Ali G kommt zurück in die Kinos – und löst eine Boykottkampagne aus

Sacha Baron Cohen kehrt in seiner Rolle als Ali G auf die große Leinwand zurück. Mehr als 20 Jahre nach dem ersten Film kommt "Ali G: Who Iz I?" Ende Oktober weltweit in die Kinos. Vor wenigen Tagen wurde der offizielle Trailer veröffentlicht. Parallel kämpft eine reichweitenstarke Boykott-Kampagne gegen den Film an.

"Ali G: Who Iz I?" sorgt vor Release für Kontroversen

In dem Trailer stellt Sacha Baron Cohens Kunstfigur fest, dass sich die Welt seit seinem letzten Film "Ali G Indahouse" (2002) ordentlich verändert habe. Namentlich gab es in der Zwischenzeit "Corona, Kriege und Ed Sheeran". Wie sich Ali G in dieser heutigen Zeit zurechtfindet, ist offenbar das zentrale Motiv des Films, der genau wie die "Borat"-Filme als Mockumentary daherkommt und mit versteckter Kamera gedreht wurde. 

Aus dem Trailer geht außerdem hervor, dass Ali Gs Partnerin von der britischen Komikerin Morgana Robinson gespielt wird. Darüber hinaus stellt "Ali G: Who Iz I?" das Regiedebüt für Sacha Baron Cohen dar.

Relativ schnell formte sich Widerstand gegen den Film: NewsCord, eine Plattform zur Medienbeobachtung und dem Vergleich von Nachrichten, hat eine Kampagne gestartet, in der Kinos auf der gesamten Welt dazu aufgefordert werden, "Ali G: Who Iz I?" nicht zu zeigen. Das habe laut eigenen Aussagen in der Zwischenzeit zu mehr als 41.000 Protestschreiben geführt, die bei insgesamt rund 20 Kinoketten eingegangen sein sollen.

Hintergrund der Kampagne, und das erklärt NewsCord in einem dazugehörigen Instagram-Post in aller Ausführlichkeit, ist vor allem, dass Ali G rassistische Stereotype reproduzieren würde. Die Kunstfigur bedient sich seit jeher an Elementen der Schwarzen und vor allem der jamaikanischen Kultur, etwa mit seinen Dreadlocks, seinen Outfits und seinem gebrochenen Patois.

Die Diskussion ist alles andere als neu. Schon nach den ersten Auftritten von Ali G wurde darüber diskutiert, ob die Figur problematisch sei. Das klassische Gegenargument: Ali G verkörpere keinen Jamaikaner, sondern eine weiße Person, die lediglich vorgibt, ein Jamaikaner zu sein. 

Das ist laut den Kritikern aber kein ausreichender Schutz vor Rassismus. Schließlich vermittle Ali G trotzdem ein Bild davon, wie Weiße sich einen Jamaikaner vorstellen. Ganz abgesehen davon sei die Figur einfach aus der Zeit gefallen, wie die britische Journalistin Afua Hirsch in einem Substack-Post anmerkt: "Schwarze Personen ziehen sich gar nicht mehr so an. Nicht mal weiße Personen, die Schwarze Personen imitieren wollen, sprechen noch so."

Das Gerücht, dass NewsCord mit der Kampagne bereits Picturehouse Cinemas davon überzeugt haben soll, den Film nicht zu spielen, stellt sich indes als falsch heraus. Die Plattform postete eine Antwort der Kinokette, laut der es "keine Pläne gebe, den Film bei Release zu zeigen"

Nach einer Recherche von Variety handelt es sich dabei aber lediglich um eine Standardantwort, die immer dann verschickt wird, wenn ein Film noch nicht gebucht wurde und folglich nicht im Programm des Kinos auftaucht. Daraus lässt sich also nicht ableiten, dass Picturehouse Cinemas sich aktiv gegen die Ausstrahlung des Ali G-Films entschieden hat.

Trotz aller Kritik gibt es anderswo auch große Vorfreude auf die Rückkehr der Kultfigur. Laut Variety haben sich auf Social Media bereits einige Prominente, unter anderem auch A$AP Rocky und Kevin Durant, positiv zu dem neuen Film geäußert.

Und Sacha Baron Cohen selbst hat die Kontroverse offenbar schon kommen sehen. Auf X verteidigt er den neuen Ali G-Film auf gewohnt sarkastische Art und Weise:

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