Freddie Gibbs & Akademiks Beef eskaliert: "Ich foltere dich, bis du das Game verlässt"

In der US-Rap-Szene brennt's: Freddie Gibbs und der Blogger DJ Akademiks tragen aktuell einen Rap-Beef aus, wie er im Bilderbuch steht. Von den klassischen Schwanzvergleichen bis hin zu genialen Memes und natürlich einer Prise 6ix9ine (wie auch sonst?) ist alles dabei.

Anlass für das ganze Drama ist ein Interview von Gibbs mit Bootleg Kev, in dem er über seinen ehemaligen Businesspartner Jeezy gesprochen und ihn kurzerhand als irrelevant abgetan hat. Das bekam Akademiks gar nicht gut – dieser hat daraufhin in seiner Show "Everyday Struggle" erklärt: "Wenn Jeezy irrelevant ist, dann ist es Gibbs erst recht." 

Teletubbie-Shirts und Cancel Culture: Freddie Gibbs & Akademiks führen einen abstrusen Beef

Aktuell hat der Schlagabtausch zwischen den beiden US-Rap-Stars einen Höhepunkt erreicht. Seit gestern Abend kann man von Gibbs höchstpersönlich entworfene T-Shirts kaufen, auf denen der Blogger als roter Teletubbie abgebildet ist. Einer seiner ersten Schritte, um den Blogger "aus dem Game zu bekommen". Kurz davor hat Gibbs nämlich angekündigt, Akademiks foltern zu wollen, bis dieser seine Karriere selbst beendet.



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Link in bio bitch @akademiks Good-Crack.com

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@akademiks Thou shall not fuck with the Kane

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Derweil hat Meek Mill verkündet, dass Akademiks nach dieser ganzen Angelegenheit gecancelt sei. Die Hiphop-Kultur brauche ihn nicht, er habe schon zu viel unnötigen Beef verursacht, der "Leute verletzt und getötet" habe. 

Akademiks verlässt sich, anders als seine Kontrahenten, auf Zahlen und Unterstützung von seinem Lieblingsrapper 6ix9ine. Bei "Everyday Struggle" hat dieser seinen Co-Moderatoren erklärt, dass Gibbs maximal 20.000 Einheiten verkaufen würde und außer ein paar Fans auch keinen wirklichen Einfluss hätte. 

Nicht nur seine Kollegen haben das anders gesehen, auch die Faktenlage musste Akademiks enttäuschen. Laut Hiphopdx hat Gibbs mit seinem neuesten Release "Alfredo" 30.000 Einheiten gemacht und ist bei Billboard auf Platz 15 gelandet. Da hört es aber längst nicht auf: Freddie Gibbs hat daraufhin getweetet, jeder Frau 5000 Dollar anzubieten, die öffentlich erklärt, mit Akademiks geschlafen zu haben. Dieser würde nämlich regelmäßig für Geschl*chtsverkehr bezahlen. 

Um Freddie Gibbs' "falschem Selbstbewusstsein" ein Ende zu setzen, hat Akademiks darauf Belege seines Einkommens gefordert. Er selber würde seine Steuererklärung zum Vergleich vorlegen. Er hat weiterhin erklärt, dass Gibbs ihm finanziell nicht das Wasser reichen könne – mit Jeezy könnte er sich bei weitem nicht messen. Er hat sodann eine Tirade auf Twitter gestartet.

Gibbs hat sich dazu wenig beeinduckt gezeigt:

('Du bist gebaut wie ein Teletubbie')

('Ich werde deine T*tten vor laufender Kamera quetschen')

Wollte 6ix9ines ehemalige Gang Freddie Gibbs töten?

6ix9ine, der von Akademiks rege unterstützt wird, muss natürlich ebenfalls mitmischen. Ins Kreuzfeuer gezogen wurde er aber von Gibbs, der auf Akademiks Tweets unter anderem auch antwortete: 

"I want proof that u didn’t have oral s*x with Tekashi"

 ('Ich will, dass du beweist, dass du keinen Orals*x mit Tekashi [6ix9ine] hattest')

In einem Live-Talk mit seinem Lieblingsjournalisten hat 6ix9ine dann aus dem Nähkästchen geplaudert und erzählt, dass Gibbs wohl 2014 von einem seiner ehemaligen Gang-Mitglieder angeschossen wurde. 


Gegenüber Hiphopdx hat ein angeblicher Mitwissender erklärt, dass das Gang-Mitglied der Nine Trey Bloods Harv den Rapper bei seiner Ankunft in New York verfolgt und auf ihn geschossen habe. Gibbs soll das Ziel gewesen sein. Er selbst hat der New York Post gesagt, dass sie "ihn töten wollten."

Jeezy vs. Freddie Gibbs: Punkt für Freddie Gibbs

Wieso das Ganze? Wer sich noch an Jeezy erinnert, der weiß: Das ehemalige Boyz n da Hood-Mitglied hat in den frühen 2000er Jahren eine wahre Blütezeit erlebt. Mit mehreren Gold- und Platinauszeichnungen hat er in den oberen Rängen mitgespielt. In der auslaufenden Dekade konnte er seine großen Erfolge jedoch nicht wiederholen und driftete tatsächlich etwas in die Irrelevanz.

Den damaligen Newcomer Freddie Gibbs nahm er bei CTE Records unter seine Fittiche, nachdem dieser seinen Deal bei Interscope verloren hatte. Die beiden gehen schon länger getrennte Wege und Gibbs, der das Label 2012 verlassen hat, ist auf seinen früheren Businesspartner nicht allzu gut zu sprechen. Er habe zu viel Wert darauf gelegt, was andere denken – ein Mindset, das Gibbs ebenfalls von ihm übernommen hatte.

Inzwischen sei ihm alles egal. Eine Einstellung, mit der er offenbar gut fährt: Erst letzten Monat hat Gibbs seinen Deal bei Warner bekannt gegeben. Trotz seiner aktuellen Irrelavanz, sei Jeezy für ihn aber eine große Inspiration.

Wieso DJ Akademiks so sehr darauf bedacht ist, Jeezy zu verteidigen, ist nicht klar. Er selbst behauptet, er sei nicht mal ein großer Fan – ihm ginge es nur darum, Leuten ihren Platz zu zeigen.

Die beiden befinden sich immer noch mitten im Beef, der Punkt für die besten Memes geht wohl aber an Freddie. Mit diesen kennt sich der LA-Rapper immerhin gut aus: Für seine verrückten Posts wurde er kürzlich von Instagram gebannt.

6 Rapper*innen, die von Social Media gebannt wurden

Fast jeder hat sie: Social Media Accounts. Was Artists und Influencer*innen vielen voraushaben, ist eine höhere Reichweite. Doch auch ein größerer Einfluss schützt nicht vor Strafe. Welche Rapper*innen durch ihr Handeln auf Instagram, Facebook, Twitter und Co schon eine unfreiwillige Pause einlegen mussten, erfährst du hier.

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Warum Xatar Deutschraps Meme-Baba ist

Warum Xatar Deutschraps Meme-Baba ist

Von Michael Rubach am 30.07.2020 - 16:31

Was läuft? Was läuft? Was läuft? Wer an dieser Stelle an Xatar denkt, ist direkt beim Kern dieses Artikels angelangt. Der Baba aller Babas macht in den letzten Monaten eine steile Zweitkarriere als Meme-Lord. Compilations mit den schönsten Momenten aus weit über einem Jahrzehnt Xatar erfreuen sich bei Jung und Alt größter Beliebtheit. Angesichts eines Werdegangs, der Xatar wohl als einen der realsten Gangstarapper der Szene ausweist, ist das mindestens skurril. Der Mann, der für einen Goldraub jahrelang einsitzen musste, ist zum allseits geschätzten Gute-Laune-Onkel des Deutschraps geworden.

Xatar war, iz und bleibt da

Schwer zu widerlegen: Haftbefehl hat Deutschraps Sprache grundlegend verändert. Doch auch Xatar hat Konstruktionen für die Ewigkeit geschaffen. Wenn Influencer*innen sich anno 2020 in ihren Posts mit einem "Iz Da" über eine Errungenschaft freuen, ist vielen von ihnen vermutlich nicht einmal bewusst, dass sie sich dabei ziemlich konkret auf Gangstarap beziehen. Xatars Slang ist in die Alltagssprache eingesickert – insofern das Geburtsjahr nicht irgendwo in den Siebzigern oder abwärts liegt.

Selbst ein einfaches Kleidungsstück ist untrennbar mit dem Bonner verbunden. "Sag mir, wer trägt den Mantel?", fragt Xatar in einer Single. Die Antwort ist offensichtlich. Diese Verbindung zwischen Xatar und der etwas längeren Alternative zur Jacke ist quasi unmöglich zu umdribbeln. Es sind nicht nur solche Songfragmente, mit denen Xatar inner- und außerhalb des Internets punktet. Jedes Kind kennt Xatar, ohne auch nur ein Album oder einen Track anführen zu können. Er sendet permanent auf allen Kanälen für die Generation, die dem Fernsehen als Informationsspot Nummer eins entwachsen ist. Xatar läuft als Figur in Dauerschleife.

Xatar weiß, was gut ist

Xatar glänzt als ein unnachahmlich überzeugender Geschichtenerzähler. Das liegt auch daran, mit welcher Leidenschaft er Themen begegnet. Vor allem im Lebensmittelsektor hat Xatar schon hingebungsvoll Einblicke gewährt und führt mit ausladenden Gesten auf, was die wirklich essenziellen Dinge im Leben sind. Ob es jemals schmackhafteres Baklava gab? Eher nicht.

Das Köftespieß-Meme ist bisher wohl die größte Viral-Errungenschaft. Alle, die nicht unter einem Stein hausen, sollten mitbekommen haben, wie sich der AON-Boss einen entspannten Hacksnack nach der Haftentlassung vorstellt. Als Zuhörer*in kann man regelrecht mitfühlen, wie stark das Verlangen des inhaftierten Xatar nach dieser Grillspezialität war. Darauf angelegt, dass sein Knast-Interview mehr als sechs Jahre nach der Ausstrahlung zum viralen Straßenfeger wird, hat er es höchstwahrscheinlich nicht. Die Figur Xatar zeigt keinerlei Abnutzungserscheinungen. Sein Wort verliert durch die Zeit hinweg nicht an Gewicht. Nun hat Xatar einen Laden aufgemacht, der das Social-Media-Phänomen in die Wirklichkeit übersetzt. Der Plan, das Ganze zu einem Köftespieß-Franchise auszubauen, steht bereits.

Xatar fühlt den Sound der Geldzählmaschine

Wir sprechen hier vor allem auch über einen cleveren Geschäftsmann, der weiß, wie er Kapital aus einer günstigen Situation schlägt. Ohne die Entwicklungen während der Corona-Pandemie wären vermutlich schon viel früher die Köftespieße über den Tresen gewandert. Doch auch die verzögerte Eröffnung des Ladens hat gezeigt, welche Zielgruppen Xatar einfach durch seine Online-Präsenz erschließt. Kids schauen in Massen bei ihm vorbei – auch weil er sein Netzwerk stetig ausbaut. Xatar hat junge Künstler wie Mero, Eno oder Sero el Mero unter seinen Fittichen, die als Art zusätzliches Bindeglied zur Zielgruppe im Schulalter fungieren. Der erste Tag von Haval Grill verläuft zuuu wild. Die Lokalpresse überschlägt sich. Was der Mann anfasst, hat eine gewisse Tragweite. Xatar ist neben all den Business-Moves zudem eine äußerst vielschichtige Persönlichkeit. Da kann man Probleme bekommen mitzuhalten.

Was Xatar ebenfalls ausmacht, ist, dass er bei aller Meme-Viralität nicht so reagiert, als wolle ihm da jemand schaden oder seinen Ruf ruinieren. Das Bonner Urgestein lacht einfach mit – keine Spur davon, dass er sich beleidigt fühlen könnte. Er wird so generationsübergreifend zu einem ständig präsenten Begleiter. Er gleicht einem geschäftstüchtigen Onkel, der irgendwie immer was am Laufen hat. Vielleicht redet Xatar demnächst einmal in die Kamera und fragt nicht "was", sondern "wie viel" da eigentlich parallel läuft.

Über den permanenten Promo-Effekt für sich und seine unzähligen Geschäfte dürfte er sich ebenfalls nicht beklagen. Ein weiteres bekanntes Meme wird so zum allerfeinsten Realtalk: Den Sound der Geldzählmaschine kann schließlich kaum jemand so schön einfangen:


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