Alle neuen Songs: Deutschrap-Update mit Sero El Mero, Soufian, Azad & mehr

Auch am heutigen Release Friday versorgen wir euch mit der gewohnten Ladung neuer Musik. In unserer Playlist bei Spotify und Deezer bekommt ihr regelmäßig ein Update mit unserer Auswahl der neuen Songs sowie Tipps und Hits aus den letzten Wochen. Auch heute gibt es wieder mehr als zehn Neuzugänge.

Release Friday mit Sero El Mero, Soufian, Azad & mehr

Auf dem Cover landet heute Sero El Mero, der sich schon in den letzten Jahren über Facebook einen kleinen Hype aufbauen konnte. Nachdem es 2018 bereits ein paar Singles zu hören gab, meldet er sich heute mit "Ohne Sinn" im neuen Jahr zurück. Schneller Flow trifft auf eine entschleunigende Melodie in der Hook.

Soufian meldet sich mit zwei Singles auf einmal zurück. In "Imperial" trifft ein moderner Sound-Teppich auf ein Streicher-Sample, das auch bei Produzenten im New York der 90er-Jahre Anklang gefunden hätte. Genau wie bei der zweiten Single "Wieder da" kann Soufian sich auf SOTT verlassen, der auch hier gekonnt auf eine Fusion der Vibes aus verschiedenen Rapzeitaltern setzt. Diese Rapper-Beatmaker-Kombo dürfen wir im August auf Albumlänge erwarten, wenn der "Allê Allê"-Nachfolger "S.O.S." erscheint.

Azad droppt mit "Eiszeit" wieder kühlen, melancholischen Straßenrap, wie seine Fans ihn lieben. Kidd feiert mit "Gomaha" ein kleines Comeback und liefert wie so oft in letzter Zeit ehrliche Lyrics und einen runden Vibe. Der Song ist der erste Vorgeschmack auf das neue Album "TFS", das im Juli erscheint, und kann durchaus als Kritik an manchen aktuellen Rappern verstanden werden.

Ähnlich geht es auch einem anderen Jahrgang, der heute neue Musik unter die Leute bringt. Fatoni fühlt sich wie "Clint Eastwood" und blickt mit einer Mischung aus Enttäuschung, Nostalgie und Selbstreflektion auf die aktuellen Stars der Szene. Langjährige Rapfans könnten sich durchaus in der ein oder anderen Zeile wiedererkennen.

Zu den musikalischen Highlights zählt heute zweifelsohne "Vermissen" von Juju und Henning May. Der Sänger von AnnenMayKantereit sollte spätestens seit 2015 ("Hurra die Welt geht unter") auch jedem Raphörer ein Begriff sein. Das Stück mit der ehemaligen SXTN-Rapperin holt durch das Instrumental von Krutsch ein Gefühl aus den vorigen Singles "Hardcore High" sowie "Bling Bling" zurück und lässt vermuten, dass das kommende Album musikalisch einem roten Faden folgen wird, der sich nicht an den Zeitgeist anbiedert.

Mehr Neues in unserer Playlist kommt von Eno, Jamule, Sero, Roger Rekless, Karaz, King Khalil und Greeen. Einen Überblick über sämtliche neuen Songs, die heute erschienen sind, haben wir hier:

Alle neuen Songs

  • Azad – Eiszeit
  • Sero El Mero – Ohne Sinn
  • Genetikk ft. Manuellsen – Wake Up (Remix)
  • Miami Yacine – Paul Castellano
  • Juju ft. Henning May – Vermissen
  • Sierra Kidd – Gomaha
  • 18 Karat – FMFL 3.0
  • Ali Bumaye – X-Boy
  • Greeen – Roll It Up
  • Soufian – Imperial/Wieder da
  • Massiv – Löwenherz 2
  • Joshi Mizu – Ching Ching
  • Mashanda – Nur Du
  • Gringo ft. Nimo – Blue Lagoon
  • Al-Gear – Nur Für Dich
  • Ciro – L.A.
  • Sami ft. Celo & Abdi – Bouyafar
  • Anachie ft. Animus – Balla Balla
  • Sero – Speed Of Light
  • Beto – 2000 Jahrgang
  • Snipe – Gold

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Azad, Nura, Kurdo & Xatar setzen Zeichen gegen Krieg

Azad, Nura, Kurdo & Xatar setzen Zeichen gegen Krieg

Von Anna Siegmund am 14.10.2019 - 15:56

Wer seinen Lieblingsrapper*innen aufmerksam auf Instagram folgt, wird es wahrscheinlich schon entdeckt haben: Zahlreiche Menschen, darunter auch Azad, Nura und Xatar, haben ihr Profilbild auf der Social-Media-Plattform gelb gefärbt.

Mit dem gelben Profilbild soll ein Zeichen gesetzt werden. Menschen solidarisieren sich auf diese Weise mit den Kurden in Syrien, die nach der Militäroffensive der Türkei auf der Flucht sind oder sogar ihr Leben verloren haben.

Nura, Kurdo & Namika mit zusätzlichen Statements

Zusätzlich zu dem gelben Profilbild, geben einige Rapper*innnen auch ein Statement ab, in dem sie den Krieg der Türkei, dem unschuldige Menschen zum Opfer fallen, verurteilen.

Kurdo postet beispielsweise ein Bild auf Instagram und schreibt:

"Auf diesem Bild sind Kurden Türken Afrikaner Araber Deutsche alles einfach. Wir hatten alle die Möglichkeit dem Krieg zu entfliehen weil sich Menschen für unser Leben eingesetzt haben. Wir sind dankbar das wir alle zusammen hier Leben dürfen. Es ist an der Zeit das Wir uns alle jetzt für das Leben anderer einsetzen die im Krieg leiden und nix damit zu tun haben, damit sie glücklich weiter Leben dürfen es ist egal welche Nation. Egal wo auf der Welt wir wünschen uns den Frieden." [sic]

Auch Azads Instagram-Feed ist neben seinem gelben Profilbild gerade von der türkischen Militäroffensive in Syrien dominiert. Dabei zeigt er Kinder, die für die Rechte von Kurd*innen demonstrieren, und stellt in einem Post besonders "Rojava" in den Fokus. Rojava ist eine autonome Region, in der hauptsächlich Kurd*innen leben im Norden Syriens. Dort finden die Kämpfe aktuell statt.



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#ROJAVA

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Die Sängerin Namika postet ebenfalls Informationen in ihre Instagram-Story. Nura informiert dort auch und repostet emotionale Worte der Bloggerin Zara Secret.

Der Hintergrund: Erdoğan startet Militäroffensive in Nordsyrien

Der türkische Präsident Recep Erdoğan selbst nennt das Einmarschieren auf Twitter "#OperationPeaceSpring". Er betont in seinen Posts sein Vorhaben, eine sogenannte Friedenszone errichten zu wollen. Und tatsächlich möchte der türkische Präsident zwischen dem Fluss Euphrat und der Grenze zum Irak eine "Sicherheitszone" schaffen. Dort sollen Geflüchtete angesiedelt werden, die sich bisher in der Türkei aufhalten. Das betrifft wahrscheinlich etwa zwei Millionen Menschen.

Auf diesem syrischen Gebiet ist bisher das Bündnis von Rebellen SDF (Syrische Demokratische Kräfte) an der Macht. Angeführt wird das Bündnis von der Kurdenmiliz YPG, die der türkische Präsident als Terrororganisation eingestuft hat, da er sie als als Ableger der kurdischen Arbeiterpartei PKK betrachtet. Mit ihnen verbündet sind die US-amerikanischen Truppen, die Donald Trump nun überraschend aus dem Gebiet abgezogen hat.

Wie ging Erdoğan am Mittwoch, den neunten Oktober vor? Die Angriffe erfolgten zunächst über die Luft auf die Stadt Ras al-Ain. Bereits am Abend startete allerdings auch eine Bodenoffensive.

Am Sonntag, nachdem bekannt gemacht wurde, dass Ras al-Ain sowie Tall Abyad bereits unter türkischer Kontrolle seien, sendete auch Syrien Truppen in diese Regionen.

Laut der UN sind durch die Kämpfe aktuell etwa 130.000 Menschen auf der Flucht. Die Mehrheit von ihnen sei nach Al-Hassaka geflüchtet. Dort gestalte sich die Wasserversorgung mittlerweile schwierig.

Gestoppte Waffenlieferungen & Telefonat mit Angela Merkel: Was passiert auf politischer Ebene?

Angela Merkel telefonierte bereits mit dem türkischen Präsidenten und forderte ihn auf, die Militäroffensive zu beeenden. Zudem wurden die deutschen Waffenexporte in die Türkei zunächst gestoppt. Gegenüber der Bild am Sonntag sagte der Außenminister Heiko Maas:

"Vor dem Hintergrund der türkischen Militäroffensive in Nordost-Syrien wird die Bundesregierung keine neuen Genehmigungen für alle Rüstungsgüter, die durch die Türkei in Syrien eingesetzt werden könnten, erteilen."

Bezüglich weiterer Sanktionen wird sich eine Einigung der EU-Mitgliedstaaten schwierig gestalten. Mit dem Lauterwerden der Kritik an seiner Militäroffensive erklärte Recep Erdoğan im Falle von Bestrafungen, "die Türen zu öffnen". Übersetzt heißt das so viel, dass der türkische Präsident der Europäischen Union damit droht, etwa 3,6 Millionen Geflüchtete nach Europa zu schicken. Die Berliner Morgenpost zitiert den Präsidenten auf einer Veranstaltung seiner Partei folgendermaßen:

"Hey, Europäische Union. Reißt Euch zusammen. Seht, ich sage es noch einmal: Wenn ihr versucht, unsere aktuelle Operation als Besatzung zu bezeichnen, dann haben wir leichtes Spiel."

Die Politik wird es wohl vermutlich nicht so schnell schaffen, ein Zeichen gegen die Offensive der Türkei in Nordsyrien zu setzen. Umso wichtiger wird es also für die Gesellschaft, sich in dieser Thematik zu engagieren. Das gelbe Profilbild ist eine Möglichkeit, ein Statement zu setzen. Zudem ist auch ein Spendenkonto eingerichtet worden.

Blaue Profilbilder für den Sudan

Eine ähnliche Aktion gab es bereits etwas früher in diesem Jahr. Stars machten ihr Profilbild blau und solidarisierten sich so unter dem Hashtag "BlueforSudan" mit den Menschen, die im Sudan für eine Demokratie kämpften. Im Juni war der Diktator Omar Hasan Ahmad al-Baschir im Zuge eines Militärputsches verhaftet worden. Das Militär regierte anschließednd das Land und schlug jegliche Proteste für Freiheit und Demokratie blutig nieder. Samy Deluxe und Dendemann haben dieses blaue Profilbild beispielsweise immer noch.


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