Alibi Kolumne - Die 10 unfickbaren Sonntagsfakten (09.11.08)
1. Behind the Scenes Pt.5: Bei den Dreharbeiten zum Bushido Film!
Gebannt starren alle auf den rosa Rolls, der vor der Gruppe zum Stehen gekommen ist. Langsam öffnen sich die schweren Türen und heraustritt… Bruce Darnell ! Im selben Moment reißt Jim Jones ekstatisch seine Arme nach oben „O Brother, there art thou!“ Bruce Darnells Augen füllen sich augenblicklich mit Tränen und er rennt schluchzend auf Jimmy zu. Als sich die Beiden in die Arme fallen, steigen plötzlich hunderte rosa Tauben in den Himmel auf und es erklingt „Back For Good“ von Take That . „Brudar, ick vermissen disch sooouuu matsch!“ säuselt Bruce und drückt den Capo enger an sich. Juelz , der weinend und einarmig in der Ecke sitzt, wird von Wut und rasender Eifersucht erfasst und erhängt sich mit seinem Gucci-Schal. „Was läuft hier für ne Homoscheiße? Und warum filmst du das auch noch, Eichinger“ fragt Bushido verdutzt. „Tut mir leid Herr Ferchichi, aber echte Gefühle sind einfach spannender. Die Menschen wollen so etwas sehen!“ Beleidigt weist Bushido seine Crew an. „Wir gehen! Das habe ich nicht nötig. Erst weigert sich MTV mein neues Video zu zeigen und dann wird auch noch mein Film boykottiert“ „Ey, soll isch alle schlagen?“ fragt Kay-One , doch sein Chef telefoniert schon mit Wolfgang Petersen . The show must go on! Ende 2. Warum reimt sich Griefahn auf Bulette?!
Letzten Mittwoch kam es zum großen Gipfeltreffen zwischen K.I.Z. (Royal Bunker) und Monika Griefahn (SPD) , ihres Zeichens Intimfeindin vieler Rapper der härteren Gangart. Warum das so ist, dürfte bekannt sein. Als sie noch Vorsitzende des Kulturausschusses im Bundestag war, rief sie andauernd zu irgendwelchen obskuren Zensur-Maßnahmen auf und hätte deutschen Rap am liebsten den Maulkorb auf Lebenszeit verpasst. Und nun trifft sich die Kulturdame Griefahn , die eigentlich aus dem Umweltsektor kommt und gegen die mal ein  Untersuchungsausschuss wegen Vetternwirtschaft ermittelte, mit den Kannibalen in Zivil. Interessanterweise steht der Termin nicht auf ihrer Website, also ist es ihr entweder unangenehm oder Staiger hat sich in seinen rap.de-News einen kleinen Scherz erlaubt. Falls nicht, würde ich zu gerne mal einen Mitschnitt sehen von dieser Podiumsdiskussion. Unabhängig davon: Chapeau an die Veranstalter zur Wahl der Teilnehmer! Man hätte weder irgendwelche Hirntot -Trolle noch MC Pusteblume aus dem Jugendzentrum Usedom nehmen können. Ich bin mal gespannt und hoffe das Monikas Ausführungen durch unterhaltsame  Wordcuts unterbrochen wurden: „Raplieder dürfen keine..*Biiiitch*..äh..Gewalt bla bla..! 
3. I`m out for dead presidents to represent me!
Erinnert ihr euch noch? Vor ungefähr einem halben Jahr suchte ich verzweifelt nach einem neuen Def Jam Präsidenten, nur um am Ende zu erfahren, dass der Posten schon lange besetzt war. Schicksal. Jetzt wurde bekannt, dass der Executive Vice President of A&R von Def Jam Selbstmord begangen hat. Das ist erst mal nicht so gut. Aber da wir hier von Hip Hop reden, steckt da natürlich mehr dahinter als ein verfehlter Selbstfindungstrip in die Vertikale. Vordergründig betrachtet, schien Shakir Stewart nicht unbedingt der typische Selbstmordkandidat zu sein. Er hatte eine steile Karriere hingelegt, vor allem nach Jiggas   Rücktritt vom Präsidentenamt. Er liebte schnelle Autos, tanzte auf mehr Partys als die Chippendales und schien immer mehr Geld zu brauchen als er eigentlich hatte. Und er hatte viel. Auf jeden Fall mehr als du und ich. Ein Freund von ihm berichtete jetzt, dass er sich dauernd Geld lieh und überhaupt sehr viel damit beschäftigt war, Cash in Bewegung zu halten. Angeblich soll er so auch an die Jungs von der BMF ( Jeezys alte Sponsoren) geraten sein. Und die haben mit Drogen zu tun. Den Rest kann man sich denken. PS: Wäre es geschmacklos ab nächster Woche in Punkt 1 einen neuen Vice President of A&R zu suchen? 4. Schatzi, ich geh mal mit Fiffy in den Park!
Cüüürbis verdankt seiner alten Hood South Jamaica eine ganze Menge. Hier hat er sehr früh, sehr viel Geld gemacht und hier traf er auch seine späteren Mitstreiter Marvin und Christopher . Und sogar die negativen Seiten des Viertels, die mit Tod, Drogen und Kriminalität recht viel zu tun haben, wusste er sich schon früh zu Nutze zu machen. Aus neun Löchern im Körper und einer (mehr oder weniger großen) Dealervergangenheit wurde eine der erfolgreichsten Promotionmaschinen der Neuzeit. Aber das ist schon etwas her und da der Karren nicht mehr so läuft, betätigt sich Fiffy jetzt als Gärtner. Dafür das er dem New York Restoration Project , zur Wiederherstellung des Baisley Parks , einen ganzen Batzen Dollars spendete, wurde ebenjener Park kurzerhand nach ihm benannt: Curtis Jackson Park ! Lustigerweise liegt der Park in der alten Hood von Drogenbaron Kenneth „Supreme“ McGriff , der angeblich für Fuffys Fast-Ableben verantwortlich gewesen sein soll. Späte Rache also? Hintergedanken? Nicht doch, Cüürbis gibt einfach gerne zurück und außerdem: wo dealt es sich besser als in einer frischgeputzten Grünanlage?   
5. Schuster bleibt bei euren..ach macht doch was ihr wollt!
Was haben Diddy , Akon und Jim Jones gemeinsam? Alle drei können, ganz streng genommen, nicht besonders viel. Jedenfalls musikalisch gesehen. Aber das Wenige was sie können, reicht völlig aus um gut (bis sehr gut) über die Runden zu kommen. Aber jetzt haben alle drei beschlossen, ihr Rezept zu ändern. Ein bisschen jedenfalls. Diddy will jetzt auch autotunen und wird damit genauso auf die Fresse fliegen wie mit seinem „Press Play“-Murks. Akon geht jetzt in die Eurodance-Richtung und das erste Ergebnis dieser Versuchsreihe klingt auch so: richtig schön…scheiße! Jim Jones schießt allerdings den Vogel ab. Er will im Vorfeld seines neuen Albums ein Musical auf die Bühne bringen. Ganz ehrlich, ein Jim Jones -Musical ist genau das, worauf die Welt gewartet hat. Überlebensgroße Champagnerflaschen werden von goldenen Bowlingkugeln umgeschossen und mittendrin steht der Capo und raucht seine Ketten. Fantastisch! Über Kanyes Eskapaden schreib ich nix mehr, bis ich das ganze Album gehört habe. Und sonst? Pharrell hat Stühle designt, bei denen die Füße tatsächlich Füße sind, und lässt sie für 20.000€ das Stück in einer Pariser Galerie verkaufen. Die Süddeutsche ist natürlich gleich drauf angesprungen und hat das ganze hämisch kommentiert. Ist ja auch ein Hip Hop Star, da darf man das. Wisst ihr, was ich mir gewünscht hätte? Ein von R. Kelly designtes Barbie-Traumhaus!
6. Digitaler Fremdschlaf!
Der arme Nas . Letzten Sonntag ging es erst um seine ungewisse musikalische/berufliche Zukunft und schon kommt der nächste Hammer ins Hause Jones gesegelt. Seine Herzprinzessin Kelis soll angeblich Sexy Time mit einem anderen Rapper gemacht haben. Kein Ding, hat Nas vor der Hochzeit ja auch gemacht, aber eben VOR der Hochzeit. In der letzten Woche wurde bekannt, dass ein sehr delikates Video von ihr existieren soll. Dieses Video soll beweisen, dass die Frau mit dem etwas…eigenwilligen Style den Rapgott betrogen haben soll. Gedreht wurde dieser Heimatfilm von einem Rapper namens Infared . Jetzt denkt ihr euch bestimmt: „Infared? Etwa DER Infared?“ Ja genau, der Infared den kein Schwein kennt. Nicht mal Spanky Ham! In dem Video soll man u.a. eine nackte, schlafende Kelis sehen und einen kleinen Monolog des Regisseurs, in dem er Nas fragt, wie es denn sein könne das  seine Olle hier nackt rumliegt. Tja, gute Frage. Wie kann das sein? Wer den „Remember  the Times“-Skit auf „Streets Disciple“ gehört hat, dürfte wissen das die Beiden keine Keuchheitsgürtel-Atzen sind. Also entweder hat sie ihren Freipass jetzt erst eingelöst oder sie führen eine offene Beziehung. So oder so steht Nasty Nase nicht gut da und es bleibt abzuwarten, ob er seine Hoodrats von der Weedcarriergruppe The Bravehearts losschickt. Zwei Dinge stehen fest: Hätte sie mit Jigga geschnackselt, wäre es lustiger gewesen und würde sie aussehen wie Beyoncé , wäre es ästhetischer geworden. Schade! 
7. They the paparazzi, they the livest posses!
Das rappte mal ein junger Juelz und wollte damit ausdrücken, dass…auch egal. Es geht um den Berufsstand des Paparazzo, mehr müsst ihr nicht wissen. Die Jungs mit den Kameras leben in letzter Zeit nämlich sehr gefährlich, vor allem bei Knipsereien in  Gegenwart einiger Rapstars. Es fing an mit Kanye , der am Flughafen von Los Angeles freidrehte und einen Photographen samt Kamera zerlegte. Und das auch noch vor den Augen der Polizei. Irgendwie verständlich und auch vorhersehbar, denn Yeezys Temperament ist berühmt-berüchtigt. Jetzt traf es allerdings einen Rapper, bei dem man es nicht unbedingt erwartet hätte: Mos Def ! Der Brooklynese mit der Aura eines alten Shaolin-Mönchs, der allerdings auch noch nie ein großer Freund der Paparazzi war, tat exakt dasselbe wie Kanye und ließ seine (wahrscheinlich schon seit Jahrhunderten angestaute) Wut an einem sechzigjährigen Paparazzo aus. Der hatte ihn bei einer Fashionshow geknipst und bekam als Dank die Kamera vom Hals gerissen. Kurzzeitig war Mos Def sogar flüchtig, so dass die Las Vegas Bullerei nach ihm fahndete. Was rappte Xzibit damals…?!  
8. There`s a war goin` on inside…!
Wie wir alle wissen, verbringt Prodigy immer noch sehr viel Zeit im Gefängnis. Eigentlich seine gesamte Zeit, immerhin muss er dreieinhalb Jahre absitzen. Dank moderner Technik, war es ihm dennoch möglich immer mal wieder Lebenszeichen von sich zu geben. Seinen Blog nutzte er dann meistens auch zum Zwecke der Aufklärung über Verschwörungen, historische Zusammenhänge und die blöde Konkurrenz. Doch schon seit einiger Zeit ist er verstummt und so Mancher fing an das Schlimmste zu befürchten. Nicht abwegig, wenn man bedenkt wie es in Gefängnissen zugeht, zumal er auch noch ein (zu testender) Promi-Gangsterrapper ist. Aber N.O.R.E , der gerade eine medienwirksame Diät macht, erklärte kürzlich in einem Video, dass Prodigy noch am Leben sei. Knapp war es aber allemal. Der an Sichelzellenanämie erkrankte Rapper soll angeblich die falschen Medikamente bekommen haben und wäre daraufhin fast gestorben. In dem Video verlangte N.O.R.E. außerdem, dass Russell Simmons sich doch bitte darum kümmern möge. Da dieser aber zurzeit selber viel zu tun hat, u.a. mit Yoga und veganer Ernährung, bleibt es wohl doch an Capones Jugendfreund hängen. (Un-)schöner Schlamassel!
9. Ein neuer Sheriff ist in der Stadt!
Obama hat es geschafft und McCain darf in Rente gehen. Läuft. Ich habe darauf sehr unterschiedliche Reaktionen erlebt. Viele haben sich gefreut, manchen war es relativ egal und einige waren genervt und fanden den Rummel übertrieben. Klar, jeder kann natürlich für sich entscheiden inwieweit ihn das persönlich tangiert, und in der Tat ändert Obamas Wahlsieg nicht viel an der Größe deines Pimmels und/oder deines Gehalts, aber er hat eventuell verhindert, dass wir Weihnachten 2009 in Atomschutzbunkern verbringen. Und zwar ohne WLAN und Bockwurst aus dem Glas! Wenn dich das immer nicht überzeugt, dann vielleicht das Argument, dass wir doch alle wollen das Martin Luther King einen ruhigen Totenschlaf hat, oder? Der wurde nämlich vor Kurzem empfindlich gestört. Verursacher war kein geringerer als Soulja Boy persönlich. Die rappende Version von Verne Troyer hatte nämlich in einem Interview etwas so dämliches gesagt, dass man getrost davon ausgehen kann, dass King bis letzte Woche Mittwoch noch um seine eigene Achse rotierte. Er hat doch tatsächlich den Sklavenhändlern Props gegeben, die damals Afrikaner nach Nordamerika verschleppt hatten. Nur deshalb wären sie jetzt dazu in der Lage, all das schöne Bling und die Tätowierungen zu haben. Das ist nicht nur logisch, sondern auch sehr weise. Soulja Enzensberger wird er deshalb auch von vielen genannt. Gotta love this kid!
10. Was macht eigentlich…!
Michael Moore ? Der dicke Schriftsteller aus den US of A ist der eigentliche Wahlverlierer. Denn er hatte in der Vergangenheit, wie kaum ein anderer, von den Fehltritten und Geisteskrankheiten der Goons um Bush und Cheney profitiert. Durch seine Bücher und Filme wurde er Millionär und nicht nur das, er wurde auch zu einem Einflussfaktor, den einige Politiker liebend gern mundtot gemacht hätten. Aber durch seine ureigene Art, Fakten und Fiktion zu verknüpfen und das Ganze unterhaltsam und reißerisch zu verpacken, schaffte er es die Leute in seinen Bann zu ziehen. Vor allem die Deutschen liebten seine Bücher und verschlangen sie…wie Schweinshaxen, nur um am nächsten Tag mit Halbwissen um sich zu ballern und am fröhlichen Bush -Bashing teilzunehmen. Bei der Gelegenheit bekam dann gleich die Gesamtbevölkerung Nordamerikas ihr Fett weg, denn deren Eigenheiten behandelte Moore ebenfalls ausführlich. Klischees sind halt oft unterhaltsamer als die Realität, keine Frage. Aber jetzt, da ein demokratischer Ex-Sozialarbeiter und Bürgerrechtsanwalt an der Macht ist, dürften dem Mann die Themen ausgehen. Oder doch nicht? Bleibt vielleicht doch alles beim Alten im Land der unbegrenzten Munitionsvorräte und Cheeseburgerbäuche? Booowlin`!  
Danke fürs Lesen! In diesem Sinne-lasst es euch gutgehen und verliert mal wieder in Tekken gegen Synthman Mike …so wie ich! TagTeamGäng, Bitches!

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PPS: Denkt ihr auch, dass die Fackelmann-Mütze von Axel Schulz angetackert ist?!
PPPS: Kommentare sind immer gern gesehen und ausdrücklich erwünscht! Kritik bitte an: [email protected]ä+=js.de
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