Kann es nicht auch belastend sein, keinen geregelten Tagesablauf zu haben?

Pimf: Ja, das kann auf jeden Fall auch frustrierend sein. Momentan ist es so, dass ich bis auf einen kleinen Nebenjob, in dem ich einen behinderten Jungen betreue, nur Musik mache und mich voll darauf konzentrieren kann. Da kann es furchtbar frustrierend sein, wenn du einfach mal bis 14 Uhr pennst, einfach, weil du es kannst und die ganze Nacht nur Mucke gemacht hast. Da fühlst du dich derbe schlecht, weil du aufstehst, während deine ganzen Freunde gerade von der Arbeit kommen. Deshalb kann es sein, dass ich das irgendwann mal ändern werde. Noch gibt es aber kein Bestreben in diese Richtung.

Sorgt dieser Frust dafür, dass du dich ein Stück weit nutzlos fühlst?

Pimf: Ja, genau. Da kommen einfach ganz ekelhafte Selbstzweifel auf, wenn ich mal wieder den ganzen Tag verschlafen habe und ich frage mich, was ich überhaupt schon erreicht habe. Alle gehen arbeiten, verdienen ihr Geld und du bist einfach Rapper. Das fühlt sich irgendwie manchmal komisch an.

Hast du in all den Jahren, in denen du an deinem Debüt-Album geschraubt hast, Zweifel, dass dieser Weg der richtige ist und du möglicherweise einfach vergessen wirst? 

Pimf: Gut, ich war in den drei Jahren immer noch ein bisschen live unterwegs und konnte mich dadurch ein bisschen ins Gedächtnis rufen. Natürlich habe ich in den Jahren daran gezweifelt, ob das alles richtig läuft und mir gedacht: "Man, das muss jetzt aber endlich rauskommen!", aber letztendlich wollte ich das Album immer dann rausbringen, wenn es fertig ist und meinen Vorstellungen entspricht. Ich habe mir so viel Zeit genommen wie ich gebraucht habe und ich bin jetzt komplett glücklich mit dem Album. Ich würde es auf jeden Fall wieder genauso machen. Es fühlt sich einfach richtig an.

Drei Jahre sind eine lange Zeit für 13 Songs. Ist die meiste Zeit ins Sounddesign geflossen?

Pimf: Ja, das Sounddesign hat auf jeden Fall viel Zeit gekostet, aber die längste Phase war wohl das eingrooven. Ich hatte ja nichts, nachdem ich aus dem Videobattle rausgekommen bin. Ich wusste nicht, wie ich ein Album machen könnte, wusste nicht mit wem ich das umsetzen könnte und weiß der Geier was noch. Dann hat sich auch erst mit der Zeit herauskristallisiert, wie mein Album klingen soll und mit wem ich das machen werde. Geschäftlich gesehen wäre es aber wahrscheinlich sinnvoller gewesen, das Album direkt nach Alt & Jung zu bringen (lacht). Aber nochmal, ich würde es jederzeit wieder genauso machen.

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Pimfs Bezug zu Graffiti und weshalb ihn dieser sogar in die Zeitung brachte, erfährst du auf der letzten Seite.

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Weekend ft. Pimf – Geh weg [Video]

Weekend ft. Pimf – Geh weg [Video]

Von Michael Rubach am 03.07.2020 - 12:57

Weekend und Pimf führen auf "Geh weg" so einige Dinge an, auf die sie - aus Gründen - gut verzichten könnten. Darunter wären unter anderem politische Lieder von Kollegah, Nazis, Til Schweigers Mitwirken am Tatort – das Spektrum der Ablehnung ist groß. Für den Beat zeigt sich Friedrich VanZandt verantwortlich. Weekends neues Album "Lightwolf" soll am 11. September erscheinen.


WEEKEND FEAT. PIMF - GEH WEG (prod. Friedrich VanZandt)

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