Nach "Kamikaze"-Attacke: Ein alter Kontrahent Eminems schlägt zurück

Vergangenen Freitag veröffentlichte Eminem über Nacht überraschend ein neues Album. "Kamikaze" ist eine wütende Abrechnung mit der Rapszene. Es hagelt Disses gegen alles und jeden. Die Reaktionen der attackierten Artists fielen zunächst eher verhalten aus. Nun gibt es eine erste Gegenreaktion. Ja Rule äußert sich süffisant bissig. Das könnte an der gemeinsamen Geschichte der beiden liegen. Aber der Reihe nach.

Die bisherigen Reaktionen

Obwohl das Feedback auf das Album bisher gut war, wissen wir nicht, ob sich der selbsternannte Rap God das alles anders vorgestellt hatte. Jedenfalls blieben wütende Gegenangriffe auf seine "Kamikaze"-Attacken zunächst aus. Im Gegenteil schien es viele Betroffene eher zu freuen, von einer solchen Legende prominent erwähnt zu werden.  Das ist nachvollziehbar. Schließlich werden insbesondere junge Artists vor vielen Jahren mit Eminem als eine Art Idol aufgewachsen sein. Wenn dieses Idol die eigene Kunst nun zumindest für derart bedeutend erachtet, dass er ihr eigene Lines widmet, ist das auch eine Art Ritterschlag. Obwohl Eminem natürlich nicht erbaut von dem ist, was die zahlreichen Anwärterinnen und Anwärter auf seinen Thron als Rap God produzieren.  Einen Überblick über die Disses und die anschließenden Reaktionen von Li Yachty, Machine Gun Kelly, Joe Budden und anderen kannst du hier nachlesen. Symbolisch ist allerdings auch die Reaktion Lil Pumps, der auf seine ganz eigene trollige Art und Weise reagiert:


Foto:

Screenshot: https://twitter.com/Eminem

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Ja Rule reagiert bissiger

Doch Eminems Rundumschlag traf auch einen älteren Kontrahenten. Ja Rule schien wenig begeistert von dieser Line des Tracks "Greatest": 

God forbid I forget, go and jump out the window / Somebody better child-proof it / 'Cause if I lose it we can rewind to some old Ja Rule shit

Die gemeinsame Historie der beiden ist lang und hängt eng mit 50 Cent zusammen. Als Eminem und Dr. Dre den damaligen Newcomer 2002 signten, fühlte sich Ja Rule angegriffen. Er und die Murder Inc. Crew hatten Beef mit 50 und nahmen Eminem und Dre das Signing übel. Ja Rule ging auf "Loose Change" dann einen Schritt, den ihm Eminem extrem übel nahm: Mit Verweis auf die Mutter von Eminems Tochter, die er als "Schl*mpe" beschimpfte und Hailies Großmutter, die für Ja Rule als "Cr*ckhead" durchging, stellte er für Hailies Zukunft keine allzu rosige Prognose auf:

Em, you claim your mother's a crackhead / And Kim is a known slut / So what's Hailie gon' be when she grows up

Spätestens jetzt war das Verhältnis der beiden mehr als vorbelastet. 

Ausgerechnet diese Zeile greift Ja Rule auf Twitter nun auf, um Eminem ebenfalls einen reinzudrücken. Auf den Hinweis, dass Eminem Ja Rule erneut eine mitgegeben habe, reagiert der New Yorker auf seine ganz eigene - zugegebenermaßen recht schlagfertige - Art:

Ja Rule on Twitter

@ao__t_ @Eminem Guess that Halie line must be starting to hit home...

Ob sich Eminem mehr solcher Reaktionen erhofft hatte, ob er über die sanften Reaktionen des Großteils der Szene schmunzelt oder ob der Rap God gleichgültig über allem steht, wissen wir nicht. Was wir jedoch bereits wissen, ist das das Feedback auf "Kamikaze" ziemlich positiv war. Sogar LeBron James hat kaum etwas an dem Werk auszusetzen:

SOHH on Twitter

and the KING has spoken! @KingJames @Eminem #Kamikaze

SOHH on Twitter

and the KING has spoken! (2/2) @KingJames @Eminem #Kamikaze

Da wird es einen Großteil der Fans freuen, das es zusätzlich zum überraschend gedroppten Album nun noch eine limitierte Version samt Merch geben wird. Das hat Eminem auf Instagram bekannt gegeben:

Swipe - #KAMIKAZE - LIMITED CAMO VINYL + CASSETTE + MERCHANDISE - LINK IN BIO (HIT MERCH)

667.7k Likes, 8,086 Comments - Marshall Mathers (@eminem) on Instagram: "Swipe - #KAMIKAZE - LIMITED CAMO VINYL + CASSETTE + MERCHANDISE - LINK IN BIO (HIT MERCH)"

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Drake soll Kanye West zu "Donda"-Release gezwungen haben

Drake soll Kanye West zu "Donda"-Release gezwungen haben

Von Renée Diehl am 15.09.2021 - 13:31

Beef, parallele Album-Releases und Streaming-Duell: Zwischen Kanye West und Drake ging es in der letzten Zeit ordentlich rund. Dass die kurz aufeinanderfolgenden Releases von Kanyes "Donda" und Drakes "Certified Lover Boy" kein Zufall waren, war also von Anfang an offensichtlich. Nun aber meldet sich der Producer Todd Rundgren, der an "Donda" mitgearbeitet hatte, zu Wort – laut ihm hatte sich Kanye West durch Drake zum früheren Release seines Albums gezwungen gefühlt. 

Drake ist angeblich schuld an voreiligem "Donda"-Release

In seinem Interview mit "Ultimate Classic Rock" betont Produzent Todd Rundgren, dass das Timing des Donda-Releases kein Zufall war. Er selbst sei an den Aufnahmesessions für Kanyes zehntes Album beteiligt gewesen und behauptet, Drake habe "den ganzen Prozess angeführt". Kanyes Entscheidung, "Donda" zu veröffentlichen, sei so eine direkte Reaktion auf die Bekanntwerdung des Releasedatums von "CLB" gewesen: 

"Mein Engagement dauerte ein Jahr, und am Ende wurde mir klar, warum sie das Ganze so hastig eingetütet haben und offensichtlich rohes, unverarbeitetes Zeug veröffentlicht haben. Das liegt daran, dass Drake den gesamten Prozess anführte. Er [Kanye West, Anm. d. Red.] hatte zu viel Angst, dass Drake ihn übertrumpfen würde, also beeilte er sich und veröffentlichte das Album am Wochenende, bevor Drake sein Album herausbringen konnte. Und am Ende hat Drake trotzdem seinen Teil von Kuchen bekommen."

("My involvement went on for a year, and in the end I realized why they hurriedly wrapped the whole thing up and put out what is obviously really raw, unprocessed stuff. It’s because Drake was running the whole process. He was too afraid that Drake would one-up him, so he hurried up and released the album the weekend before Drake could get his out. And in the end, Drake ate his lunch anyway.") 

Drake hatte am 27. August das Releasedatum für "Certified Lover Boy" für den 3. September bekannt gegeben. Zwei Tage später droppte Kanye West (jetzt auf Apple Music streamen) "Donda" im Anschluss an seine Listening-Party in Chicago.

Rundgren nennt Kanye West einen "Schuhdesigner" und "Dilettanten"

Insgesamt lässt Rundgren kaum ein gutes Haar an seiner Zusammenarbeit mit Kanye West. Die beiden hätten über ein Jahr an "Donda" zusammengearbeitet und niemals habe er gewusst, wieviel von seinem Input wirklich genutzt werden würde. Am Ende hätte er Material für rund drei Kanye-Alben auf seinem Rechner gehabt und dann aufgrund des geringen Feedbacks die Zusammenarbeit beendet:

"Als es im Juli auf die Zielgeraden [der Albumproduktion, Anm. d. Red] zuging, sagte ich nur: 'Das reicht mir. Ich habe keine Ahnung, ob davon etwas verwendet wird.' Man bekommt nicht viel Feedback von ihm."

("When it got into the homestretch in July, I just said, 'That’s enough for me. I have no idea whether any of this is being used.' You don’t get much feedback from him regarding what it is.")

In seinem Rant nennt er Kanye West außerdem einen "Schuhdesigner" und "Dilettanten", denn niemand "würde ein solches Album machen, außer er hätte Geld zum aus dem Fenster werfen übrig". Was unsere Redakteurin Alina von "Donda" hielt, lest ihr übrigens hier:

Review: Kanye Wests "Donda" ist nicht so gut, wie alle sagen

"Donda" is here: Nachdem Kanye West seine Fans wochenlang mit immer absurder werdenden Listening-Partys gequält hat, ist das 10. Studioalbum des gebürtigen Chicagoers doch tatsächlich rausgekommen. Wer hätte es gedacht? Ich auf jeden Fall nicht. Denn Ye ( so heißt er doch jetzt, oder nicht?) ist ja seit jeher bekannt für messy Promo-Phasen.


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