Alle neuen Songs: Samra, Nash, Shirin David & mehr im Deutschrap-Update

Von poppigen Tracks mit Gesang bis hin zu kompromisslosem Battlerap aus dem Berliner Norden hat der heutige Release Friday mal wieder so einiges zu bieten. Wir bringen wie gehabt Ordnung in die Neuerscheinungen, stellen kurz einige Favoriten für unsere Playlist vor und liefern euch den Überblick. Auf dem Cover unserer Playlist Groove Attack, die es jetzt neu auch bei Deezer gibt, findet sich heute KMN-Member Nash wieder, der sein Debütalbum "AP1" angekündigt hat und mit "Klassik" die erste Single veröffentlicht.

Zusätzlich zu den ohrwurmtauglichen Melodien und Themen, die wir auch von anderen KMN-Mitglieder wie Azet und Zuna kennen, gibt's bei Nash einen subtilen Optimismus im Sound, der nach und nach immer mehr Zuhörer catchen dürfte. Auch Samra liefert die vielleicht erste Single aus seinem frisch angekündigten Debütalbum "Marlboro Rot". Und auch wenn die Trennung von EGJ durch einen Vertriebsdeal mit Universal und einen Verlagsdeal mit Sony besiegelt scheint, setzt der Berliner weiterhin auf die maßgeschneiderten, melancholischen Beats von Lukas Piano, auf denen er schon mehrfach überzeugen konnte.

Weitere Neuzugänge kommen von zwei begnadeten Sängern, die ihr Talent unterschiedlich in Szene setzen. Da wäre auf der einen Seite der Newcomer Apache 207, der nach einigen independent releasten Singles nun erstmals über Two Sides und Four Music seine Musik an den Mann bringt. "Deutschraps Miroslav Klose" verlässt sich aber weiterhin auf Retro-Vibes in seinem Sound und vermischt Gesang mit Rap. Sugar MMFK versucht sich währenddessen trotz seiner Stimmgewalt an einer Hook mit Autotune und orientiert sich dabei eher an Frankreich als an den 80ern.

Battlerap ohne Punkt und Komma, nur mit Ausrufezeichen, gibt's heute wieder von Shacke One auf Albumlänge in Form von "Shackitistan". Zusätzlich zur Single "Untergrundhaft" gibt's ab sofort auch den entspannteren Titeltrack in unserer Playlist. Vom entgegengesetzten Pol des Deutschrap-Kontinuums kommt "ICE" von Shirin David, in dem die Künstlerin sich an ihrem Reichtum erfreut.

Außerdem neu: Erabi mit Xatar, Ratifo, Al Kareem (unter anderem mit dem erstmals streambaren Untergrund-Classic "TaktTicker" mit Lakmann), Kianush mit Jamule und zwei Songs von Negatiiv OG, die bereits auf seinem Album "Schlechtes Karma" im Februar erschienen sind.

Neue Songs

  • Shirin David – ICE
  • Samra – Harami
  • Sugar MMFK – Melodien
  • Kianush ft. Jamule – Selfie
  • Haiyti – Chatboy
  • Felix Blume – Foyaa!!!
  • Dardan – Coco Mama
  • Nash – Klassik
  • Apache 207 – Kein Problem
  • Yonii – Cabaret
  • Al Kareem – Laforêt
  • Jigzaw ft. JAZN – Cocaine
  • Sipo – Moonlight
  • Rico ft. Brudi030 – 2 Gauner
  • Jason, Undacava & Pablokk – Bring dich um
  • Erabi ft. Xatar – Kein Problem
  • OG Locke – Vida Loca

Neue Releases

Groove Attack powered by Hiphop.de

Groove Attack powered by Hiphop.de

Deine Deutschrap-Playlist powered by Hiphop.de, immer mit den aktuellsten Tracks der deutschen Hip-Hop Szene! Cover: ERRDEKA

Groove Attack ist Streaming Partner von Hiphop.de

Deine Meinung dazu?

Weiter ...

Fler rudert zurück: Jalil-Diss "unangebracht und nicht feinfühlig"

Fler rudert zurück: Jalil-Diss "unangebracht und nicht feinfühlig"

Von Michael Rubach am 01.04.2020 - 10:58

Fler steht wieder einmal im Kreuzfeuer der Kritik. Gegenüber allen, die ihm in den letzten Tagen Rassismus unterstellt haben, räumt er nun ein, mit seiner "Slave"-Line gegen Jalil übers Ziel hinausgeschossen zu sein. In einem Instagram-Post zeigt er sich geläutert und kündigt an, den Part gegen Jalil neu schreiben zu wollen.

Fler: "Rassismus hat auf Atlantis keinen Platz!"

Nach mehreren rhetorischen Fragen, die allesamt wohl auf die Geschehnisse der letzten Tage und Flers persönliche Lage anspielen sollen, kommt der Berliner zum Punkt. Er gesteht sich ein, dass er auf dem Track "Mood" die Grenzen der bloßen Provokation verlassen hat. Das Wort "Sklave" in einem Diss gegen einen dunkelhäutigen Kollegen zu verwenden, sendet auch an jugendliche Hörer eine fatale Message. Fler spricht in diesem Kontext von einem "bösen Beigeschmack", den er nun erkenne.

"Die Wortwahl bei dem Diss gegen Jalil war unangebracht und nicht feinfühlig. Das Wort Sklave im Zusammenhang mit Farbigen hat einfach einen zu bösen Beigeschmack Aufgrund der Schwarzen-Geschichte." [sic]



Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an


Wenn eine Gruppe von Leuten Dich als einzelnen unterdrückt bist du ein Opfer. Wenn du danach zur Polizei rennst, weil Du alleine bist und sie in der Mehrzahl, bist auch wieder das Opfer...? Aber wenn du nicht zur Polizei gehst, kein Schutzgeld zahlen willst und deswegen natürlich auch keinen Rücken hast... bist du das aller grösste Opfer!??? Wenn du Streetrap machst und sagst du hast ein schweres Leben ist alles fake und gelogen...? Wenn du das selbe machst und Schutzgeld zahlst bist aufeinmal eine der Realste in der Szene...? Die Wortwahl bei dem Diss gegen Jalil war unangebracht und nicht feinfühlig. Das Wort Sklave im Zusammenhang mit Farbigen hat einfach einen zu bösen Beigeschmack Aufgrund der Schwarzen-Geschichte. Deswegen hab ich beschlossen die 2.Stophe von MOOD neu zu schreiben. Es gibt 1000 andere Angriffsflächen bei Jalil die ich sportlich als Rapper angreifen kann. Rassismus hat auf Atlantis keinen Platz! #atlantis

Ein Beitrag geteilt von FLER (@fler) am

Dem attackierten Jalil schmeckte die Wortwahl des Tracks auch ganz und gar nicht. Er entgegnete kurz nach Release von "Mood", Fler hätte "gleich N**ga sagen können". Der von Fler in seiner Klarstellung benutzte Begriff des "Farbigen" ist leider ebenfalls nicht unproblematisch. Er geht auf Rassentheorien zurück und findet als Selbstbezeichnung in der Black Community keine Anwendung. An dieser Stelle Fler Absicht zu unterstellen, erscheint jedoch unangebracht. Dafür macht er generell zu deutlich, dass er seinen Diss neu bewertet hat.

Eine bewusste Entscheidung von Fler war hingegen sein Interview bei TV Strassensound. Dort vertiefte er mit seinen Aussagen den Graben zwischen sich und der schwarzen Community. Manuellsen, Künstler der Bantu Nation, Mortel und viele mehr positionierten sich daraufhin gegen Fler. Sugar MMFK droppte gestern noch einen Part, um klarzumachen, dass Flizzy sich keine weitere "Frechheit" erlauben solle.

Bantu Nation vs. Fler: Sugar MMFK teilt in neuem Part aus

Da Fler seine Lyrics inzwischen offenbar für unangebracht hält, möchte er sie nicht unverändert stehen lassen. Er kündigt an, die zweite Strophe des Tracks "Mood" umzutexten. Das hieße jedoch nicht, dass er nicht weiter auf Konfrontationskurs mit Jalil bleiben würde. Es gebe "1000 andere Angriffsflächen bei Jalil". Sein Statement beschließt er mit dem Satz:

"Rassismus hat auf Atlantis keinen Platz!"

Neben diesem Schauplatz im Fler-Universum ist die On-Off-Beziehung mit Sentino aktuell belastet. Letzterer beklagte sich über ausbleibende Zahlungen für die Mitarbeit an "Atlantis" und lieferte einen Disstrack, der vor allem durch seine extreme Homofeindlichkeit auffällt:

Sentino frontet Fler wegen angeblich unbezahlter "Atlantis"-Lyrics

Fler und Sentino dissen sich aktuell wieder mal gegenseitig - und zwar auf sehr unangenehme Art und Weise. Sentino frontet Fler in einer Disstrack-Vorschau, die vor Homofeindlichkeit nur so trieft. Fler postet als Antwort ein Video, das Sentino offenbar auf der Flucht zeigt, worauf der ebenfalls schon wieder reagiert hat.


Sag uns deine Meinung zu diesem Artikel! (0 Kommentare)

Register Now!