Aldi droppt klimaneutralen Sneaker

Aldi mischt nun auch im Sneaker-Business mit und setzt dabei betont auf Nachhaltigkeit. Mit den neuen Turnschuh-Modellen der Eigenmarke Crane Pure will der Discounter offenbar Käufer abholen, die trotz schmalen Geldbeutels auf den Klimaschutz achten.

Aldi-Sneaker besteht aus recycelten PET-Flaschen

Ab dem 10. Juni können Interessierte den Sneaker in den Filialen von Aldi Süd kaufen. Dabei wirbt die Einzelhandelskette mit einer klimaneutralen Produktion und Textil aus recycelten PET-Flaschen. Das Material für Rückseite, Futter und Decksohle soll so gewonnen worden sein. Das beigestellte Zertifikat für "Global Recycle Standards" sagt aus, dass mindestens 20% des Materials aus einer recycelten Quelle stammen. Es lässt sich darüber hinaus nicht mit "Standards vergleichen, deren Anliegen der Schutz der Umwelt oder die Verbesserung der Arbeitsbedingungen ist", schreibt Siegelklarheit.de.

Letztendlich kostet der Schuh, den es in drei verschiedenen Ausführungen geben wird, auch nur 12,99 Euro.


Foto:

@ALDI SÜD

Wie läuft das mit der Klimaneutralität? Produktion, Transport und Vertrieb der Sneaker erzeugen natürlich weiterhin CO2. Um hier einen Ausgleich zu schaffen, unterstützt Aldi ein "zertifiziertes Klimaschutzprojekt in Kambodscha". Mit dem Schuh möchte Aldi laut Pressemitteilung ein "Zeichen für mehr Klimaschutz und zur Förderung der Kreislaufwirtschaft setzen".

Als Fairtrade-Produkt ist der Sneaker jedoch nicht ausgewiesen. Hinsichtlich der Bedingungen bei der Herstellung ist also sicherlich noch Luft nach oben. Der günstige Preis kommt nicht von ungefähr. Der Sneaker ist übrigens das zweite klimaneutrale Produkt im Aldi-Sortiment. Ende April holte Aldi Süd bereits einen Kaffee ins Regal, der dieses Kriterium erfüllt.

Aldi-Konkurrent Lidl hat letztes Jahr ebenfalls mit einem Sneaker für Aufsehen gesorgt.

Lidl bringt limitierten Sneaker auf den Markt

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Rap kann die Welt retten, braucht dafür aber neue Statussymbole

Rap kann die Welt retten, braucht dafür aber neue Statussymbole

Von David Molke am 21.10.2019 - 18:18

Zuerst die gute Nachricht: Rapper könnten die Welt retten, wenn sie wollen. Zumindest hätten sie die Fähigkeiten, die Mittel und die Reichweite, um tatsächlich etwas zu verbessern. Die schlechte Nachricht: Sie müssen das nicht nur wirklich wollen, sondern auch ein paar Dinge ändern. Wir brauchen neue Statussymbole, und zwar generell. Klima und Umwelt lassen sich nicht überzeugend schützen, während wir aus einem edlen Privatjet Werbung für die neueste SUV-Klasse machen.

Menschen sterben: Wer rettet sie, wenn nicht wir?

Fridays for Future, Greenpeace, Extinction Rebellion und Sea-Watch oder die Seebrücke machen es vor. Wir müssen etwas tun, wenn wir nicht wollen, dass Menschen auf der ganzen Welt an den Folgen des Klimawandels sterben oder vor ihnen fliehen müssen. Darauf läuft es hinaus und es kann nicht oft genug betont werden: Es geht um Menschen. Diese Menschen ertrinken massenhaft im Mittelmeer, verhungern wegen Dürren oder sterben aufgrund von Stürmen und anderen Katastrophen, an denen der menschengemachte Klimawandel die Schuld trägt.

Wir können etwas tun. Jede und jeder Einzelne. Wir müssen nicht tatenlos dabei zusehen, wie Menschen in niedrig gelegenen Gegenden absaufen, weil der Meeresspiegel steigt. Wir sind nicht zur Untätigkeit verdammt, wenn die Auto-Industrie uns alle betrügt, um die Luft noch mehr zu verpesten. Wir können etwas dagegen unternehmen, wenn die Regierung ein lächerliches Klimapaket verabschiedet, das im krassen Widerspruch zu sämtlichen Empfehlungen der Wissenschaft steht. Das Einzige, was wir brauchen, ist der Glaube an die eigene Wirkmächtigkeit.

Streetart For Future: 12 Künstler, die Klimaleugnern Kontra geben

Es ist Druck auf dem Kessel. Artensterben, Hitzerekorde, Umweltverschmutzung: Der Mensch führt die Erde direkt in eine ziemlich ungewisse Zukunft. Spätestens seit Greta Thunberg und Fridays For Future ist auch im letzten Winkel angekommen, dass der Umgang mit der Natur auf Widerstand trifft. Nur dubiose Charaktere leugnen, dass wir bereits an den Folgen eines hausgemachten Klimawandels leiden.

Was hat das mit Hiphop zu tun?

Alles. Die meisten Menschen tun nichts, weil sie glauben, dass es sowieso nichts bringt. Was natürlich Bullshit ist und schlicht nicht stimmt. Gleichzeitig werden wir sauer, weil die Anderen auch nichts tun. Der Trick liegt darin, dass wir an uns selbst glauben können. Wenn das alle tun, sind wir nicht mehr aufzuhalten. Dabei können vor allem Leute helfen, die zeigen, wie viel es bringen kann, sich durch nichts und niemanden von einem Vorhaben abbringen zu lassen.

Spezialgebiet von Rap: Es gibt unfassbar viele Rap-Songs, die davon handeln, wie der jeweilige Rapper oder die Rapperin es dorthin geschafft hat, wo sie jetzt steht. Kopf hoch, grade machen, stabil bleiben, rein in die Masse und so weiter. Es geht um Willensstärke, Durchhaltevermögen und Loyalität – quasi Kerndisziplinen vieler moderner Rap-Persönlichkeiten. Diese Power zur Selbstoptimierung, die Zielstrebigkeit und der absolute Wille zum Erfolg lassen sich perfekt auch anderweitig channeln.

Kunst hat Macht! Um auch mal richtig pathetisch zu werden: Künstler haben vielleicht sogar die besten Aussichten darauf, Veränderungen anzustoßen. Dabei spielt es eigentlich keine Rolle, ob es sich um Musik, Bücher, Filme, Theaterstücke oder Installationen handelt. In der Macht der Fiktion schlummert ungeahnte Kraft. Wir könnten sie entfesseln. Fantasie und Fiktion sind die besten Mittel, um Engstirnigkeit und Fantasielosigkeit im Umgang mit Klima- und Umweltschutz, Seenotrettung, schwindender Menschlichkeit oder dem politischen Arm des Rechtsterrorismus' zu begegnen.

Banksy eröffnet eigenen Online-Shop Gross Domestic Product™

Der Streeart-Künstler Banksy hat heute auf Instagram den Launch seines eigenen Online-Shops angekündigt. Der Name Gross Domestic Product™ bedeutet auf Englisch Bruttoinlandsprodukt, kann aber auch als "widerliches inländisches Produkt" übersetzt werden. Banksy schreibt über den Shop, er verkaufe "Kunst, Haushaltswaren und Enttäuschung".

FCKSUV: Wir brauchen neue Statussymbole

Nicht nur im Rap: Des Deutschen liebstes Spielzeug ist sein Auto. Da sind Rapper aller Couleur eigentlich zutiefst spießig. Aber sie müssen sich über kurz oder lang sowieso von den herkömmlichen Verbrennungsmotor-Dinosauriern verabschieden. Die sind nicht nur vom Aussterben bedroht. Es handelt sich um eine bereits aussterbende Spezies.

Nicht nur deshalb, weil nach und nach endlich immer mehr Elektro- oder Wasserstoff-Autos auf den Markt kommen, nein – fossile Brennstoffe sind endlich. Sie gehen uns irgendwann aus. Die Menschheit sollte sich vielleicht langsam entsprechend darauf vorbereiten. Rap könnte auch hier eine avantgardistische Vorreiterrolle einnehmen. Wie es zu einer fortschrittlichen Kulturströmung eigentlich passen würde.

Es ergibt in Zeiten des Internets sowieso nur wenig Sinn, mit einem eigenen Privatjet durch die Gegend zu fliegen. Aber wer wirklich reich ist, müsste es sich doch eigentlich auch leisten können, sich die Zeit zu nehmen. Mit der eigenen Yacht zu fahren, die mit dem nötigen Kleingeld CO2-neutral umgerüstet wurde. Es heißt doch, mit genug Geld würden sich alle Probleme lösen lassen. Dann funktioniert das bestimmt auch im Hinblick auf Umweltschutz und klimaneutrale Fortbewegungsmittel.

Was in der Konsequenz auch wieder zu neuen Statussymbolen führen könnte: Wer gibt am meisten Geld für nachhaltige Fashion aus? Wer investiert am meisten in fair produzierten Schmuck? Wer kauft sich in Zukunft das teuerste E-Flugzeug? Wer kann es sich leisten, seinen Angestellten die teuersten Löhne zu zahlen? Wer hat die größte Flotte zur privaten Seenotrettung und so weiter...?

Wir brauchen dafür also nicht mal Rapper, die mit erhobenem Zeigefinger dozieren, wieso Fliegen unfassbar unverantwortlich ist, genau wie das Fahren eines SUVs. Wahrscheinlich wären das auch einfach keine coolen Songs. Es würde aber vielleicht schon reichen, wenn Zeit, Geld und Energie in sinnvollere Dinge investiert werden. Wenn etwas anderes vorgelebt wird, als es alle Anderen tun.

Wo sind die selbsternannten Trendsetter, wo die Vorreiter, die allen meilenweit voraus sind? Anscheinend denken die Allerwenigsten wirklich über die Zukunft nach.

Festivals sagen Müllbergen den Kampf an, aber das reicht nicht

Die Festival-Saison 2019 nähert sich ihrem Ende. Was am Schluss davon bleibt, ist neben einem Kater meist vor allem der Müll. Das Schlachtfeld, das viele Fans auf den Zeltplätzen großer Festivals hinterlassen, kann nur als Armutszeugnis interpretiert werden. Die Bilder der Müllberge sind beschämend und sprechen Bände. Hier muss sich etwas ändern.


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