18 Karat wurde nach Portugal abgeschoben

Update vom 08. Juli 2026: Inzwischen hat die Stadt Dortmund gegenüber der Nachrichtenagentur dpa bestätigt, dass 18 Karat vergangene Nacht nach Portugal ausgeflogen wurde. Seine Anwältin erklärt: "Er konnte sich heute früh einmal bei seiner Familie melden und seine Ankunftszeit und Ankunftsort mitteilen." Die Staatsanwaltschaft sieht derweil von einer weiteren Vollstreckung der Haft ab. Das bedeutet, 18 Karat ist in Portugal ein freier Mann. Sollte er jedoch nach Deutschland zurückreisen, müsse er hier seine Reststrafe absitzen.

Originalmeldung vom 08. Juli 2026: 18 Karat darf abgeschoben werden, das bestätigt das nordrhein-westfälische Oberverwaltungsgericht per Beschluss am Dienstag. Zuvor hatte bereits das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen grünes Licht für die Abschiebung gegeben. 18 Karats Eilantrag wurde jetzt auch in der nächsten Instanz abgelehnt und damit ist der Beschluss unanfechtbar. Womöglich wurde er bereits in der vergangenen Nacht nach Portugal abgeschoben.

18 Karat: Oberverwaltungsgericht weist Eilantrag gegen Abschiebung ab

18 Karat war im Dezember 2022 aufgrund mehrerer Drogendelikte zu einer etwa sechsjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Die Stadt Dortmund entschied in der Folge, den in Portugal geborenen Rapper abzuschieben. Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen entschied vergangenen Freitag, dass dieser Plan rechtens sei und wies einen Eilantrag des Supremos-Chefs gegen die Abschiebung ab. Es gäbe "zwingende Gründe der öffentlichen Ordnung", die gegen einen weiteren Verbleib von 18 Karat in Deutschland sprechen würden. So habe er kiloweise Drogen verkauft und sich im Nachgang nicht eindeutig aus dem Umfeld entfernt, in dem er die Taten begangen hatte.

Karats Versuch, gegen diese Entscheidung vorzugehen, scheiterte nun – das OVB bestätigt den Beschluss. In der Begründung heißt es, dass 18 Karats Einwände, er habe hier seine Familie und ein junges Kind, die Gefahr, die von ihm ausgehen würde, nicht aufheben würde. Auch seine gute Führung hinter Gittern lasse nicht eindeutig auf einen Wesenswandel schließen, so das Gericht. Zudem sei er als Musiker nicht zwangsläufig auf einen Wohnsitz in Deutschland angewiesen.

18 Karats Anwältin, Lisa Grüter, bezeichnet die Entscheidung gegenüber der Nachrichtenagentur dpa als "rechtsstaatliches Armutszeugnis". Ihr Mandant hätte sich im Gefängnis gewillt gezeigt, sein Leben zu ändern. So habe er beispielsweise eine Ausbildung als Maler und Lackierer angefangen, die eigentlich in den kommenden zwei Wochen abgeschlossen worden wäre.

Daraus scheint allerdings nichts zu werden. Grüter ging gestern bereits davon aus, dass 18 Karat schon in der Nacht auf Mittwoch, also heute, abgeschoben werden könnte. Ein Ausgang - 18 Karat befindet sich im offenen Vollzug - sei gestrichen worden und er wurde innerhalb der JVA verlegt. Dies geschieht meist unmittelbar vor der Abschiebung. Es ist also gut möglich, dass sich 18 Karat bereits in Portugal befindet. Bislang ist öffentlich jedoch noch nichts bekannt.

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