Banksy sponsert Sea-Watch ein Schiff zur Seenotrettung

Streetart-Ikone Banksy hat der Seenotrettungs-Initiative Sea-Watch die finanziellen Mittel zum Kauf eines neuen Schiffs beschert. Die Louise Michel befindet sich bereits im Einsatz und wurde offenkundig von dem britischen Künstler nicht nur gesponsert, sondern auch bemalt.

Banksy unterstützt zivile Seenotrettung

Die englische Zeitung The Guardian hat genauer über die besondere Spende des Künstlers berichtet. Via E-Mail habe sich Banksy im September 2019 mit der Kapitänin Pia Klemp in Verbindung gesetzt. In einer dem Guardian vorliegenden Nachricht bringt er seinen Respekt für die Arbeit von Sea-Watch zum Ausdruck und verdeutlicht, dass er die Einnahmen aus seinem künstlerischen Engagement in Bezug auf die weltweiten Fluchtbewegungen nicht für sich behalten könne. Also wirft er einen Vorschlag in den Raum:

"Könntest du es gebrauchen, um ein neues Boot oder so zu kaufen? Bitte lass es mich wissen. Super Arbeit. Banksy."

("Could you use it to buy a new boat or something? Please let me know. Well done. Banksy.")

Die daraufhin gekaufte Motoryacht soll laut der Zeitung früher dem französischen Zoll gehört haben. Das Schiff sei zwar kleiner, aber dafür schneller als übliche Rettungsschiffe der zivilen Seenotrettungsorganisationen. Wie Sea-Watch auf Twitter schreibt, war das Banksy-Boot schon an Aktionen im Mittelmeer beteiligt und hat dort Einsätze abgesichert. 89 Menschenleben seien so gerettet worden.

Was die Louise Michel weiterhin von anderen NGO-Schiffen unterscheidet, ist ebenfalls mit dem bloßen Auge gut erkennbar. Banksy hat sich offenbar künstlerisch ausgetobt. So ist auf Fotos ein Mädchen mit einem herzförmigen Rettungsring zu sehen. Darüber hinaus wurden weite Teile des Schiffs pink bemalt. Wer die Mission von Sea-Watch und im Speziellen der Louise Michel unterstützten möchte, kann hier spenden.

Banksys Arbeiten beschäftigen sich permanent mit gesellschaftlichen Problemen und Schieflagen. Der anonyme Künstler legt mit seinen Werken und Aktionen immer wieder aufs Neue den Finger in die Wunde. Der U-Bahn in London stattete er kürzlich einen Besuch ab, um für das Tragen einer Maske im öffentlichen Nahverkehr zu werben.

Banksy wirbt mit neuem Werk fürs Maskentragen

Streetart-Star Banksy hat die U-Bahn in London besucht und einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Eventuell sogar der Künstler selbst hat das Innere eines Waggons mit Bildern von Ratten verziert. Warum? Weil er darauf aufmerksam machen will, dass wir weiterhin inmitten einer Pandemie stecken, die uns gegenseitige Rücksicht abverlangt.

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FGUN $HAKI klärt in neuem Track über Afghanistan auf

FGUN $HAKI klärt in neuem Track über Afghanistan auf

Von Djamila Chastukhina am 16.08.2021 - 15:57

SSIO-Signing FGUN $HAKI veröffentlicht vor Kurzem den Ausschnitt eines Songs, in dem er auf die aktuelle Situation in seinem Heimatland Afghanistan aufmerksam macht. Nachdem die Taliban den Großteil des Landes eingenommen hat, herrscht Aufbruchsstimmung: Viele Menschen wollen das Land verlassen und sich in Sicherheit bringen. 

FGUN $HAKI macht auf Taliban-Vormarsch in Afghanistan aufmerksam

Afghanistan ist laut dem Global Peace Index das gefährlichste Land der Welt. Seit Tagen überschlagen sich die Meldungen: Die Terrorgruppe Taliban hat fast alle Regionen des Landes eingenommen. Der Präsident Aschraf Ghani flieht ins Ausland – und hunderttausende Bewohner*innen versuchen nun dasselbe.

FGUN $HAKI nutzt seine Plattform als Rapper und äußert sich in einem Track zu den aktuellen Geschehnissen: 

"Sie woll'n uns totschweigen / Ich kann nicht ruhig bleiben /

Ich seh' euch dort leiden / Wenn sie euch forttreiben"

 

"Der Rest der Welt schaut weg / Verliert bald meinen Respekt"

Er kritisiert nicht nur die Lage in seinem Heimatland, sondern auch den Umgang damit hierzulande und möchte, dass mehr über die Situation gesprochen und aufgeklärt wird, statt sie "totzuschweigen". In der Caption des Videos möchte er weiterhin aufklären und gibt ein wenig Hintergrundwissen zu dem, was gerade passiert: Laut $HAKI werden Menschen aus ihren Dörfern vertrieben, Frauen und Kinder werden misshandelt und ihnen werden die Rechte genommen. Zufluchtsorte für die Geflohenen seien zudem überfüllt und böten nicht genügend Lebensmittel.

Angesichts der Umstände, unter denen viele Menschen aktuell in Afghanistan leben, ruft der Kölner dazu auf, sich mit der Situation auseinanderzusetzen und zu helfen, wo man kann:

"Ich würde euch alle darum bitten, eure Mitmenschen über die aktuelle Lage zu informieren & mit uns gemeinsam zu versuchen, die bestmögliche Hilfe von außen zu leisten. Für diejenigen die sich auch beteiligen möchten, werde ich verschiedene Links zu Verfügung stellen, von seriösen, etablierten Stiftungen bei dem euer Geld, garantiert zu 100% zum Wohle der Menschen in Afghanistan genutzt wird. Vor allem möchte ich zu Spendenaufrufen für Kinder in der Not aufmerksam machen, da es etlich viele gibt, die zurzeit verwahrlost, teils ohne Eltern, Essen und Trinken ums Überleben kämpfen. Mein aufrichtiges Beileid und Gedenken gehen raus an alle unschuldigen Opfer des Krieges. Zusammen sind wir stark und können was bewirken!"

In seiner Instagram Bio teilt der Rapper Spendenlinks für die Kindernothilfe Ayas Stiftung, Save the Children Afghanistan und Unicef Afghanistan

Kritik an westlichen Ländern: "Schmerzhafte Niederlage"

Der ZDF-Chefredakteur Peter Frey äußert sich in einem Kommentar ebenfalls zum Taliban-Vormarsch. Er bezeichnet ihn als eine "schmerzhafte Niederlage des Westens" und kritisiert die westlichen Länder, wie beispielsweise die USA, für mangelnde Verantwortungsübernahme:

"Der Westen, das muss man heute so hart sagen, hat alle verraten, die an Demokratie und Gleichheit der Geschlechter, an Bildung für Mädchen, an Musik, Tanz und Lachen geglaubt haben."

Der Fall zeige laut Frey, dass Deutschland ohne die Unterstützung der USA - welche ihre Truppen zuvor zum Teil aus Afghanistan abgezogen haben - nicht handlungsfähig sei. Es gebe jedoch nicht nur ein politisch-militärisches Versagen. Auch moralisch habe Deutschland versagt, da Ortskräfte, wie das Botschaftspersonal, nun "im Stich gelassen" wurden.

Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht derweil von "bitteren Stunden" in Afghanistan. Es werde jedoch mit allen Mitteln versucht, deutsche Staatsangehörige, Angehörige der Botschaft und Ortskräfte in einer Aktion der Bundeswehr zu retten und nach Deutschland zu holen.

Viele Organisationen wie Sea Eye oder Seebrücke zeigen, wie man helfen kann, auch ohne zu spenden: Es besteht die Möglichkeit Abgeordneten zu schreiben, Petitionen zu unterzeichnen und sich und andere weiterhin zu informieren.

Mehr Informationen dazu gibt es hier:


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