4 Blocks Staffel 3: Die zweite Folge dreht wieder voll auf

Die dritte Staffel von "4 Blocks" geht weiter: Nachdem die erste Folge alles auf den Kopf gestellt hat, gibt Episode 2 "Der Weg des Geldes" endlich wieder richtig Gas. Es gibt nicht nur eine noch größere Überraschung als Cliffhanger am Schluss, sondern auch ein Wiedersehen mit alten Bekannten. Die Probleme bleiben mehr oder weniger dieselben: Die zweite Folge von Staffel 3 dreht sich in erster Linie um eine undichte Stelle in den kriminellen Geschäften des Hamady-Clans.

ACHTUNG, es folgen SPOILER!

4 Blocks: Episode 2 der 3. Staffel folgt dem "Weg des Geldes"

Zeki ist wieder da: Die Ereignisse überschlagen sich erneut. Zeki kehrt tatsächlich wieder zurück, und zwar mit einem Knall. Eigentlich hat er Berlin-Verbot, aber er sieht seine Chance gekommen, weil Toni Hamady (Kida Khodr Ramadan) aus den Geschäften des Clans ausgeschieden ist. Zeki macht innerhalb kurzer Zeit ordentlich Para – die Autoklau-Szene kommt definitiv cool. Maruf (Hassan Akkouch) lässt sich zwar nicht rekrutieren, dafür aber der von Damion Davis gespielte Kollege.

Der nervt mit seinem unendlichen Gelaber nicht nur Zeki. Insbesondere, wenn sich die beiden zu einem Deal aufmachen, der ihnen letztlich sehr viel mehr abverlangt, als die beiden wohl vermutet haben: Sie sollen einen Friseur aus dem Wedding "beseitigen", um sich zu beweisen. Ob Zeki (Rauand Taleb) die Frankfurt-Connection tatsächlich klären kann beziehungsweise wie weit er dafür geht, bleibt spannend.

Toni kämpft um seine Tochter: Toni Hamady gibt sich redlich Mühe, das Sorgerecht für seine Tochter Shirin zurück zu bekommen. Dabei sorgt er für einige wirklich zarte, nahbare Momente. Wie er die Wand streicht, ist einfach süß. Da freut es umso mehr, dass er vor Gericht die Oberhand behält und seine Tochter zumindest schon mal an den Wochenenden sehen kann. Nur die auftauchende Polizistin trübt die Angelegenheit etwas. Es sieht ganz danach aus, als wolle die LKA-Frau Winter Toni unter Druck setzen.

Will Abbas wirklich aufhören? Jetzt, wo Ewa schwanger ist und Abbas (Veysel) ihr einen Heiratsantrag gemacht hat, bittet sie ihn, übers Aufhören nachzudenken. Abbas verspricht seiner zukünftigen Ehefrau dann tatsächlich auch, sich aus den kriminellen Familienangelegenheiten zu verabschieden. Allerdings mit der Einschränkung, vorher herausfinden zu wollen, wer dafür verantwortlich ist, dass das Geld abhanden kommt.

4 Blocks Staffel 3: Folge 1 stellt alles auf den Kopf

"4 Blocks" läutet das große Finale ein: Die dritte und letzte Staffel geht los. In der ersten Folge gab es mehr von allem und viele Veränderungen. Vor allem Toni Hamady steht im Mittelpunkt. Schlag auf Schlag wurden viele der drängendsten Fragen aus der letzten Staffel geklärt.

Toni Hamady wird sich nicht auf Dauer raushalten können

Drogenlabor wird gestürmt: Irgendjemand gibt der neuen LKA-Beamtin Winter einen Tipp, wo die Hamadys ihr Koks abpacken. Die Polizei stürmt daraufhin tatsächlich direkt das Drogenlabor, was einen Toten zur Folge hat. Die Menge an Stoff war wohl nur eine Tagesration, aber weder Latif (Massiv) noch Abbas können derartige Komplikationen jetzt gebrauchen. Die Stimmung wird immer angespannter. Wer hat der Polizei den Tipp gegeben und ist es derselbe, der sich Geld abzwackt?

Wer klaut das Geld? Die Frage aller Fragen wird ganz zum Schluss der Folge tatsächlich geklärt. Die Antwort ist die nächste wirklich große Überraschung: Kemal (Sami Nasser) ist dafür verantwortlich, dass immer wieder Geld verschwindet. Da Abbas aber den armen Menschen in der Werkstatt verdächtigt, geht er auf ihn los und bringt ihn dabei fast um. Hätte Latif ihn nicht davon abgehalten, hätte er ihn wahrscheinlich nicht nur mit dem Schraubenschlüssel vermöbelt, sondern vielleicht auch erschossen.

Toni steht unter Druck: Er muss den Verräter liefern. Abbas scheint aber nicht in der Lage zu sein, die Angelegenheit klären zu können. Wie wir Toni Hamady kennen, wird er für seine Tochter alles tun. Auch über Leichen gehen. Obwohl er beteuert, aus den Geschäften raus zu sein. Er könnte zurück in den Strudel der Gewalt gezogen werden, um den eigenen Kopf aus der Schlinge zu ziehen.

"4 Blocks": Wann & wo läuft Staffel 3? Alle Infos zur Serie

"4 Blocks" steuert unaufhaltsam auf die dritte Staffel und damit das große Finale der preisgekrönten Serie zu. Die Messlatte hängt hoch und die Vorfreude steigt.

Folge 2 der dritten Staffel 4 Blocks macht wieder mehr Spaß

Nach wie vor gilt: Leider nimmt sich "4 Blocks" nicht mehr so viel Zeit wie in der ersten Staffel. Auch in der zweiten Folge der dritten Staffel werden immer noch neue Mitspieler eingeführt. Dass Zeki zurückkommt, wirkt stimmig, aber hätte es die neue Frankfurter Club-Connection gebraucht? Was ist eigentlich mit "den Tschetschenen"? Und was es mit Rainer vom Flughafen auf sich hat, bleibt leider auch unklar. Statt der vielen neuen Figuren hätten sich die Verantwortlichen auf die bereits eingeführten Charaktere konzentrieren können.

Mehr Schwung & Spannung: Nachdem die erste Folge wie eine ziemlich lange Exposition gewirkt hat, geht Folge zwei wieder mit mehr Action in die Vollen. Es kracht richtig, wenn Abbas durchdreht, Drogen abgepackt werden und die Polizei das Labor stürmt. Auch die Szenen mit den Gringo-Tracks knallen nach wie vor ordentlich. Dafür gucken wir "4 Blocks" und die Story um das geklaute Geld hält die Spannung konstant hoch. Dass Kemal der Verräter ist, sorgt dann nochmal für eine gelungene Überraschung zum Schluss.

Die ruhigen Momente als Ausgleich. Würde es konstant nur an allen Ecken und Enden krachen, würde "4 Blocks" zum Action-Spektakel verkommen. Was das Gesamtbild abrundet, sind Szenen wie die, in denen Toni Hamady verletzlich, nahbar, emotional und nachdenklich wirkt. Oder die Szene mit der LKA-Beamtin, die ihren Kollegen in die Schranken verweist, weil sie ihren Champagner lieber allein trinken will. Auch Marufs Wiedersehen mit seiner alten Bekannten schlägt in diese angenehm ruhige, zwischenmenschliche Kerbe und sorgt so für die passende Balance.

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Die neue Netflix-Serie "Skylines" macht "4 Blocks" Konkurrenz

"Skylines" steht seit Freitag als Stream auf Netflix zur Verfügung und hat übers Wochenende ordentlich Staub aufgewirbelt. Die Serie stellt eine der wenigen Netflix-Produktionen aus Deutschland dar und tritt in die Fußstapfen von "Dogs of Berlin" oder "4 Blocks". Aber bei "Skylines" steht die Musik noch sehr viel deutlicher im Vordergrund.

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Berlin Calling: Wie die New Wave Deutschraps wichtigstes Movement wurde

Berlin Calling: Wie die New Wave Deutschraps wichtigstes Movement wurde

Von Julius Krämer am 10.04.2021 - 11:30

Lange noch als Untergrund bezeichnet, spielt die neue Generation des deutschen Hiphops spätestens seit dem letzten Jahr ganz oben mit. Was sie verbindet: Wenig Respekt vor den Regeln des Genres, ein ungebrochener DIY-Ethos und ein Sound, der das Lebensgefühl von Schöneberg, Steglitz und Kreuzberg atmet.

Ein paar Freunde in Berlin, viel Freizeit und das Talent, eben jenen Lebensstil zwischen Crewlife, Spätis und Wake&Bake auf minimalistisch-zurückgelehnten Trap-Beats zu zelebrieren. Das dürften die Hauptzutaten der Berliner Rapcrew BHZ sein, die bereits 2016 dem neuen Sound von Berlin aus den Weg bereiteten. Anfangs noch mit Kopfnicker-Boombap, öffneten BHZ in den kommenden Jahren mit ihrer Authentizität die Tür zu den großen Massen, durch die ihre Weggefährten im Vollsprint durchsprangen.

Ihr 2020er-Album bringt den Vibe und die Faszination ihrer Musik auf den Punkt: Kiezromantik. Gleichzeitig nehmen sich die sieben Jungs nicht zu ernst, der Spaß steht im Vordergrund und damit auch eine angenehme Unbekümmertheit, die im durchkommerzialisierten Promo-Game des deutschen Hiphops extrem erfrischend wirkt.

Vielfalt und Community

Die große stilistische Diversität, mit der die jungen Musiker ihren Sound bedienen, ist außerdem bemerkenswert. Sogar eng befreundete Rapper wie Pashanim und Kasimir1441 machen Musik, die unterschiedlicher nicht sein könnte: Auf der einen Seite die entspannt-melancholische Straßenpoesie von Pashanim, auf der anderen der extrem aggressive Schrei-Rap Kasimirs. Unterm Strich produzieren viele Artists dieser Szene aber frischen Südstaaten-Sound auf einem Niveau, das in Deutschland lange Zeit eher die Ausnahme war.

Der Beat von Yin Kalles "Lila Racks" legt sich mit seinem leicht groovendem Gitarrensample perfekt kopfnickend unter Drugtalk des 20-Jährigen: "Ja ich poppe eins, zwei, drei Pill'n oder vier / Ich hab' Drip, rolle Jibbit und ich inhalier'" – KazOnDaBeat lässt grüßen.

Derart breit aufgestellte Klangsprachen haben Hiphop eh und je ausgezeichnet. Überhaupt zeigt sich nicht nur bei Kaz, sondern auch bei anderen New Wave-Producern wie Jaynbeats oder Endzone die Tendenz, mit Feature-geladenen Soloalben eigene Releases zu veröffentlichen und so einen weiteren Schritt in Richtung unabhängige Musiker zu gehen.

Auch darüber hinaus scheint die New Wave Welten zu vereinen: Die Themen sind voller authentischer Straßenbezüge, viele der Künstler*innen haben aber einen Mittelstands-Background. Es wird geflext mit Altbauwohnungen und Markenklamotten, trotzdem "stinken alle morgens schon nach Bier" – zumindest bei BHZ und den 102 Boyz. Die Inszenierung sieht oft nach Planlosigkeit und Drogeneskapaden aus, Rapper wie Symba, Pashanim oder Dead Dawg sind aber allesamt auch im Musikvideo- oder Filmgeschäft aktiv und zeichnen sich so auch auf dem Papier als die mehrdimensionalen Künstler aus, die sie sind.

Anders als noch zu Aggro-Zeiten sind die meisten Artists bei unterschiedlichen Labels, es herrscht aber ein großer Zusammenhalt in der Szene. Beef wie in anderen Teilen des Deutschrap Games? Fehlanzeige. Die ganze Bewegung ist eine große Community, die sich nicht nur innerhalb von Berlin, sondern auch mit den Brüdern im Geiste aus Köln, Lugatti & 9ine, Features liefert: "Von Kölle 5-0 bis Berlin / 0221, 030 bald Repeat"

Von Soundcloud in den Streaming-Olymp

Wahrscheinlich trifft die New Wave auch deshalb den Zeitgeist in Deutschland so sehr, weil sie nicht nur den Sound aus Atlanta auf ihre ganz eigene Weise verarbeiten, sondern auch die Veröffentlichungsstrategie aus den USA übernehmen: Anders als Hiphop-Künstler*innen, die vor ihrem Aufstieg zu galaktischen Streaming-Zahlen bereits auf Majors releast hatten, erreichten BHZ, Pashanim oder Yin Kalle eine riesige Fanbase über Soundcloud-Releases – ähnlich wie XXXTentacion, 6ix9ine oder Lil Pump Mitte der 2010er.

Der älteste Beitrag auf der BHZs Soundcloud Page ist mittlerweile sieben Jahre alt und zeugt von den Anfängen. Yin Kalle, damals noch schlicht und ergreifend als Karl, teilte ebenfalls lange vor seinem ersten Spotify Release Musik auf der Plattform. Pashanims Songs dort wie "Saka Wasser" oder "fühlst du mich" haben reihenweise siebenstellige Aufrufzahlen erreicht:

Diese Vorschusslorbeeren zahlten sich aus: Von sieben Pasha-Tracks auf Spotify haben drei mehr Plays als jeder einzelne Song von Bushido – ausgenommen das Feature "Für euch alle" mit Capital Bra und Samra. Kasimir1441 hat mit seinen 2,7 Millionen monatlichen Hörer*innen sogar schon Künstler wie Mero überholt.

Zwischen Fortschritt und Macho-Klischee

Eine andere Neuheit, die für viele Künstler*innen der New Wave ganz selbstverständlich ist, spricht der mit über 10.000 Likes am besten bewertete YouTube-Kommentar unter Pashanims Hitsingle "Hauseingang" an: "Wie schön zu sehen, dass einfach mal mit Girls gechillt wird." Auch bei BHZ, Lugatti & 9ine und vielen mehr sind Mädels ganz natürlicher Teil der Gang, zumindest in manchen Songs und Videos:

"Trink ne Flasche Luft in der S-Bahn / Steilgang mit den Brüdern und den Schwestern"

Dieser für Rap-Verhältnisse progressiven Entwicklung steht die immer noch hohe weibliche Stereotypisierung gegenüber, wie sie den Berliner Sound nach wie vor kennzeichnet – allen voran bei Kasimir1441, aber auch die zahlreichen extrem übersexualisierten Lines Yin Kalles.

Dennoch geht die New Wave in puncto Diversity ein eindeutigen Schritt nach vorne und das fühlen ihre meist gleichaltrigen Fans wohl genauso. Leider lässt sich das nicht für die Frauenquote innerhalb der Kollektive selbst behaupten, die nach wie vor vollständig männlich geprägt sind.

Ausnahmen bilden interessante junge Künstlerinnen wie Layla, Babyjoy und natürlich Badmómzjay aus dem Berliner Umland, die den hochkarätigen Ami-Swag noch eine gute Spur weitertreibt und damit seit 2019 große Erfolge feiert. Dahinter steht grade eine ganze Generation bereit, für die Rapperinnen im Game absolut selbstverständlich sind.

New kids on the block

"Wir sind Engel, doch gefall'n, 2000 in Berlin / Heut fahr'n wir durch Hood und woll'n Tausender verdienen"

Neben dem klassischen Hiphop-Traum ist auch das junge Alter von Pashanim, Yin Kalle oder Symba entscheidend. Denn als Millenials sind sie nicht nur die erste Generation, die eine Welt ohne Social Media nie kennengelernt hat (entsprechend sicher gehen sie mit ihren Kanälen um), sondern auch die erste, die sich musikalisch vollständig mit Trap und Cloud Rap sozialisieren konnte.

Die klassische Realness-Frage älterer Szene-Veteranen, wie viel Autotune guter Rap verträgt und ob Hiphop nicht mehr Inhalte braucht als Drogen und Party, stellt sich der New Wave daher nicht einmal. Diese von Musikern wie LGoony oder Money Boy hart erkämpfte Narrenfreiheit lebt der Hiphop Berlins in vollen Zügen aus: "Airwaves in mein' Jeans und Trikot von Zizou / Original Berliner Boys, nein, wir sind nicht wie du" – Und das ist auch gut so.


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