Alle neuen Songs: Plusmacher, Ufo361, Schulter139 & mehr im Deutschrap-Update

Ihr kennt das Spielchen: Wie jeden Freitag findet ihr auch heute die Königsmische aus den besten Tracks der großen Artists und der feinsten Ware aus dem Untergrund in unserer Playlist – von Ufo361 bis Schulter139. Auf dem Cover landet diese Woche der Plusmacher, der auf einem Beat von (natürlich!) The Breed ungewohnt persönliche Lines rappt und einen Einblick in die Gedanken gibt, die er sonst hinter Nebenschwaden versteckt hält.

Neue Songs von Ufo361, Karate Andi, Eno & Co

Von den größeren Namen sticht heute besonders Ufo heraus, der sein Kollaboalbum "Lights Out" mit dem türkischen Star Ezhel gedroppt hat. Mit "Schwarz & Weiss" sowie dem stimmungsvollen Opener "Kapat Işıklarını" haben wir zwei Songs der Platte in unserer Playlist untergebracht.

Für ein echtes Reimmassaker sorgt Karate Andi mit dem dritten Vorgeschmack auf sein kommendes Album "ASAP Kotti". Alexis Troy hat für "24/7" wieder ein Instrumental mit böse schepperndem Bass gezimmert, auf dem Andi Punchline um Punchline droppt und im Gegensatz zu den ersten Singles auch wieder mehr Humor einfließen lässt.

Ähnlich wild wie Andis Lines ist Enos Flow, der sich auf der neuen Single "Sauba" mal wieder abseits jeglicher Normen austobt. Sicher nicht für jeden Rapfan das richtige Mittel am Freitag, aber höchst interessant allemal.

SSYNIC, Beka & Untergrund-Tipps wie Schulter139 oder Lukees

Außerdem hat kein Geringerer als SSYNIC seine erste Single veröffentlicht. Der Battlerapper und Comedian, der den zweifelhaften Ruf genießt, nicht auf Beats klarzukommen, will seinen Kritikern das Gegenteil beweisen. Ob das klappt? Überzeugt euch selbst mit dem Track "Erstens"!

Beka, der lange als Blut & Kasse seine Musik veröffentlichte, zeigt mit dem neuen Song "Mach Mach" zum wiederholten Mal, was für ein talentierter MC mit einer markanten Stimme in ihm steckt.

Zwei bis drei Stufen weiter im Untergrund treffen wir heute auf Zonkeymobb-Member Lukees, der ganz einfach saustabilen Rap auf einen schönen Beat seines Homies Ari packt. Unser Tagessieger ist aber Schulter139, der zurzeit auf nur 16.000 monatliche Hörer bei Spotify kommt. Wenn Dinge korrekt laufen, vervielfacht diese Zahl sich in den kommenden Monaten, denn der Dude kombiniert traditionsbewusste Rapkunst mit einem progressivem Soundbild. Verdient definitiv mehr Aufmerksamkeit und ist daher mit gleich drei Tracks seiner heute erschienenen und sehr empfehlenswerten "Roadman EP" in unserer Playlist vertreten.

Aber das ist nur eine Kostprobe der Neuzugänge – insgesamt haben wir über 25 neue Songs in unserer Liste geparkt, die darauf warten, entdeckt zu werden. Auch auf Deezer, Apple Music und Co!

Alle neuen Songs

  • Eno – SAUBA
  • The Cratez ft. Bausa, Maxwell & Joshi Mizu – Skifahren
  • Karate Andi – 24/7
  • Plusmacher – Immun
  • Beka – Mach Mach
  • Soliana – Bad Mommy
  • Gringo & HK – Plus
  • Estikay – Hektik in der City
  • Mosh36 – Jimi
  • Goldroger – Wie leicht
  • Lukees – Locker
  • Bosca ft. FACE – Achterbahn
  • Goodg – Skimask
  • Tighty ft. Fruchtmax & Kulturerbe Achim – Tek Tek
  • Seyed – Für die Fam
  • California & morten – Farben strahlen
  • Chakuza – Intro
  • Omik K ft. sung808 – Sohle weiß
  • Monet192 – Niemalsland
  • Jonesmann – Neuer Zug
  • Boysindahood – Skimask
  • Antifuchs ft. Nullzweizwei – Pisdez
  • Hexer – Malen nach Zahlen
  • John Known – Steez
  • B-Tight - Marionetten 
  • Noah - ai ai ai 
  • SSYNIC - Erstens 
  • MUDI, Enes - Sev Beni 
  • Samarita - High Class
  • EstA, Eric Philippi - Keine Chance 
  • Mefyou - Tsubasa
  • Telson – Windowshopper
  • MOIZ - Alkohol im BLut 
  • Mondetto  - Autopilot
  • Duggy040 - 3040
  • AL Kareem - Payn
  • Patron – Salla
  • Calo & Diamant – Trink

Alle neuen Releases

  • Ufo361 & Ezhel – Lights Out
  • 2ara – Hart auf hart
  • Schulter139 – Roadman EP
  • Hexer – Metropolis EP
  • Vandalismus – Freunde lügen nicht

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Ssynic vs. Meidi: So lief das Re-Match

Ssynic vs. Meidi: So lief das Re-Match

Von Michael Rubach am 31.07.2020 - 13:47

Die Neuauflage des wohl umstrittensten Battle der jüngeren Deutschrapgeschichte ist gestern über die Bühne gegangen. Für jeweils 10.000 Euro Antrittsgage haben sich Meidi und Ssynic ein Re-Match geliefert. Farid Bang hatte die Aktion eingefädelt und das Battle zur Attraktion eines mehrstündigen Events im Düsseldorfer ISS Dome gemacht.

Meidi & Ssynic mit unterschiedlichen Herangehensweisen

Nach vier Stunden Live-Event stand das Battle auf dem Programm. Ohne üppige Vorrede kamen die Jungs zur Sache. Meidi ging in jeder seiner Runden aggressiv zu Werke. Mit scheinbar ordentlich Wut im Bauch startete er ins Battle und ließ ohne Rücksicht auf Verluste jede Menge asoziale Punchlines folgen. Das Ende von Meidis Parts mündete stets in Beleidigungen gegen Ssynic und seine Mutter – mitten in so eine Schimpftirade schlitterte schließlich irgendwann ein "Time".

Ssynic konzentrierte sich darauf, Revue passieren zu lassen, was seit dem Alpha Royale alles geschehen ist. Dabei setzt er den Fokus auf Realtalk und breitete Anekdoten aus, die sich nach dem Match im April 2019 ereignet haben sollen. Auch verweist er auf seine eigenen Erfolge als Künstler. Schließlich sei er es, der seinen Traum leben könne. Hin und wieder redete Meidi in seinen Vortrag hinein.

Farid Bang genießt die Show

Farid Bang schaute sich das Spektakel sichtlich amüsiert aus sicherer Entfernung an. Später sollte er davon sprechen, dass das Battle ein "magischer Moment" gewesen sei. Nach drei Runden lagen die Karten auf dem Tisch und mit ein bisschen Verzögerung erfolgte auch der Handshake zwischen den Kontrahenten. Es ist ja schließlich nur Battlerap. Nun lag es bei den Zuschauer*innen, einen Sieger zu küren.

Im Gegensatz zum Alpha Royale verzichtete die Neuauflage auf eine prominente Jury. Farid Bang hielt sich ebenso vollkommen raus. Per Telefon-Abstimmung galt es, über Sieger und Verlierer zu entscheiden. Meidi konnte es lange gar nicht glauben, dass keine zusätzlichen Experten herangezogen wurden. Rooz, der durch den gesamten Stream führte, verkündete schließlich ein paar Stunden später das amtliche Endergebnis. Meidi schaffte es, das Publikum auf seine Seite zu ziehen und setzte sich durch.

Damit bestätigte sich, was Ssynic bereits kurz vor der Bekanntgabe geahnt hatte. Er glaubte, dass sein Kontrahent aus Hannover an diesem Tag triumphieren würde.

"Ich würde auch sagen, er war auf jeden Fall vorne. Er hat solide durchgespittet, mehr Punchlines gehabt, sich weniger rausbringen lassen. Reicht."

Ohne die Atmosphäre, die durch das Vorhandensein einer Crowd entsteht, machte das Battle an manchen Stellen einen befremdlichen Eindruck. In einer leeren Location mag einfach nicht so recht Battle-Stimmung aufkommen – trotz einer erkennbaren Grundaggressivität von Meidi und Ssynic. Die Vibes im Nachhinein waren dafür umso versöhnlicher. Meidi bot Ssynic mehrmals den Dialog an, um diese umfangreiche Episode deutscher Battlerap-Geschichte noch einmal aufzuarbeiten.

Wir haben euch den Stream der kompletten Show hier eingebunden. Nach circa vier Stunden beginnt das Battle:


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