Auftritt im Wahlkampf der Linken: Rapper Dahabflex antwortet auf Kritik

Der Neuköllner Bezirksverband der Linken wird zurzeit stark kritisiert, sowohl von anderen Parteien als auch aus den eigenen Reihen. Grund dafür ist eine Wahlkampfveranstaltung am Samstagabend, bei der Dahabflex während eines Auftritts israelkritische Aussagen tätigte. Dem Rapper selbst "fehlen die Worte".

Dahabflex rappt "Stop the Genocide": Linke Neukölln steht unter Kritik 

Unter dem Motto "Wütend auf den Kapitalismus!" organisierte die Neuköllner Linke gemeinsam mit Theaterregisseur Volker Lösch am Wochenende eine Wahlkampfveranstaltung in dem Berliner Bezirk. Das musikalische Programm lieferten dabei unter anderem Antifuchs und Dahabflex.

Letzterer hat mit seinem Song "Stop the Genocide", den er dort performte, eine öffentliche Kontroverse ausgelöst. Vor allem die Lines "Yallah, yallah, Intifada, Westbank, Palästina, Gaza" sowie "Death to the IDF", also "Tod der israelischen Armee", werden kritisch beäugt.

Linken-Spitzenkandidatin Elif Eralp sowie Kerstin Wolter, Landesvorsitzende der Berliner Linken, kritisieren den Bezirksverband ihrer eigenen Partei massiv. "Aufrufe zur Gewalt und zur Tötung von Menschen sind absolut inakzeptabel", sagt Eralp. Ihrer Meinung nach hätten die Verantwortlichen sofort reagieren müssen. 

Hermann Nehls, Co-Vorsitzender der Linken Neukölln, sagte am Sonntag, dass Dahabflex wegen seiner Position gegen Krieg und Genozid eingeladen worden sei. Der Song "Stop the Genocide" habe aber nicht zum vorher abgesprochenen Programm gehört. Der Vorfall werde nun intern aufgearbeitet.

Dahabflex kritisiert den Umgang mit seinem Auftritt

In mehreren Instagram-Storys arbeitet Dahabflex die Berichterstattung und den öffentlichen Diskurs über seinen Auftritt auf. Zunächst blendet er einige Screenshots diverser Artikel ein und schreibt dazu: "Mir fehlen die Worte." Seiner Meinung nach werde die gesamte Veranstaltung öffentlich aus dem Kontext gerissen und auf seine beiden Lines reduziert. Doch "anstatt auf die verzerrte Berichterstattung aufmerksam zu machen", so Dahabflex, "wirft man seine Parteigenoss*innen den Wölfen zum Fraß vor".

Auch Aussagen der Landeschefin Kerstin Wolter sieht der Rapper kritisch. Sie sagte, dass der Aufruf zur Tötung von Zivilisten und Soldaten "gar nicht" gehe – Dahabflex hingegen fragt sich, wann er jemals zur Tötung von Zivilisten aufgerufen haben soll.

Wegen ähnlicher Aussagen wurde Bob Vylan-Frontmann Pascal Robinson-Foster im Juni die Einreise nach Deutschland verwehrt. Das Einreiseverbot ist inzwischen wieder aufgehoben worden. Mehr dazu hier:

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