"Das ist meine Realität": 18 Karat teilt erstes Statement zu seiner Abschiebung

In der vergangenen Woche wurde 18 Karat nach Portugal abgeschoben. Seine Anwältin verurteilte die Entscheidung, den Dortmunder auszuweisen, gegenüber der Nachrichtenagentur dpa als "rechtsstaatliches Armutszeugnis". Jetzt meldet sich auch 18 Karat erstmals mit einem längeren Statement. Er kommt zu einem ähnlichen Schluss, zeigt sich jedoch erfreut darüber, nun ein freier Mann zu sein.

18 Karat äußert sich zu seiner Abschiebung nach Portugal

Bei Instagram teilt 18 Karat ein Foto von sich, wohl an der Küste Portugals. In der Caption schreibt er, dass Deutschland 33 Jahre lang seine Heimat gewesen sei. "Dort bin ich aufgewachsen, dort habe ich mein Leben aufgebaut, dort ist meine Familie. Und trotzdem wurde ich abgeschoben. Das ist meine Realität."

Er wolle nicht so tun, als würde ihn dieser Schritt kaltlassen. Vieles an dieser Entscheidung fühle sich für ihn nicht nach Gerechtigkeit an. Näheres dazu wolle er in der Zukunft erzählen, dann womöglich auf musikalischer Ebene. In seiner Instagram-Story teilt er allerdings noch einen Instagram-Beitrag, mit einem Zitat aus dem Liv-von-Boetticher-Buch "Wir verlieren dieses Land". Dort prangert ein anonymer Polizist die Zustände in der deutschen Strafverfolgung an und behauptet: "Deutschland ist zum Rauben und Vergewaltigen freigegeben." Zu diesem Beitrag schreibt Karat:

"Genau das ist was in Deutschland gerade abgeht!!! Und solche Menschen wie mich schiebt ihr ab. Eine Schande ist das Deutsche System. Richter, Staatsanwälte, Ausländerbehörde, größte Versager Deutschlands." [sic!]

Darüber hinaus kündigt er an, in den kommenden Tagen live gehen zu wollen, um sich den Fragen seiner Fans zu stellen.

Abschließend kann 18 Karat seiner Position aber auch Positives abgewinnen. Die deutsche Staatsanwaltschaft sieht derweil von einer weiteren Vollstreckung der Haft ab, in Portugal muss er also nicht wieder in Haft. So könne er dort in Freiheit und mit seiner Tochter auf dem Arm leben. "Genau deshalb ist das hier kein Ende, sondern der Anfang eines neuen Kapitels."

Als Nächstes stehen demnach ein neues Album und seine bereits angekündigte Biografie an. Im Zuge all dessen sollen auch die Leute, die "die Zeit genutzt haben, um mich und meine Frau schlechtzumachen" ihre Antwort bekommen.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

18 Karats Haftstrafe

Im Dezember 2022 war 18 Karat vom Dortmunder Landgericht zu einer Haftstrafe von sechs Jahren und drei Monaten sowie einer Geldstrafe von etwa einer Viertelmillion Euro verurteilt worden. Ihm war vorgeworfen worden, insgesamt kiloweise Gras nach Deutschland geschafft und verkauft zu haben. Bei einer Razzia im Juni 2022 konnten Dortmunder Polizeibeamte unter anderem elf Kilo Marihuana sowie knapp 19.000 € Bargeld sicherstellen. 18 Karat gehörte zu den sieben Personen, gegen die ein Haftbefehl vollstreckt wurde.

Im August 2025 machten 18 Karat und seine Ehefrau dann öffentlich, dass eine Abschiebung in sein Geburtsland Portugal beantragt wurde. Sämtliche Anträge, diese Abschiebung abzuwenden, wurden in unterschiedlichen Instanzen abgelehnt. Die Begründung des Oberverwaltungsgerichts findet ihr hier:

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