ASAP Rocky will schwedischen Häftlingen helfen

Nachdem ASAP Rocky in diesem Sommer jede Menge Ärger mit der schwedischen Justiz hatte, will der Rapper bald nach Stockholm zurückkehren. In der Stadt, in der er für einen Monat lang wegen Körperverletzung im Gefängnis saß, möchte Rocky ein Konzert spielen. Außerdem plant er, seine Mithäftlinge mit Sachspenden zu unterstützen. 

ASAP Rocky will Situation schwedischer Einwanderer verbessern

In dieser Woche hat ASAP Rocky dem US-Portal TMZ ein kurzes Interview gegeben. Darin spricht Rocky über seine schwierige Zeit in Schweden und begründet, warum er in naher Zukunft wieder nach Stockholm reisen wird: 

"Die Zeit im Gefängnis hat mir die Augen für die Notlage der schwedischen Einwanderer geöffnet. Ich bekam Unterstützung von anderen Gefangenen, denen es noch viel schlechter ging als mir" 

A$AP Rocky Says He's Going Back to Sweden to Help Immigrants, Mum on Trump | TMZ

A$AP Rocky says his time behind bars in Sweden is exactly why he's returning to that country -- which seems insane -- but he's on a mission to help the inmates and immigrants he met there. SUBSCRIBE: http://po.st/TMZSubscribe About TMZ: TMZ has consistently been credited for breaking the biggest stories dominating the entertainment news landscape and changed the way the public gets their news.

ASAP Rocky wolle die Situation der Einwanderer in Schweden verbessern. Einen ersten Schritt will er mit einem Konzert am 11. Dezember in Stockholm machen. Die Einnahmen sollen komplett an die Organisation "FARR", das schwedische Netzwerk für Flüchtlingshilfe", gespendet werden. Darüber hinaus kann sich Rocky auch eine Live-Show im Gefängnis Kronoberg, in dem er einsaß, gut vorstellen. Allerdings bezweifelte er Interview, dass man ihn dort spielen lasse. 

ASAP Rocky möchte Pullover und Jogginghosen spenden

Die schwedische Zeitung Aftonladet schreibt zudem, dass Rocky außerdem beabsichtigen soll, die Gefängnisinsassen mit Kleidung zu versorgen. So soll er den Leiter der Haftanstalt gefragt haben, ob er grüne Pullover und Jogginghosen spenden dürfe. Mit einigen Mithäftlingen soll Rocky sich demnach angefreundet haben. 

ASAP Rocky landete hinter schwedischen Gardinen, weil er am 30. Juni mit zwei Begleitern einen jungen Mann auf der Straße verprügelt haben. Wie er selbst sagte, provozierte der Mann Rocky und seine Entourage bis aufs Äußerste. Die schwedische Staatsanwaltschaft verurteilte ihn nach einem Monat in U-Haft wegen Körperveletzung. Rocky und seine Begleiter bekamen eine Geld- und Bewährungsstrafe. 

Viele US-Stars solidarisierten sich mit ASAP Rocky und sprachen davon, nicht mehr nach Schweden zu reisen. Auch US-Präsident Donald Trump machte sich für eine Freilassung Rockys stark. Allerdings schlug ihm die Kritik ins Gesicht, dass er die Situation rund um den Rapper nur für seinen eigene Wahlkampf nutze. 

ASAP Rocky kommt frei: Reaktionen der US-Szene

Die Haft für ASAP Rocky in Schweden ist vorbei. Nachdem der Rapper und zwei Männer seiner Entourage vor einem Monat in Stockholm festgenommen wurden, kommt Rocky nun frei. Auch die beiden anderen inhaftierten Männer durften das Gefängnis verlassen. Von den im Raum stehenden Vorwürfen freigesprochen sind das Mitglied des ASAP Mobs und seine Begleiter damit allerdings noch nicht.

ASAP Rocky jedenfalls scheint keinen Groll mehr auf Schweden zu hegen. Am 11. Dezember kehrt er wieder in das Land zurück - in guter Absicht. 

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Petition für Schwesta Ewa: Das sagt ein Anwalt

Petition für Schwesta Ewa: Das sagt ein Anwalt

Von David Molke am 16.01.2020 - 20:33

Schwesta Ewa sitzt seit wenigen Tagen im Gefängnis. Am Sonntag, dem 12. Januar musste sie ihre Haftstrafe antreten, und zwar alleine. Ursprünglich hatte die Rapperin gehofft, gemeinsam mit ihrer Tochter Aaliyah in eine Mutter-Kind-Einrichtung zu kommen. Ihr Wunsch wurde allerdings abgelehnt. Nun regt sich Widerstand gegen diese Entscheidung und Fans unterzeichnen fleißig eine Petition. Aber wie stehen die Chancen auf Erfolg der Petition und was spielt dabei eine Rolle? Wir haben dazu einen Anwalt befragt.

Schwesta Ewa darf nicht mit ihrer Tochter in Mutter-Kind-Haft

Darum geht's: Schwesta Ewa ist seit Januar 2019 stolze Mutter. Seitdem war ihre Tochter Aaliyah der Lebensmittelpunkt und das Haupt-Thema. Letzten Sonntag musste Schwesta Ewa dann zum Haftantritt. Die Unterbringung in eine Mutter-Kind-Einrichtung wurde aber nicht genehmigt. Sehr zum Leidwesen der Rapperin, die ihrem Unmut auf Instagram Luft machte.

"In der wichtigsten Phase des Lebens, wo in den ersten 2 Jahren das Urvertrauen aufgebaut wird. Aaliyah wird die Bindung zu mir verlieren, es zerfrisst mich innerlich, es tötet mich einfach."

Warum nicht? Es gibt nur eine derartige Justizvollzugsanstalt in Nordrhein-Westfalen. Die nimmt laut der offiziellen Webseite nur Frauen auf, die für den offenen Vollzug geeignet sind. Laut der Bild soll ein Sprecher der Einrichtung die Ablehnung von Schwesta Ewa wie folgt begründet haben.

"Nach unserer Einschätzung ist Ewa Malanda von der Persönlichkeitsstruktur her höchst manipulierbar und gewaltbereit. Wir empfehlen, dass sie sich zunächst im geschlossenen Vollzug bewähren soll."

Schwesta Ewa muss wohl ohne ihr Kind ins Gefängnis

Dass Schwesta Ewa ins Gefängnis muss, steht schon eine ganze Weile fest. Jetzt wird wohl eine der größten Sorgen der stolzen Mutter wahr: Offenbar darf sie nicht gemeinsam mit ihrer Tochter in eine Mutter-Kind-Haftanstalt. Das heißt, dass Mutter und Tochter für die Zeit der Haftstrafe wohl oder übel voneinander getrennt werden.

Rapper*innen & Fans solidarisieren sich mit Schwesta Ewa

Unterstützung von Kolleg*innen: Viele Fans posten seit Schwesta Ewas Haftantritt haufenweise wohl eher wenig hilfreiche #freeewa-Hashtags. Schwesta Ewa selbst hat mehrfach verlauten lassen, sie sei bereit und willens, ihre Strafe abzusitzen. Nur die Trennung von ihrer Tochter sei das Problem, was viele Fans und Kolleg*innen wohl ähnlich sehen.

Support kommt unter anderem von:

  • Loredana
  • Juju
  • Xatar
  • Katja Krasevice
  • Pietro Lombardi
  • Cora Schumacher
  • Leticia Wala-Ntuba

Petition gestartet: Um Schwesta Ewa zu helfen, wurde sogar eine Petition gestartet. Die heißt schlicht "Mutter-Kind-Rechte Ewa Malanda & JEYLA AALIYA" und kommt mittlerweile auf fast 77.000 Unterstützer*innen. Im Beschreibungstext heißt es unter anderem, dass Schwesta Ewas Rap-Karriere nichts mit ihrer mütterlichen Fürsorge zu tun habe.

"Ewa ist vorbestraft und inhaftiert wegen Steuerhinterziehung und Körperverletzung. Es besteht keine Kindeswohlgefährdung, wir möchten, dass Ewa Malanda und ihr Kind in einer Mutter-Kind-Einrichtung untergebracht wird."

"Der Antrag auf eine Mutter-Kind-Einrichtung wurde abgelehnt, trotz vom Jugendamt ausgestellter schriftlichen Sozialprognose, in der heraus kristallisiert wird, dass es weder eine Kindeswohlgefährdung gibt, noch, dass sie sozial benachteiligt ist; sie soll sich bewähren."

Mutter-Kind-Rechte Ewa Malanda & JEYLA AALIYAH

Schwester Ewa ist seit dem 12.01.2020 um 21:00 in Haft, ohne ihre Tochter Jeyla Aaliyah, die gerade 1 Jahr alt ist. Ewa ist vorbestraft und inhaftiert wegen Steuerhinterziehung und Körperverletzung.

Das sagt der Anwalt zur Petition für Schwesta Ewa

Ohne Akteneinsicht und genaue Kenntnis der Sachlage ist es natürlich immer schwierig, überhaupt eine Einschätzung zu der ganzen Angelegenheit abzugeben. Nichtsdestotrotz konnten wir von einem Anwalt einige allgemeine Gedanken und Anregungen zu Schwesta Ewas Lage und der sie betreffenden Petition bekommen. Vor allem aber noch mehr Fragen.

Kindeswohl hat Vorrang: Generell geht es in erster Linie und vor allem immer um das Kind und dessen Wohl. Dabei spielt das Umfeld natürlich eine wichtige Rolle und das dürfte auch die Entscheidungen der verantworlichen Richter beeinflussen. Wer sind die Verwandten, bei denen das Kind jetzt untergebracht sein soll und wäre Schwesta Ewas Tochter bei ihr besser aufgehoben oder nicht?

Auch die Frage danach, wieso Schwesta Ewa im Gefängnis sitzt, ist in diesem Zusammenhang nicht ganz unerheblich. Bei Gewaltdelikten wird oft anders entschieden, als es bei reinen Finanzdelikten der Fall sein könnte. Auch die Vorstrafen von Schwesta Ewa beeinflussen das Ganze womöglich negativ.

Kann die Petition helfen? Zwei Dinge wirken im Zusammenhang mit der Petition besonders wichtig: Handelt die Erstellerin der Petition wirklich im Sinne und Interesse der Angeklagten beziehungsweise Inhaftierten, gibt es da irgendeine Art des Mandats oder einen Auftrag?

Falls nicht, besteht hier die Gefahr, dass der so entstehende öffentliche Druck eher kontraproduktiv sein könnte. Möglicherweise wollen Schwesta Ewa und ihre Anwälte gar nicht, dass hier ohne Kenntnis der wahrscheinlich schon angestoßenen Prozesse im Hintergrund einfach Öl ins Feuer der öffentlichen Wahrnehmung gegossen wird.

Die zweite große Frage ist die, an wen sich die Petition richtet. Ob sich der Bundespräsident und das Justizministerium der Angelegenheit annehmen, bleibt fraglich. Auf der Avaaz.org-Seite wird auch die "Mutter-Kind-Einrichtung JVA" als Ziel der Petition angegeben, was allerdings noch weniger Aussicht auf Erfolg verspricht.

Die Einrichtung selbst kann da nämlich wohl nur wenig bis gar nichts machen. Die Frage, ob Schwesta Ewa in eine Mutter-Kind-JVA darf, wird eher von Richter*innen getroffen. Das heißt, dass die Petition höchstwahrscheinlich gar nicht mit Ewas Anwälten abgeklärt ist und die Bemühungen der Sache vielleicht sogar eher schaden könnten.

Wir haben bei Schwesta Ewa beziehungsweise AON um ein Statement zu der ganzen Angelegenheit gebeten. Sobald wir eine Antwort erhalten, findet ihr sie hier.

Was sagt ihr zu der Petition, glaubt ihr, sie bringt was?


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