Adidas verliert Millionen-Prozess gegen Luxusmarke

 

Adidas hat im Rechtsstreit gegen die Luxusmarke Thom Browne verloren. Der deutsche Sportwarenhersteller hatte seinen Prozessgegner ursprünglich auf über 800.000 Dollar Schadensersatz sowie sieben Millionen Dollar wegen unrechtmäßigen Gewinns verklagt. Hintergrund des Prozesses war, dass Thom Browne parallele Streifen in verschiedenen Ausführungen für ihrer Sportkollektion genutzt hatte. Adidas sah hierin eine Verletzung seiner Markenrechte.

Vier Streifen: Adidas verliert Prozess gegen Thom Browne

Am gestrigen Tag hat das Luxuslabel gegen Adidas gewonnen. Die achtköpfige Jury entschied, dass Thom Browne die Markenrechte von Adidas nicht verletzt hat. Das Verfahren geht auf den Juni 2021 zurück. Damals machte Adidas eine Markenrechtsverletzung geltend, weil "Thom Browne [...] sein Produktangebot weit über seine Spezialisierung auf formelle Kleidung und Business-Kleidung hinaus erweitert" hat, obwohl sie "die Rechte an der berühmten Drei-Streifen-Marke" kennen würden.

Laut Adidas würde das US-amerikanische Luxushaus den "Verkauf von Sportbekleidung und -schuhen mit zwei, drei oder vier parallelen Streifen in einer Weise [durchführen], die der Drei-Streifen-Marke von [A]didas zum Verwechseln ähnlich ist".

Im Rahmen des Verfahrens legte Adidas nun dar, dass sie der Meinung seien, Thom Browne würde sich an den Streifen bedienen, um mehr Aufmerksamkeit auf die eigene Sportkollektion zu lenken. Außerdem zitierte das deutsche Unternehmen eine Studie, die belegen sollte, dass Konsumenten die Kleidung von Thom Browne mit Adidas verwechseln würden. Auch habe der Streifen-Look Thom Browne Deals mit Sportlern wie Lionel Messi eingebracht, der zuvor Adidas-Botschafter war. Die Jury konnten sie mit dieser Begründung nicht überzeugen.

Adidas & Thom Browne: Eine lange Historie

Tatsächlich ist es so, dass Thom Browne eigentlich insbesondere für Business-Kleidung und High-Fashion bekannt ist. Seit Mitte der 2000er hat die Marke ihr Angebot um legere Sportkleidung erweitert – und diese eben auch mit parallelen Streifen bestückt. Die Streifen waren dabei nicht zwangsweise zu dritt.

Im Jahre 2007 bemerkte Adidas die neuen Designs von Thom Browne und einigte sich mit dem damaligen CEO darauf, dass das Modehaus nur noch Kleidung mit vier Streifen rausbringt. Über ein Jahrzehnt lang meldete sich Adidas dann nicht mehr bei dem New Yorker Label. Erst 2018 leitete Adidas in der Europäischen Union ein Widerspruchsverfahren wegen des Vier-Streifen-Logos von Browne ein. Die erhebliche Zeitspanne zwischen diesen beiden Ereignissen schütze Thom Browne eigener Ansicht nach vor Haftung. Zehn Jahre zu warten, bis rechtliche Schritte eingeleitet werden, sei "unfair".

Würdet ihr die Pieces von Thom Browne mit Adidas verwechseln?

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