21-jähriger Rapper Erfan Mirzaei offenbar im Iran hingerichtet
Erfan Mirzaei

Berichten zufolge wurden im Iran seit Beginn des Jahres bereits rund 900 Menschen exekutiert, darunter immer wieder auch Künstlerinnen und Künstler. Eines der neuesten Opfer des Regimes soll der 21-jährige Erfan Mirzaei sein, der unter anderem als Rapper unterwegs war. Mirzaei war wie so viele Menschen während der landesweiten Protestwelle im Januar dieses Jahres festgenommen worden. Die genauen Umstände seines Todes sind noch nicht eindeutig geklärt.

Iranisches Regime geht gegen Rapper & andere Künstler vor

Der 21-Jährige soll am vergangenen Sonntag gestorben sein. Unklar ist bislang noch, ob er offiziell hingerichtet wurde oder den Folgen von Folter erlegen ist. Möglich ist auch, dass er aufgrund des physischen und psychischen Drucks in Haft Suizid begangen haben könnte.

Als Reaktion hat die Schriftstellervereinigung PEN Berlin in Kooperation mit dem Internationalen Literaturfestival Berlin eine Veranstaltung für kommenden Freitag, den 11. September, im Haus der Berliner Festspiele angekündigt. Unter dem Motto "Ein Abend für den Iran" soll auf die aktuelle Situation in dem Land hingewiesen werden. Außerdem will man Kulturschaffenden aus dem Iran eine Bühne bieten. So wird unter anderem der iranische Rapper Behrad Alikonari auftreten, der 2022 ebenfalls im Iran nach Protesten festgenommen worden war und sich mit der Todesstrafe bedroht sah. PEN Berlin hatte zuletzt angeprangert, dass die Bundesregierung ihren Fokus zurzeit lediglich auf den Krieg rund um die Straße von Hormuz lege und die menschenrechtlich brisante Situation im Iran in den Hintergrund gerät.

Denn das, was Erfan Mirzaei widerfahren ist, ist kein Einzelschicksal. Quasi täglich sehen sich Kritikerinnen und Kritiker des iranischen Regimes mit Anklagen konfrontiert. Die häufigsten Anschuldigungen lauten dabei, "Krieg gegen Gott" und "Propaganda gegen das Regime". Erst vor gut einem Monat wurde der 22-jährige Rapper Mahnam Navab Safavi zum Tode verurteilt. Die Menschenrechtsorganisation Hengaw macht über ihre Website regelmäßig auf die teils lebenslangen Haftstrafen sowie Todesurteile für Protestierende aufmerksam.

Wie wichtig Musik und explizit Hiphop für die Protestierenden im Iran ist, hat Nava Zarabian vor einiger Zeit für uns beleuchtet:

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