Kollegah reagiert auf Echo-Kritik von Außenminister Heiko Maas

Außenminister Heiko Maas hat sich via Twitter zur Echo-Verleihung geäußert, bei der Kollegah und Farid Bang ausgezeichnet wurden. Antisemitische Provokationen seien einfach nur wiederwärtig, sie hätten keine Preise verdient. Dass ein solcher Preis am Holocaust-Gedenktag verliehen werde, sei beschämend. Kollegah reagiert darauf mit einer Frage.

"Antisemitische Provokationen haben keine Preise verdient, sie sind einfach widerwärtig. Dass am Holocaustgedenktag ein solcher Preis verliehen wird, ist beschämend. So wie #Campino müssen wir uns schützend vor jüdisches Leben stellen – jeden Tag und überall. #ECHO2018"

Heiko Maas on Twitter

Antisemitische Provokationen haben keine Preise verdient, sie sind einfach widerwärtig. Dass am Holocaustgedenktag ein solcher Preis verliehen wird, ist beschämend. So wie #Campino müssen wir uns schützend vor jüdisches Leben stellen - jeden Tag und überall. #ECHO2018 https://t.co/OdSx9RjDW8

Kollegah hat das Statement des Außenministers geteilt und mit einer offenbar rhetorischen Frage versehen. Darin will er wissen, inwiefern Heiko Maas jüdisches Leben schütze, wenn er eine "Massenzuwanderung" von Menschen unterstütze, die aus der Sicht des Außenministers "antisemitisch geprägt" seien. Anscheinend unterstellt Kollegah dem Außenminister, Asylsuchende mit Muslimen und die wiederum mit Antisemiten gleichzusetzen.

KOLLEGAH

Zur Echo-Verleihung, zu Campinos Rede und Kollegahs sowie Farid Bangs Reaktion haben sich bereits diverse Stimmen aus der Rapwelt geäußert. Nach und nach trudeln immer mehr Reaktionen ein. Mittlerweile haben sich unter anderem auch die Antilopen Gang, Separate und Retrogott mit Statements zu Wort gemeldet, die du dir hier durchlesen kannst.

Antilopen Gang

Gestern haben wir SPIEGEL ONLINE ein Statement zur aktuellen Debatte um Kollegahs Antisemitismus und die Echoverleihung gegeben. Einige wichtige Punkte blieben im Artikel (http://spon.de/afc5q)...

Retrogott

Hirnlose Verteidigungshaltung ist im Deutschrap gängig. Laut Herrn Marquart von Rap.de ist Kollegahs und/oder Farid Bangs Zeile, in der sie Opfer der Shoah diffamieren, zwar „geschmacklos, aber...

Separate

Schade, dass sich die alten Herrschaften über eine, im Kontext von Battle Rap, völlig harmlose Line von Farid derart aufregen müssen. Hip-Hop ist universal und international. Kollegah...

Kollegah & Farid Bang geraten beim ECHO mit Campino aneinander

In Berlin werden an diesem Abend die ECHOs verliehen. Im Vorhinein sorgte besonders die Nominierung von Kollegah und Farid Bang für Aufsehen...

Groove Attack powered by Hiphop.de

Groove Attack powered by Hiphop.de

Deine Deutschrap-Playlist powered by Hiphop.de, immer mit den aktuellsten Tracks der deutschen Hip-Hop Szene! Cover: ERRDEKA

Groove Attack ist Streaming Partner von Hiphop.de

Kommentare

Warum habt ihr die beiden denn nicht gefragt was man mit dieser Line sagen wollte?

Als gäbe es keine anderen probleme auf der welt/in deutschland, als 2 hampelmänner die sich n spaß aus provokation machen

@peter

weil laut allen daten, umfragen und statistiken die mehrheit aller muslime (mehr oder weniger oeffentlich) gegen juden ist bzw ein problem mit denen hat (siehe zustimmung erdogan) (wie auch gegen homo***uelle, frauenrechte und alles andere, was campino und der rest der weltverbesserer so bemaengeln).

p.s.: mehrheit heisst ueber 50% und nicht, wie mir jetzt einige vorwerfen werden, 90%.....

Tja...
Es gibt andere und auch wichtige Probleme in der Welt, richtig. Ich kann aber die immer öfter merkbare antijüdische Grundstimmung einfach nicht verstehen... Klar müssen andere Gruppen die beiden verteidigen. Nix gewonnen, wenn sie sich dagegen stellen würden. Spongebozz vielleicht?

Deine Meinung dazu?

Weiter ...

Apache 207 kein Rapper? Was Farid Bang dazu sagt

Apache 207 kein Rapper? Was Farid Bang dazu sagt

Von Alina Amin am 25.02.2021 - 16:47

Apache 207 ist schon nach den ersten Jahren seiner Rap-Karriere in den obersten Rängen der hiesigen Szene angekommen. Mit seinen melodischen Hits erreicht er regelmäßig astronomische Zahlen und gilt aktuell als einer der erfolgreichsten Künstler des deutschsprachigen Musikmarkts. Trotz dessen findet die Diskussion, ob der Ludwigshafener tatsächlich Rapper sei, in der Deutschrap-Community kein Ende. Jetzt äußert sich auch Farid Bang zu dem omnipräsenten Thema.

Farid Bang über die Frage, ob Apache 207 ein Rapper ist

Farid Bang stellt in seiner Instagram-Story infrage, was ein Künstler sei, der seine Texte nicht schreibt, wenn man schon davon ausginge, dass Apache kein Rapper sei. Die Debatte um Apaches Rapqualitäten wird weit über die YouTube-Kommentarspalten hinaus geführt.

Viele Größen der Deutschrapszene scheint die Frage umzutreiben, ob Apache 207 als Rapper zu betrachten ist. Für Bonez MC stand Ende 2020 fest: "Künstler kein Rapper". Auch Fler kommt in einem Interview bei 16bars zu dem Ergebnis, dass Apache "in dem Sinne kein Rapper" sei. Die Musik des 2-Meter-Hünen bedient sich hörbar verschiedensten Einflüssen.

Daran, dass Apache 207 rappen kann, dürfte jedoch kein Zweifel bestehen. Farid fragt sich nun, worauf es hinausliefe, wenn Apaches Musik durch dessen Herangehensweise nicht mehr als Rap durchginge.


Foto:

Instagram / @faridbangbang

Der Banger stellt in den Raum, ob dies nicht mindestens gleichbedeutend damit wäre, jemanden aus dem Rapgenre auszuschließen, wenn die Lyrics zugeliefert werden. Er zieht damit einen Vergleich zu einem ebenso ausgiebig diskutierten Thema, dem Ghostwriting.

Ende letzten Jahres wurde die allgegenwärtige Diskussion wieder aufgerollt, nachdem Shirin David ihre "Babsi Bars" veröffentlichte. Es ging damals einerseits um Credits, andererseits auch um die generelle Praktik des Ghostwritings. Viele Rapfans vertreten die Position, dass Rap-Künstler*innen auch selbst für ihre Lyrics verantwortlich sein sollten. Dennoch gehört es inzwischen zur gängigen Praxis, dass Rap-Texte in Gemeinschaftsarbeit entstehen. Wie Farid das selbst sieht, erklärt er in seiner Story nicht.

Apache selbst hat zu dem Thema eine klare Haltung. Ob andere Leute ihn als Rapper bezeichnen oder nicht, scheint ihm gleichgültig zu sein. In seinem Song "28 Liter" erklärt der 23-Jährige:  

"Egal, ob du mich einen Rapper nennst, du Piç, darauf pfeif' ich"


Sag uns deine Meinung zu diesem Artikel! (1 Kommentar)

Register Now!