Warum gerade Rapper jetzt eigentlich pro Böhmermann sein müssten

Jan Böhmermann muss sich jetzt wirklich vor Gericht für sein Schmähkritik-Gedicht verantworten: Die Bundeskanzlerin Angela Merkel hat dem Strafverfahren zugestimmt.

Die ganze Angelegenheit ruft seit Anbeginn die unterschiedlichsten Reaktionen hervor, natürlich auch bei diversen Rappern. Allerdings haben die meist nur wenig nette Worte für den Satiriker übrig.

Das liegt wahrscheinlich mit daran, dass der vor einigen Monaten als Polizistensohn mit dem Song Ich hab Polizei weite Teile der Rapszene gegen sich aufgebracht hat. Die Diskussion nahm ungeahnte Ausmaße an.

Jetzt scheinen viele Rapper und Rap-affine Menschen am ehesten Schadenfreude zu empfinden, wenn es um das Strafverfahren gegen Jan Böhmermann geht. Was wirklich schade ist.

Denn im Endeffekt stehen sie alle auf derselben Seite, auch wenn das nicht allen ganz klar zu sein scheint: Es geht um Meinungsfreiheit, um Pressefreiheit, Satirefreiheit und eben auch um die Kunstfreiheit.

Selbstverständlich führt es zu Verstimmungen, dass der Feuilleton für Böhmi in die Bresche springt, es bei Rappern dann aber zum Beispiel wiederum nicht tut. Trotzdem: Sie sitzen alle im selben Boot.

Einer Schmähkritik wird in der Regel die inhaltliche Ebene abgesprochen, es handelt sich dabei dann nur noch um Beleidigungen. Viele Battle-Rapper laufen mit ihren Texten ebenfalls Gefahr, genau diese Grenze zu überschreiten.

Auch wenn es um Beleidigungen von Staatsoberhäuptern geht, betrifft das Rapper: Stell dir vor, es wäre verboten, "F*ck Trump!" oder "F*ck Bush!" zu rappen.

Jetzt beschäftigt sich die Justiz mit dem Fall – und nicht mehr die Politik. Ganz so, wie es in einem europäischen Rechtsstaat eben funktionieren sollte. Hoffentlich versteht der türkische Staatschef diesen Wink mit dem Zaunpfahl.

Laut SPIEGEL ONLINE soll die zugrundeliegende Majestätsbeleidigungsklausel übrigens "noch in der laufenden Wahlperiode durch einen entsprechenden Gesetzesentwurf abgeräumt werden".

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Kommentare

Ich finde es offen gestanden fürchterlich das wir in einem Land leben in dem es mittlerweile völlig egal zu sein scheint, was die breite Masse denkt! Wunderbar das wir eine "Kanzlerin" haben, die einmal mehr bewiesen hat, dass sie ihren
Zenit schon weit überschritten hat! Das J.B. diesen ohnehin schon offensichtlichen Zustand erst für alle sichtbar gemacht hat, zeigt einmal mehr das er auf eine gewisse Weise ein Genie ist! Das sich jetzt allederings "Künstler" wie massiv kritisch dazu äußern ist in Anbetracht der Situation das jedes Album fast ausschließlich aus Beleidigungen besteht, ziemlich lächerlich ..

*dass !
Ganz oft und ein paar Satzzeichen mehr, bitte.

Sieht man mal was für Lappen die Deutscherapper sind. Haben nur Angst was gegen Erdo zu sagen, da die Idioten, die Böhmermann hassen potentielle Kunden sind. Jan ist cool. Der hat Eier der Lauch. Geht da hin wo es weh tut. Rapper dissen afd... Ihr Lappen. CDU/SPD/dieGrünen sind cool oder was?!?

"Jan Böhmermann muss sich jetzt wirklich vor Gericht für sein Schmähkritik-Gedicht verantworten"
Nein. Merkel hat nur der theoretischen Möglichkeit zugestimmt. Ob ein Verfahren eingeleitet werden kann, wird jetzt vom Gericht in Mainz entschieden.

„Es gibt kein gutmütigeres, aber auch kein leichtgläubigeres Volk als das deutsche. Keine Lüge kann grob genug ersonnen werden, die Deutschen glauben sie. Um eine Parole, die man ihnen gab, verfolgen sie ihre Landsleute mit größerer Erbitterung als ihre wirklichen Feinde.“

Napoleon

Ich bin mittlerweile der Ansicht, dass ich meine Meinung über ein paar Sprechgesangsartisten ein bisschen ändern muss. Wenn man sich von den Song Ich hab Polizei als Standhafter Rapper auf den Schlips getreten fühlt, nebenbei aber Money Boy akzeptiert, hat man nicht mehr alle Latten am Zaun. Generell diese wahnwitzige Haltungen, a la 'Willkommen in unserer Welt' und 'mimimi wir sind schikaniert worden'. Alter? Habt ihr kein Rückgrat? Basstard ist sowieso einer der größten Lappen, aber Bu... Haltet mal die Füße still, echt jetzt! ...und seid froh dass es so etwas wie Meinungsfreiheit gibt.

Jaudaswars.

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"Ich soll gef*ckt werden": Fler muss im November wohl vor Gericht

"Ich soll gef*ckt werden": Fler muss im November wohl vor Gericht

Von Till Hesterbrink am 20.10.2020 - 15:59

Fler hat sich mit der Bild-Zeitung getroffen und über eine wohl am 4. November anstehende Gerichtsverhandlung unterhalten. Ihm sollen wohl insgesamt 23 Vorwürfe in sechs Anklagen gemacht werden. Die Staatsanwaltschaft fordert zwei Jahre Gefängnis für Flizzy und das ohne die Möglichkeit auf Bewährung. Außerdem soll ein Strafbefehl über 54.000 Euro gestellt worden sein.

Fler sieht Verhältnis zu Arafat in der Schuld

Schon als die Vorwürfe gegen Fler das erste Mal laut wurden, behauptete er, die Anschuldigungen seien völlig überzogen. Der eigentliche Grund, warum so massiv gegen ihn vorgegangen würde, sei seine Beziehung zu Arafat Abou-Chaker.

Bereits zu Beginn dieses Monats hatte der Fler uns gegenüber erklärt, es gehe bei der ganzen Sache auch darum, ihn mundtot zu machen.

"Ich hab mich ein bisschen eingesetzt für Arafat. Die wollten mich wegen Raub in den Knast stecken, obwohl das vielleicht eine Sachbeschädigung gewesen ist. [...] Man merkt halt, da ist so viel Ego im Spiel, bei den Bullen. Das ist so ein Ego-Ding und jeder der sich irgendwie auf die Seite [von Arafat] stellt, kriegt auf den Deckel."

Er sei aber von der Unschuld Arafats überzeugt und würde daher auch für ihn einstehen. Nach Fler wäre vieles, was man in den Medien über Arafat lesen würde, komplett aufgebauscht. Aus ihm würde eine Art "Al Capone" gemacht, obwohl er sich legal verhalten würde.

Gegen Arafat Abou-Chaker läuft aktuell ein Prozess unter anderem wegen Bedrohung und Freiheitsberaubung, in welchem Bushido Nebenkläger ist.

Bushido soll angeblich vor Gericht gelogen haben

Bushido und Arafat Abou-Chaker streiten sich seit geraumer Zeit vor Gericht. Am 11. Verhandlungstag, der am Montag stattgefunden hat, ging es wohl vor allem um eine Razzia auf dem sagenumwobenen Grundstück in Kleinmachnow - und darum, wer wann und wie genau von dieser Durchsuchung Wind bekommen hat.

Im Interview mit der Bild führt Fler weiter aus, dass das LKA und das zuständige Polizeirevier ihn "auf dem Kieker" hätten. So würde er in einem völlig unverhältnismäßigem Maße kontrolliert und seine Wohnung durchsucht, obwohl es sich bei seinen Vergehen lediglich um geringfügige Straftaten handele

Mitte des Jahres wurde ein Haftbefehl gegen Fler ausgestellt, da er ein RTL-Kamerateam beraubt haben soll. Diesen Haftbefehl musste die Staatsanwaltschaft zurückziehen, da der Tathergang nicht sachgemäß beschrieben wurde, entschied ein Ermittlungsrichter. Auch eine gegen Fler gerichtete Telekommunikationsüberwachung wurde als rechtswidrig eingestuft.

Strafbefehl über 54.000 Euro & Anklage für Flers Verlobte

Des Weiteren habe Fler einen Strafbefehl über 54.000 Euro erhalten, da er angeblich Teile der Ermittlungsakte zum aktuellen Abou-Chaker-Prozess veröffentlicht haben soll. Allerdings habe er diese Dinge in Wirklichkeit lediglich retweetet. Gegenüber der Bild verurteilte er dies als "Staatsschikane".

Auch gegen seine Freundin wurde Anklage erhoben. Sie soll damals das "Fanboy"-Video gefilmt und verbreitet haben.

Daran, dass die Ermittlungen gegen ihn fair ablaufen, hätten sowohl Fler als auch dessen Anwalt große Zweifel. Trotzdem wolle sich Flizzy nicht unterkriegen lassen:

"Aber ich gehe lieber aus Protest in den Knast, als dem Staat mein Geld zu geben."

Die Staatsanwaltschaft fordert eine Strafe von zwei Jahren für Fler, ohne die Möglichkeit auf Bewährung.

Fler könnte eine mehrjährige Haftstrafe drohen

Fler muss sich mal wieder mit der Justiz rumschlagen. Gestern postete er auf Instagram, dass er vor einem Berliner Gericht in 20 Fällen angeklagt wird. Dafür wurde ein erweitertes Schöffengericht einberufen, welches nur hinzugezogen wird, wenn die Staatsanwaltschaft mit einer Haftstrafe von mindestens zwei Jahren rechnet.


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