Neues Video "Charlie Hebdo": SadiQ missbraucht Rap für Propaganda

 

Lange war es musikalisch still um SadiQ. Dafür vermittelte er in sozialen Netzwerken den Eindruck, dass sein Treffen mit Pierre Vogel vor einigen Jahren doch nachhaltig Eindruck hinterlassen hat. SadiQ, den wir mal als talentierten Rapper und freundlichen, eher schüchternen Menschen kennengelernt hatten, sympathisiert heute offenbar mit dem Salafismus und scheint auch den bewaffneten Kampf gegen Andersgläubige zu befürworten.

Das mit der musikalischen Stille ändert sich jetzt mit der Promophase zu seinem zweiten Soloalbum. Gestern erschien das Video zu seinem Song Charlie Hebdo. Der Inhalt hält leider, was der Songtitel androht ("komm mit der AK - Al-Qaida Slang – Schieße für Gaza, Guantanamo, Mali – ich baller mit Arabern – Pariser renn'"). Vor dem Hintergrund des Eindrucks, den SadiQ in den vergangenen Monaten vermittelt hat, lässt sich der Song nicht als bloße Provokation verstehen.

In der Tracklist des kommenden Albums folgen auf Charlie Hebdo die Songs Paris und Taliban. Auch andere Anspielstationen tragen Namen, die den Eindruck verstärken, dass SadiQ sein Album zur islamistischen Propaganda nutzen wird. Nach Deso Dogg ist er offensichtlich der zweite einigermaßen bekannte Rapper, der sich von Pierre Vogel umkrempeln lässt und anschließend seine durch Rap erworbene Popularität zur Verbreitung islamistischer Propaganda nutzt – soweit der persönliche Eindruck.

Sind das Tatsachen? Wissen wir das alles mit Sicherheit? Nein. So verstehen wir das, was SadiQ uns ins Internet schreibt und vorrappt - keine Ahnung, wie man es anders verstehen sollte.

Rap hat viel mit freier Meinungsäußerung zu tun – soll SadiQ sagen, was er denkt. Hiphop steht aber für eine Welt, die niemandem aufgrund von Abstammung oder Religion verschlossen ist. Das Schöne an ihr ist, dass sie Menschen zusammenbringt. Das funktioniert nicht, wenn einzelne ihre Freiheit missbrauchen, um andere auszuschließen oder Krieg zu propagieren. Leider vermittelt SadiQ den Eindruck, eine Ideologie zu unterstützen, für die Schiiten, Jesiden, liberale Sunniten, Christen, Juden, Atheisten,... sagen wir mal, ein Großteil von uns allen, erklärte Feinde sind. Es wäre schön, wenn SadiQ in unsere Welt zurückkehren würde. Bis dahin wäre es schön, wenn er nicht rappen würde. Rap hat damit nichts zu tun. SadiQ hat nichts mehr mit Rap zu tun. Rap hat dir nix getan, lass ihn in Ruh'.

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