Morde an 2Pac & Biggie: Neue TV-Serie geht den Ermittlungen auf den Grund

Heute startet in den USA eine neue, mit Spannung erwartete Serie. "Unsolved: The Murders of Tupac and The Notorious B.I.G." soll die Freundschaft und Feindschaft von 2Pac und Biggie beleuchten – und darüber hinaus (mal wieder) die Morde an den beiden Rappern aufklären. Ob sich die Macher der Serie damit ein bisschen weit aus dem Fenster lehnen? Möglich.

"Die Serie beschäftigt sich vor allem mit dem Thema der Wahrnehmung und wie die Wahrnehmung unser Urteilsvermögen herausfordert. Sie erinnert uns daran, dass wir innehalten und über unsere Taten nachdenken müssen. Wer die Serie verfolgt, wird jede Menge Klarheit gewinnen. Es werden so viele neue Informationen präsentiert, von denen wir zuvor keine Ahnung hatten. Wir haben viel harte Arbeit hineingesteckt, um den Fall zu lösen."

So wird Executive Producer Anthony Hemingway, der für einen Großteil der zehn Episoden verantwortlich ist, bei The Hollywood Reporter zitiert. Auch der Schöpfer der Show, Kyle Long, schlägt mit einer Aussage in dieselbe Kerbe:

"Die Leute denken: 'Die Show kann ja gar nicht zufriedenstellend sein, weil die Fälle ungelöst sind.' Ich glaube, das stimmt nicht. Ich denke, dass wir wirklich alles auf eine sehr interessante Weise präsentieren. Die Serie zeigt, zu welchen Schlussfolgerungen einige Polizisten gekommen sind und dann wird sich das Publikum seine Meinung bilden müssen."

Im September 1996 wurde 2Pac in Las Vegas mehrfach angeschossen und starb einige Tage später im Krankenhaus. Nur ein halbes Jahr später wurde Biggie in Los Angeles erschossen. Über die Verbindung der beiden Morde und darüber, wer sie begangen hat, wird seit jeher diskutiert. Immerhin scheint die neue Serie wenigstens eine Antwort darauf zu liefern, warum die Aufklärung der Taten so schleppend vorangeht. Schauspieler Jimmi Simpson, der den Polizisten Russell Poole spielt, äußert gegenüber The Hollywood Reporter:

"Ich glaube, offiziell gelten die Fälle immer noch als ungelöst, weil das vor 20 Jahren einfach nicht genügend Leute interessiert hat, dass zwei junge, schwarze Männer ermordet wurden. Als die ganze Sache dann endlich in die Hände von jemandem gelegt wurde, der es unbedingt aufklären wollte, hat ihm das Los Angeles Police Department die Sache extrem schwer gemacht. 15 Jahre später war die Hälfte der Zeugen bereits tot und die Chance, die Fälle juristisch aufzuarbeiten, wurde vertan."

Über die inhaltlichen Enthüllungen, die "Unsolved" angeblich ans Tageslicht befördert, ist bisher noch so gut wie nichts an die Öffentlichkeit gedrungen. Ohne irgendjemandem allzu viele Hoffnungen machen zu wollen, wird man wohl die ersten Folgen abwarten müssen. USA Network strahlt die erste Staffel der Show ab heute jeden Dienstagabend um 22 Uhr (EST) aus. Über einen deutschen Sendestart ist bisher noch nichts bekannt, allerdings gibt es bereits einige Trailer zu sehen, die immerhin auf eine spannende Erzählweise schließen lassen:

UNSOLVED: The Murders of Tupac & The Notorious B.I.G. (Trailer #4)

UNSOLVED: The Murders of Tupac & The Notorious B.I.G.

Unsolved Trailer Season 1 The Murders of Tupac and the Notorious B.I.G. (2018) USA Network Series

Unsolved Trailer Season 1: The Murders of Tupac and the Notorious B.I.G. - 2018 USA Network Series Subscribe: http://www.youtube.com/subscription_center?add_user=serientrailermp Folgt uns bei Facebook: https://www.facebook.com/SerienBeiMoviepilot About Unsolved Season 1 The Murders of Tupac and the Notorious B.I.G. A scripted true crime series based on the murder investigations of Tupac Shakur and Biggie Smalls.

2016 versuchte übrigens bereits die Doku-Serie "Murder Rap" Licht ins Dunkel um die Morde zu bringen. Mehr dazu:

Morde an Biggie und 2Pac laut neuer Doku endgültig geklärt

Die neue Dokumentation Murder Rap soll die Morde an Biggie und 2Pac endgültig aufklären. Der LAPD Officer Greg Kading führte lange Zeit eine Special Task Force an, die die Morde untersuchte, und er kommt zu dem Schluss, dass Puff Daddy - wie bereits oft vermutet wurde - hinter Tupacs Tod stecken muss.

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5 Erkenntnisse aus 2Pacs bisher unveröffentlichtem MTV-Interview
MTV

5 Erkenntnisse aus 2Pacs bisher unveröffentlichtem MTV-Interview

Von Michael Rubach am 18.09.2019 - 11:37

MTV hat ganz tief im Archiv gewühlt und ein bisher nie veröffentlichtes Interview mit 2Pac online gestellt. Die Aufnahmen stammen aus dem Oktober 1995. Es ist das erste offizielle Interview von 2Pac, nachdem er zuvor wegen sexueller Belästigung verurteilt wurde und mehrere Monate im Gefängnis verbrachte.

Die damalige MTV-Reporterin Tabitha Soren begleitet die Hiphop-Ikone auf einem Spaziergang entlang des berühmten Venice Beach Boardwalk in Kalifornien. Der 1996 verstorbene Rapper spricht dort über prägende Abschnitte seines Lebens und enthüllt, welche Pläne er noch gehabt hätte.

2Pac war als Dealer nicht geeignet

2Pac geht im Gespräch offen mit der Crack-Abhängigkeit seiner Mutter Afeni Shakur um. Es sei eine harte Zeit gewesen, die allerdings nichts an dem Verhältnis zu seiner Mutter geändert habe:

"Ich liebe meine Mutter, sie ist alles für mich. Ich liebe all ihre Fehler."

Er selbst habe sich nie etwas aus Crack gemacht. Für den Hustle als Dealer sei er zudem nicht geeignet gewesen. Lediglich zwei Wochen habe er Drogen verkauft. Gegen Ende des Interviews distanziert sich Pac darüber hinaus von einem Leben als Gangster und der damit verbundenen "Thug Life Mentality".

2Pac hatte vor der Musikkarriere 2 Jobs

Bevor er sich der Rapgruppe Digital Underground anschloss, arbeitete 2Pac seiner eigenen Aussage nach nur in zwei Jobs. Demnach war er in einem Pizza-Laden und in einem Supermarkt tätig. Während der Arbeitszeit habe er jedoch Texte geschrieben, sodass er relativ schnell wieder gefeuert wurde. Digital Underground Frontmann Shock G sei von Pacs Rapskills nach nur einer Session überzeugt gewesen. Die Zeit mit der Band ordnet 2Pac als eine der besten seines Lebens ein.

Death Row Records gehört jetzt einem Spielwarenhersteller

Gangstarap trifft My Little Pony? 2Pac als Furby? Snoop Dogg als legendäre Kreatur in Magic? Seit neuestem sind das zumindest rein rechtlich mögliche Konstellationen, die auf uns zukommen könnten. Der Spielwaren- und Entertainment-Gigant Hasbro soll nämlich für rund 4 Milliarden US-Dollar das Unternehmen Entertainment One gekauft haben, zu dessen Portfolio mit rund 35.000 Filmen und 45.000 Musiktiteln auch die Werke des legendären Westcoast-Labels Death Row Records zählen.

2Pac wusste nicht, wer sein biologischer Vater war

Ebenso erzählt Pac, unter welchen Umständen er das erste Mal auf seinen vermeintlich biologischen Vater traf. Es sei im Krankenhaus gewesen. 2Pac wurde medizinisch betreut, nachdem er 1994 durch 5 Schüsse verwundet wurde. Ein Mann, der eine große Ähnlichkeit zu ihm aufwies, habe ihn besucht und behauptet, sein Erzeuger zu sein. Allerdings habe es nie einen Bluttest gegeben, sodass sich 2Pac nie vollständig sicher sein konnte, ob der Mann tatsächlich sein Vater war.

2Pac wollte ein Buch schreiben

Das Interview ist ungefähr ein Jahr vor dem Tod von 2Pac entstanden. Gegenüber der Reporterin eröffnet Pac dabei auch seine Zukunftspläne, die folglich nicht mehr in die Tat umzusetzen waren. Er sagt, dass er an einem Buch arbeiten möchte, um "alles zu erzählen". Auf diese Art würde er den "Schmerz" verarbeiten können, den er als Kind erlitten habe.

2Pac & Mike Tyson planten, Gemeindezentren in den Ghettos zu bauen

Die Geschichte von 2Pac ist eng mit Mike Tyson verbunden. Schließlich sah sich Pac einen Boxkampf seines Freundes an dem Tag an, an welchem er seine todbringenden Schussverletzungen erlitt. Mit dem Boxer hatte 2Pac offensichtlich vor, Gemeindezentren in den Ghettos von Amerika zu errichten.

Neben der Auseinandersetzung mit eher ernsten Themen enthält das Video auch immer wieder auflockernde Sequenzen. So probiert 2Pac eine Batman-Sonnenbrille auf, lässt sich nahezu beiläufig tätowieren und erfüllt viele Autogrammwünsche. Das Material fügt der Legacy der Westcoast-Ikone ein weiteres Puzzlestück hinzu.

Erste Details zu neuer 2Pac-Doku veröffentlicht

Im Rahmen einer Pressetour von FX Networks sind erste inhaltliche Details über die bevorstehende 2Pac-Doku des "The Defiant Ones" Regisseurs Allen Hughes veröffentlicht worden. Das vorher noch unbetitelte Projekt wird "Outlaw: The Saga of Afeni and Tupac Shakur" heißen und auf dem eingangs erwähnten Pay-TV-Sender zu sehen sein.


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