nicht enden will

Das Feuer im Beef zwischen Eminem und Nick Cannon flammt wieder intensiv auf. Anfang Dezember releaste Fat Joe sein gemeinsames Album mit Dre. Auf dem Projekt ist der Track "Lord Above", auf dem auch Eminem einen Verse rappt. Hier disst er unmissverständlich Nick Cannon und seine Ex-Frau Mariah Carey, die vorher auch eine sechsmonatige Beziehung mit Eminem hatte.

"Ich weiß, dass ich und Mariah nicht im Besten auseinander gegangen sind/ Aber dieser andere Kerl ist ausgepeitscht worden, diese P*ssy hat ihn kastriert/ Hab versucht, ihm zu sagen, dass dieses Mädchen verrückt ist, bevor er seine Juwelen abgeschnitten bekommt."

("I know me and Mariah didn't end on a high note/ But that other dude's whipped, that pussy got him neutered/ Tried to tell him this chick's a nut job before he got his jewels clipped")

Fat Joe & Dre ft. Eminem & Mary J. Blige - Lord Above [Audio]

Von Jesse Schumacher am 06.12.2019 - 13:11 Das Team rund um den verstorbenen XXXTENTACION veröffentlicht mit "Bad Vibes Forever" zum Releasetag des gleichnamigen Albums ein weiteres Musikvideo zum Projekt. Als Featuregäste sind PnB Rock und Trippie Redd vertreten. Die melancholische Stimmung des Songs wird durch ein schwermütiges Gitarren-Sample untermauert.

Bevor "Lord Above" veröffentlicht wurde, ließ Fat Joe im Radio andeuten, dass Eminem anscheinend Bock auf Stress habe. Hier sagt Fat Joe:

"Shout Out an Eminem. Der Junge ist auf dem Album und es ist der respektloseste Song. Eminem hat seit Jahren nicht mehr so gereimt"

("Shout out to Eminem. You know that boy on the album. It's the most disrespectful song. Eminem has not rhymed like this in years")

Nick Cannon spricht in T.I.'s Podcast über den Beef mit Eminem

Eminems Verse auf Fat Joes Track ist scheinbar eine Reaktion auf einen Auftritt von Nick Cannon in T.I.'s Podcast "ExpediTIously". Hier spricht Cannon darüber, dass er über die Jahre versucht habe, mit Eminem in Kontakt zu treten. Er habe einen Brief geschrieben, in dem er Eminem als Künstler respektiere, seine an Carey adressierten Sticheleien aber kritisiere. Außerdem sagt er:

"Ich war für alles bereit. Ich sagte: 'Ich weiß, dass ich dich [Eminem] nicht im rappen besiegen kann, aber ich werde dir in den Arsch treten.' Das waren damals genau die Worte."

("I was ready for whatever.  I said, 'I know I'm not gonna be able to out-rap you, but I will whoop your ass")

Nick Cannon reagierte wiederum auf die Worte auf Eminems "Lord Above". Dafür nutzte er seine Morningshow "Nick Cannons Mornings" beim amerikanischen Radiosender Power 107 FM. Hier macht er sich in einem Weinachtsmannkostüm über Eminem lustig und nennt ihn einen alten Mann. Dieses Narrativ zieht er auch in anderen Captions bei Instagram fort. So postete er zum Beispiel das Cover von Fat Joes neuem Album und schreibt dazu:

"Fat Joe's Album ist [geil]. Er hat sogar eine Wohltätigkeitsarbeit geleistet und Eminem aus seinem Grab, ich meine, aus seiner Höhle geholt"

("Fat Joe's album is [fire]. He even did some charity work and dug Eminem out his grave, I mean, cave")

Seit dem erneut entfachten Konflikt zwischen den beiden Rappern nutzt Nick Cannon fast jede Gelegenheit, um auf seinem Instagram gegen Eminem zu wettern. Auf einem Konzert in Atlanta imitiert er zum Beispiel Freddie Krüger aus dem Horrorfilm "A Nightmare on Elmstreet" und animiert das Publikum, ihm bei seinem Gag zu helfen.

Nick Cannon veröffentlicht Disstrack "The Invitation" gegen Eminem

Wie es sich für einen ordentlichen Beef zwischen Rapper*innen gehört, belässt es Nick Cannon aber nicht nur bei Sticheleien in den sozialen Netzwerken, sondern veröffentlichte den Disstrack "The Invitation" gemeinsam mit Suge Knight

Im Intro des Tracks ist außerdem Suge Knight zu hören, wie er in einem Telefonat Eminem eine "Bitch" nennt. Suge Knight befindet sich aktuell im Gefängnis, weil er wegen Totschlag verurteilt wurde. Cannon verspottet im Track Eminem, seine Ex-Frau Kim und seine Kinder. So rappt Cannon auf "The Invitation":

"Ruf Kim an, dass jemand Hailey holt und das andere Kind, das du großziehst, das nicht mal dein Baby ist"

("Call Kim, somebody get Hailey and that other kid you raising that ain't even your baby")

Doch auch Mariah Carey spielt wieder eine Rolle, ohne dabei selbst aktiv zu werden. Cannon rappt weiter:

"Meine baby mama hat dich vor einem Jahrzehnt getötet/ Du weinst immer noch darüber, Schlampe, wer ist jetzt wirklich die Nutte?"

("My baby mama killed you off a decade ago/You still crying about it bitch, now who really the hoe?")

Weiterhin sagt er, Eminem habe Sex mit einem Mann gehabt, während sein Chauffeur das Ganze auf Video aufgenommen haben soll. Cannon versucht auf Twitter seine Worte zu belegen, indem er behauptet, Eminems Anwalt habe ihn bereits kontaktiert.

Nick Cannon on Twitter

FACTS! His lawyers didn't want that one out! They already on my linet https://t.co/BuVwi4EXeX

Eminem spielt das Spiel weiter munter mit und reagiert ebenfalls auf Twitter auf diese expliziten Zeilen.

Marshall Mathers on Twitter

U mad bro? Stop lying on my dick. I never even had a chauffeur, you bougie f*ck.

Die beiden Songs "Lord Above" und "The Invitation" sind nicht die ersten adressierten Disstracks der beiden Rapper. Bereits seit 10 Jahren läuft der scheinbar nicht enden wollende Streit zwischen Eminem und Nick Cannon. Damit hat die Fehde zwischen den beiden sogar schon eine längere Tradition, als der Beef zwischen Bushido und Fler.

Fler über Bushido-Diss: "Krieg, kein Entertainment"

Von David Molke am 06.12.2019 - 18:01 Die Hiphop.de Awards 2019 befinden sich in vollem Gang. Das heißt, dass du noch bis zum 2. Januar 2020 für deine Favoriten des Jahres 2019 abstimmen kannst. Dabei gibt es wie jedes Jahr auch dieses Mal wieder die Kategorie zum Video des Jahres.

Der 10-Jährige Beef zwischen Eminem und Nick Cannon

Alles begann im Jahr 2009, als Eminem sein Album "Relapse" veröffentlichte. Auf dem Projekt befindet sich der Track "Bagpipes from Baghdad". Hier wettert Eminem das erste Mal gegen Cannon und Mariah Carey. Aufgrund der vorangegangen Beziehung zwischen Eminem und Carey, kam die Vermutung auf, dass Eminem seine Ex wieder zurückgewinnen wolle. Eminem stritt das damals ab. Unter anderem bedroht er Maria Carey, widmet sich aber auch Cannon. In dem Track rappt er:

"Nick Cannon, du Arsch, ich wünsche dir Glück mit der verdammten H*re"

("Nick Cannon, you prick, I wish you luck with the f*ckin' whore")

Eminem veröffentlicht den ersten Disstrack

Wie Complex berichtet, sollen Eminem und Cannon daraufhin einen "Twitter-Krieg" gestartet haben. In einem mittlerweile gelöschten Tweet, habe Cannon laut hiphopdx geschrieben:

"Ich weiß nicht, warum sich noch niemand gegen deinen Schlampenarsch erhoben hat. (...) ich werde unerbittlich sein. Auch wenn ich viele andere Verpflichtungen und Berufe habe, bist du mein neuer Vollzeitjob 'homey'!"

("I don't know why no one has stood up to your b*tch ass yet, but I guess it's going to take a corny, wack rapping, boy toy from Nickelodeon to set you straight. And trust, I am going to be relentless. Even though I got a lot of other obligations and occupations, you are my new full time job 'homey'!")

Maria Carey reagiert mit "Obsessed"

Als Reaktion auf "Bagpipes from Bagdhdad" veröffentlichte nicht Cannon, sondern Mariah Carey mit "Obsessed" eine musikalische Antwort. Zwar erwähnt sie Eminem nicht namentlich, doch das Video zum Song veranlasste viele zu der Vermutung, dass der Song an ihn gerichtet ist. In dem Musikvideo ist ein Mann zu sehen, der Mariah Carey durch die Straßen von New York verfolgt. Der Stalker habe äußerliche Ähnlichkeiten zu Eminem.

Eminem droppt "The Warning"

Auch Eminem scheint diese subtile Anspielung auf seine Person aufgefallen zu sein. Einen Monat später veröffentlicht er die Single "The Warning". In dem Track rappt er:

"Soll ich das in dem Video mit dem Spitzbart sein?"

("Is that supposed to be me in the video with the goatee?")

Im weiteren Verlauf des Tracks rappt er über die Beziehung zwischen Cannon und Carey und beleidigt die Sängerin auf unterschiedlichste Weise.

Nick Cannon veröffentlicht Disstrack "I'm a Slick Rick"

Nachdem es danach schien, dass Cannon auf Versöhnungs-Kurs mit Eminem war, drehte sich diese Richtung, als der Rapper "I'm a Slick Rick" droppte. Der Name des Tracks rührt daher, dass Cannon hier einen ähnlichen Flow wie Slick Rick benutzt. Inhaltlich wirft er Eminem vor, dass er über seine Beziehung zu Maria Carey gelogen habe. Cannon rappt auf dem Song:

"Eminem warum lügst du?/ Weil du keinen mehr hoch bekommst"

("Eminem, why you lying on your dick?/ Erectile dysfunction")

Zur gleichen Zeit wollte Cannon auch einen Boxkampf mit Eminem anzetteln - dazu ist es aber nie gekommen. Der Beef schien auf Eis gelegt, da Eminem nicht mehr mit einem neuen Disstrack reagierte.

Nachdem sich die beiden jahrelang in den sozialen Medien gegenseitig anstachelten und Cannon Eminem nocheinmal zu einem Boxkampf herausforderte, war Musik als Streitmittel eher eine Ausnahme. Jetzt schreiben wir das Jahr 2019 und wie die aktuellen Geschehnisse zeigen, ist der Beef wieder voll entflammt – samt Disstracks.

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Public Enemy wieder vereint: Flavor Flavs Rauswurf war angeblich nur Promo

Public Enemy wieder vereint: Flavor Flavs Rauswurf war angeblich nur Promo

Von Michael Rubach am 01.04.2020 - 17:37

UPDATE vom 01. April:

Chuck D hat den Rausschmiss von Flavor Flav bei Public Enemy zum großangelegten Aprilscherz erklärt. Der öffentliche Streit samt Verbannung aus der Gruppe sei laut Chuck D Teil einer Marketing-Kampagne für das Album "Loud Is Not Enough" gewesen. Die Platte ist heute erschienen und enthält mit "Food As A Machine Gun" auch einen Track, auf dem die vermeintlichen Streithähne zusammen zu hören sind.

Seinen angeblichen PR-Coup enthüllte Chuck D im Podcast People's Party bei einem Gespräch mit Talib Kweli. Chuck D sei bei der Aktion von Orsons Wells "Krieg der Welten" inspiriert gewesen. Auch könne er Flavor Flav gar nicht feuern, da die beiden Partner seien. Kurzerhand erklärt er den 1. April noch zum "April Flav Chuck Day". Hier kannst du "Loud Is Not Enough" hören:

Loud Is Not Enough

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UPDATE vom 03. März:

Flavor Flav hat sich zu seinem Rauswurf via Twitter geäußert. Er sei "sehr enttäuscht" von Chuck D. Gleichzeitig betonte er, dass er und Chuck D Partner seien und es kein Public Enemy ohne Flavor Flav gebe. Auch wendete sich der Verstoßene direkt an Chuck D und sagte, dass man die Sache doch wieder in den Griff bekommen könne.

FLAVOR FLAV on Twitter

@MrChuckD And .@MrChuckD,,,i didn't sue you on Friday,,,i asked the @berniesanders campaign to correct misleading marketing,,,that's all it was,,,I'm not your employee,,,i'm your partner,,,you can't fire me,,,there is no Public Enemy without Flavor Flav,,,so let's get it right Chuck,,,

Original-Meldung vom 2. März:

Flavor Flav ist wohl nicht länger Mitglied von Public Enemy. Chuck D hat in einem Statement, das mehreren US-Portalen vorliegt, ziemlich klare Verhältnisse geschaffen:

"Public Enemy und Public Enemy Radio werden ohne Flavor Flav weitermachen. Wir danken ihm für seinen jahrelangen Einsatz und wünschen ihm alles Gute."

("Public Enemy and Public Enemy Radio will be moving forward without Flavor Flav. We thank him for his years of service and wish him well.")

Chuck D erklärt Trennung von Flavor Flav

Für eine Wahlkampfveranstaltung von US-Demokrat Bernie Sanders hatte sich Public Enemy angekündigt. Flavor Flav wollte von der Veranstaltung jedoch nichts wissen. Er lies über seinen Anwalt verlauten, dass ohne sein Einverständnis mit seinem Image geworben werden würde. Flavor Flav unterstütze aber niemanden im Wahlkampf – auch nicht Bernie Sanders.

Diese politische Argumentation lässt Chuck D nicht gelten. Er schrieb auf Twitter, dass Flavor Flav nicht einmal den Unterschied zwischen Bernie Sanders und Barry Sanders (Footballspieler) kenne.

Flavor Flav sei hingegen jemand, der sich nur für Geld bewege. Benefiz-Veranstaltungen oder gemeinnützige Events ohne Gage kämen ihm nicht in den Sinn. Mit so einer Person möchte Chuck D augenscheinlich nicht weiter zusammenarbeiten.

Chuck D on Twitter

last final note the last final note was my last straw was long ago. It's not about BERNIE with Flav... he don't know the difference between BarrySanders or BernieSanders he don't know either. FLAV refused to support @Sankofa after @harrybelafonte inducted us. He don't do that

Chuck D on Twitter

Spoke @BernieSanders rally with @EnemyRadio. If there was a $bag, Flav would've been there front & center. He will NOT do free benefit shows. Sued me in court the 1st time I let him back in.

Chuck Ds Anwalt teilte zudem mit, dass sein Mandant die Rechte an der Marke Public Enemy besitze und dieser den Namen verwenden könne, wie es ihm beliebt. Auch die einprägsamsten Lines von Flavor Flav gingen auf das Konto von Chuck D. Das Tischtuch zwischen den (ehemaligen) Bandkollegen scheint vorerst zerschnitten.

Chuck D setzte Flavor Flav ein Ultimatum

Kurz vor dem nun erfolgten Rausschmiss räumte Chuck D seinem Kollegen gegenüber dem Portal HipHopDX noch eine Frist von einem Jahr ein, um "sich zusammenzureißen". Doch die Zeit als Bandmitglied bei Public Enemy scheint für Flavor Flav endgültig abgelaufen zu sein – trotz ikonischer Uhr um den Hals.

Schon 2017 verklagte Flavor Flav sein Band wegen ausstehender Zahlungen im Kontext des letzten Albums "Nothing Is Quick In The Desert". Flavor Flav ist Gründungsmitglied der legendären Formation, die sich seit über 30 Jahren vor allem durch sozialkritische Texte auszeichnet.

Den Auftritt von Public Enemy bei der Veranstaltung von Bernie Sanders kannst du hier sehen (ab 01:57:30):


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