Hiphop x Fashion: 4 Rapper und ihre eigenen Modelabels

Den Namen deines Lieblingsrappers kannst du schon seit einer gefühlten Ewigkeit mit Stolz auf deiner Brust tragen. Der passende Merch gehört zum Standardprogramm eines jeden Künstlers und macht nicht selten den Großteil einer jeden Albumbox aus.

Genau aus diesem Grund vielleicht entscheiden sich immer mehr Künstler dazu weit mehr als Shirts und Caps anzubieten und launchen gleich eine eigene Modemarke. Nicht nur Kanye West ging als Rapper unter die Designer, auch unsere hiesigen Artists versuchen sich in der Branche.

Vier davon wollen wir dir jetzt noch einmal vorstellen.

  1. Haftbefehl

Wir schreiben das Jahr 2015. An den Füßen von Haftbefehl lassen sich in diesem Sommer keine Sneaker finden, sondern Brudiletten. Mit den Schlappen als Zugpferdchen erscheint die erste Kollektion aus dem Hause Chabos IIVII. Die Marke entsteht in Zusammenarbeit zwischen Haftbefehl und Manager Erfan Bolourchi.

Die Designs können sich sehen lassen. Es folgen Pullover, Jacken, Hosen und Caps. Dass ein Gockel als Logo eines Labels so gut funktionieren kann, hätte vor Haftis Kollektion wohl niemand geglaubt. Sogar international kann der Hahn überzeugen. Schon im März 2015 berichtet der renommierte Modeblog Highsnobiety über das neue Label. Bei einem Auftritt in Hamburg trug Chris Brown außerdem eine Jacke der Marke Chabos.

  1. Fler

Schon 2009 präsentierte Fler die Modelinie Psalm 23, sodass er in Sachen Mode durchaus als ein Vorreiter bezeichnet werden darf. Die erste Kollektion sollte mit dem Album FLER erscheinen. Im März 2010 öffnete Fler seinen eigenen Shop in Berlin, in dem Merchandise und Stücke aus der Psalm 23-Kollektion erworben werden konnten. Ende 2010 gründete Fler das Label Maskulin, welches Psalm 23 bald ablösen sollte.

Im Frühjahr 2015 wurde aus dem Musiklabel Maskulin laut Fler eine reine Modemarke. Im selben Jahr schafft es eines der Maskulin-Designs in das Magazin Sportswear International.

Ende 2016 gab Fler über Twitter bekannt, dass Maskulin.de im neuen Jahr geschlossen werden solle. Über die neue Webseite vibemerchandise.de vertrieb er bis heute wieder klassischen Merch. Ganz aus dem Fashion Business zurückziehen kann sich Fler aber dann wohl doch nicht. Erst Anfang Oktober kündigte er eine völlig neue Kollektion auf Twitter an. Ganz offensichtlich lebt Maskulin wieder. Spätestens am 13. Oktober.

 

In 3 Stunden und 20 Minuten starten wir auf www.maskulin.de !!!! #newseason @maskulin.lifestyle

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  1. Cro

Cros Label VioVio entstand schon 2008. Lange bevor die Pandamaske die Charts förmlich überrollte. Shirts mit verschiedenen Designs aus Carlos Feder bestimmten damals die Kollektion der kleinen Marke, dessen Geschäftsführer Cros Bruder wurde. Mit Cros Rapkarriere wurde auch aus VioVio ein Verkaufsschlager. Die Kleidung war vorerst nur online erhältlich und wurde in kleineren Stückzahlen angeboten. Innerhalb kürzester Zeit schienen stets alle Teile vergriffen. Kurz darauf eröffneten Pop Up Stores in Form von Tourbussen, die zum Hype um die junge Marke beitrugen.

Anfang 2014 erschien eine Kollaboration zwischen VioVio und Kangaroos, dem amerikanischen Sneaker-Label.

Mittlerweile scheint es bei VioVio etwas ruhiger geworden zu sein. Auf der offiziellen Webseite des Shops, verweist man noch immer auf die Frühling/Sommer-Kollektion 2016. Ob das Label zurückkommen wird, ist nicht bekannt.

  1. Kollegah

2015 - welch Modejahr. Auch Kollegah verkündete 2015: er geht unter die Designer! Mit dem Label Deus Maximus soll ein weiterer Geschäftszweig bosshaft übernommen werden. Deus Maximus lässt sich aus dem lateinischen ungefähr als „oberster Gott“ übersetzen.

Die „kleidunggewordene Königsaura“ wie Kolle seine erste Kollektion beschreibt, wird durch Hoodies, Caps und Shirts verliehen. Trotz königlichem Anspruch bleibt Kollegah im Bereich Streetwear.

Die scheint bei den Fans gut anzukommen! Auf Instagram folgen dem Label fast 38.000 User. Dort präsentierte Kollegah zuletzt die neue Kollektion für die kommende Saison. Im Jahr 2016 gab es außerdem prominenten Support, denn der französische Rapper Booba zeigte sich stolz mit einer Deus Maximus-Jacke.

 

+++ ONLINE NOW +++ Die neue Kollektion ist ab sofort online und erhältlich unter www.deusmaximus.com Video: @_alexpohl_

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Petition will eine Haftbefehl-Straße in Offenbach erwirken

Petition will eine Haftbefehl-Straße in Offenbach erwirken

Von Clark Senger am 25.06.2020 - 12:11

Was der Tod von George Floyd angestoßen hat, lässt aktuell in etlichen Ländern Menschen über Rassismus in der Gegenwart und der Vergangenheit nachdenken. Denkmäler von kolonialistischen Kriegstreibern werden versenkt, Straßennamen und mehr werden historisch eingeordnet und überdacht. So auch in der Stadt Offenbach am Main, zu deren berühmtesten Söhnen Haftbefehl zählt.

Bismarckstraße in Offenbach soll umbenannt werden

Eine derzeit noch relativ kleine Petition mit etwa 550 Unterschriften möchte nun der Bismarckstraße an den Kragen und wirft die Namen Haftbefehl-Straße oder Erwin-Kostedde-Straße in den Raum. Erwin Kostedde wurde 1974 zum ersten Schwarzen Spieler in der deutschen Fußballnationalmannschaft. Wer Haftbefehl ist, solltet ihr wissen.

Die Kritik am Vermächtnis des ersten Reichskanzlers Otto von Bismarck (1871-1890) liegt wie bei vielen Denkmälern und Straßen in der Kolonialisierung Afrikas. Man sagt zwar ihm zwar nach, persönlich kein Fan des Kolonialismus gewesen zu sein. Dennoch ist er der Gründer des deutschen Kolonialreichs gewesen: Unter seiner Führung wurde durch den Erwerb von Territorien in Afrika und im Pazifik der Grundstein gelegt. Den Menschen dort brachte der weiße Mann aus Deutschland Tod, psychisches, physisches, kulturelles und historisches Leid sowie jahrzehntelange Ausbeutung, deren Folgen diese Länder bis heute mitprägen.

"Die Stadt hat vor ein paar Jahren einen kurzen Weg im Büsingpark in Regina-Jonas-Weg umgetauft. Eine herausragende Frau, die in Offenbach 1935 die erste Rabbinerin weltweit (!) wurde, und 1944 in Auschwitz ermordet wurde. Otto von Bismarck hingegen hat mit der von ihm 1884/1885 in Berlin organisierten Kongokonferenz die Kolonisierung Afrikas organisiert und ist damit für das Leid und die Ermordung von Millionen von Menschen (mit)verantwortlich. Auch außerhalb dieser Konferenz war er ein Kriegstreiber. Eine der größten und wichtigsten Ost-West-Verkehrsstraßen in Offenbach ist nach ihm benannt." – Auszug aus der Petition

Haftbefehl-Straße direkt am Offenbacher Hauptbahnhof?

Dem Initiator der Petition geht es darum, alle Offenbacher über den neuen Straßennamen abstimmen zu lassen. Die zentrale Ost-West-Verbindung, die aktuell noch Bismarckstraße heißt, liegt direkt am Hauptbahnhof. Hafti und Kostedde sind erstmal nur Vorschläge.

"Bin natürlich für alle Vorschläge offen. Ach, und weil es hier ja um Demokratie geht, sollten natürlich alle Offenbacher*innen über die neuen Namen abstimmen."

Unterschreiben könnt ihr übrigens hier:

HAFTBEFEHL GEGEN BISMARCK | Umbenennung der Bismarckstraße in Erwin-Kostedde- oder Haftbefehl-Straße - Online-Petition

Endlich wird der Kolonialismus kritisch angegangen und Geschichte neu betrachtet. Nein, Kolumbus hat Amerika nicht "entdeckt" und nein, ägyptische Statuen in Nationalmuseen haben nichts von Indiana Jones sondern sind Raub.

Es ließe sich sicher auch darüber diskutieren, ob die Chancen auf eine Aykut-Anhan-Straße nicht höher wären. Das steht aber gar nicht so sehr im Fokus wie ein Umbruch in der Art und Weise, wie man einflussreicher Persönlichkeiten der Vergangenheit gedenkt. Und an diesem Punkt dürfte es – ganz abgesehen vom zu einfach zu ignorierenden Wesen vieler Online-Petitionen – schwierig für das Unterfangen werden.

Wer seinem Hund ein Geschirr mit der Aufschrift "Deutsche Ehre" kauft, rechte Parteien wählt, sich von der Bild mit Panik vor Zuwanderung anstecken lässt oder ähnliches, der wird vermutlich auch Bismarck nicht kritisch gegenüber stehen. Im Geschichtsunterricht hören die meisten von seinen Errungenschaften. Wie er durch Kriege mit diversen Nachbarn das deutsche Reich und geformt habe. Wie toll seine Bündnispolitik gewesen sein soll. Und ja, auch dass er mit Versicherungen die Basis für den Sozialstaat gelegt hat. Solche Sachen. Wie viele Leben durch seine Politik (in Europa und Afrika) ihr Ende fanden, ist in den meisten Lehrplänen maximal eine Randnotiz.

Sollte es zur Umbenennung der Straße kommen, könnte davon eine sehr spannende Signalwirkung ausgehen. Bismarckstraßen und -Plätze gibt es in jedem noch so kleinen Kaff in Deutschland. Dementsprechend werden Imbissbuden, Apotheken und andere Geschäfte ebenfalls nach Bismarck benannt. Der Name ist omnipräsent.

Im Projekt tearthisdown sind diese Straßen, Wege und Plätze gar nicht aufgeführt und trotzdem findet man dort eine Deutschlandkarte, die schon jetzt voller kolonialer Überbleibsel ist. Es gibt einiges zu tun in Deutschland.


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