Was Apple Music pro Stream an Künstler*innen zahlt

In einem Brief hat Apple Music sich kürzlich an Künstler*innen, Labels und Verlage gewandt. Auf dieses Schreiben bezieht sich unter anderem das Wall Street Journal. Thema: die Bezahlung im Streaming-Zeitalter. Zum ersten Mal legte Apple Music offen, mit welchen Zahlen Künstler*innen rechnen können.

Das zahlt Apple den Artists pro Stream

Die wohl meistverbreitete Info aus dem Brief: Im Durchschnitt bezahlt Apple Music einen Cent pro Stream. Dabei macht die Plattform laut eigenen Angaben keinen Unterschied zwischen Artists, die beim Major unter Vertrag stehen und Künstler*innen, die es unabhängig versuchen.

"Während andere Streaming-Services Independent-Labels einen wesentlich niedrigen Preis zahlen als den Major Labels, zahlen wir allen Labels den gleichen Preis. Das bedeutet, dass Artists ihre Musik nach Belieben vertreiben können, da sie wissen, dass Apple den gleichen Preis zahlt. [...] Wir glauben an den gleichen Wert aller Musik."

("While other services pay some independent labels a substantially lower rate than they pay major labels, we pay the same headline rate to all labels. This means artists can distribute music however they like, knowing Apple Music will pay the same rate. Sign with a label or stay independent; we believe in the value of all music.")

Außerdem gibt Apple an, dass 52 Prozent der Abo-Einnahmen an die Labels fließen würden. Das wäre gleichbedeutend mit 52 Cent pro Euro. Zum Vergleich: Spotify erklärt, dass zwei Drittel jedes Euros, der durch Abo-Einnahmen & die Nutzer*innen reinkommt, letztlich an die Rechteinhaber*innen geht. Ein Streaming-Dienst bezahlt die Artists generell nicht direkt. Stattdessen wandert das Geld zunächst zu den Labels, Verlagen und Co, welche dann wiederum die Künstler vergüten.

2020 hat Apple demnach Geld an fünf Millionen Künstler*innen ausgeschüttet. Dies seien eine Million Artists mehr als noch 2019. Seit 2017 habe sich zudem die Zahl der Künstler*innen, die mehr als 50.000 Dollar im Jahr generieren verdoppelt. Apple zählte 2019 um die 60 Millionen Abonnent*innen. Marktführer in dieser Hinsicht ist Spotify. Der Konkurrent aus Schweden kommt auf über 150 Millionen bezahlte Abos.

Dafür liegt Spotify offenbar in Sachen Bezahlung pro Stream im Hintertreffen. Es heißt, dass das schwedische Unternehmen im Vergleich zu Apple weniger als die Hälfte ausschüttet. Spotify hatte dahingehend im März eine Transparenz-Offensive mit dem Slogan Loud & Clear gestartet. Auf einer eingerichteten Website kann man sich seitdem über das Bezahlmodell informieren. Eine Aufschlüsselung der Entlohnung pro Stream findet man dort jedoch nicht. Stattdessen heißt es:

"In der Streaming-Ära zahlen die Fans nicht pro Song, daher glauben wir nicht, dass eine Rate pro Stream eine aussagekräftige Zahl ist, die analysiert werden muss."

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Ratten und Nacktbilder: 6ix9ines Spotify-Profil wurde gehackt

Ratten und Nacktbilder: 6ix9ines Spotify-Profil wurde gehackt

Von Leon Schäfers am 17.10.2021 - 14:48

"Wer austeilen kann, der muss auch einstecken können": Wohl kaum jemand verkörpert dieses Sprichwort so gut wie 6ix9ine. Der umstrittene Rapper hangelt sich von Kontroverse zu Kontroverse. Die unzähligen Klagen, mit denen er sich daher bereits auseinandersetzen musste, stehen symbolhaft für den zweifelhaften Weg des 25-jährigen Musikers. Auch das neueste Vorkommnis im Kapitel 6ix9ine lässt ihn alles andere als gut dastehen. Allem Anschein nach wurde sein Spotify-Profil in den letzten Tagen gehackt. Dabei blieben weder sein Profilbild noch seine Bio von Respektlosigkeiten verschont.

Diese Änderungen wurden an 6ix9ines Spotify-Profil vorgenommen

Erstmals aufgefallen ist der Hackerangriff durch den Wechsel von 6ix9ines Künstlerprofilbild. Dieses wurde nämlich kurzerhand in ein Selfie von Trippie Redd geändert. Nein, die Pointe besteht nicht (nur) darin, dass die beiden mit bunten Haaren und Gesichtstattoos eine gewisse äußere Ähnlichkeit besitzen. Die zugegebenermaßen etwas kritische Pointe liegt darin, dass die beiden Rapper frühere Labelkollegen waren und sogar einen gemeinsamen Song veröffentlichten. Mittlerweile sind die beiden aber zerstritten, da sich 6ix9ine (jetzt auf Apple Music streamen) zusammen mit anderen Gangmitgliedern für einen Übergriff auf Trippie Redd verantwortlich gemacht hat.

Seit einiger Zeit haben Künstlerinnen und Künstler auf Spotify die Möglichkeit, eine musikalische Empfehlung mithilfe des "Artist's Pick" auf dem Profil hervorzuheben. Dieser wurde passend zum Profilbild in das neueste Trippie Redd-Album "Trip At Knight" geändert. Auch seine Künstler-Bio wurde im Zuge dessen verunstaltet. Für kurze Zeit war dort zu lesen, dass Trippie Redd und Lil Durk die Kindheitsidole von 6ix9ine gewesen seien. Außerdem würde er mit dem Musikmanager Wack 100 eine heimliche Beziehung führen. Selbst 6ix9ines Mutter wird hier angegriffen:

"I grew up always wanting to be like Trippie redd and lil durk I'd let them hit my girl and my mom. my mom p*ssy stank I came from the sewer. wack 100 my boyfriend and he secretly crip"

Der Snitch-Ruf von 6ix9ine wurde außerdem mit einem Bild einer Mensch-Ratten-Transformation unterfüttert. Hier findest du die Screenshots seines Spotify-Profils:

Mittlerweile sind die Liebeserklärungen an Trippie Redd nicht mehr auf seinem Profil zu sehen. Hat sich danach also wieder alles zum Alten gewendet? Um es mal vorsichtig auszudrücken: Nicht wirklich. Es ist danach nicht besser geworden. Auf seinem Spotify-Profil konnte man später diverse Bilder von männlichen Geschlechtsteilen begutachten. Dazu wurden quer über sein Profil homophobe und rassistische Aussagen gestreut.

Zum Veröffentlichungszeitpunkt dieses Artikels ist das Profil von 6ix9ine jedoch wieder zur vollständigen Normalität zurückgekehrt. Wer hinter dem Hackerangriff stecken könnte ist bislang unklar.

Twitter-Reaktionen auf 6ix9ine-Profil

Die ausufernden Änderungen an 6ix9ines Spotify-Auftritt sind natürlich nicht spurlos am Internet, geschweige denn an der Twitter-Community vorbeigezogen. Der gehackte Account bot großes Meme-Potenzial für Userinnen und User. 

Zwar lag die Kontroverse dieses Mal nicht in seiner Macht, dennoch sorgt 6ix9ine immer wieder für kuriose Schlagzeilen. Erst vor wenigen Wochen warf der "Gummo"-Rapper etwa einen Drink auf einen Fan bei einem Boxevent.

6ix9ine wirft Drink auf UFC-Fan

In den vergangenen Monaten war es verhältnismäßig ruhig um 6ix9ine geworden. Der kontroverse Rapper, der sonst immer wieder in Twitter-Beefs und sonstige Eskapaden verwickelt war, schaffte es scheinbar in der letzten Zeit, seine Füße etwas stiller zu halten. Als ihn nun aber ein UFC-Fan bei einem Boxevent als "B*tch" beleidigte, ging es mal wieder mit ihm durch.


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