Der aus München stammende Tilos, dessen Name im Ungarischen so viel wie "verboten" bedeutet, widmet sich auf seinem kürzlich erschienenen Album Boykott Themen, die, ganz im Sinne seines Künstlernamens, zu Unrecht von der Gesellschaft tabuisiert und somit totgeschwiegen werden. Die hier aufgegriffenen Themen Polizeigewalt, Medienmanipulation, Rassismus und Kapitalismus bilden die ideale Grundlage für ein hochpolitisches Interview.

Alle Infos zu seinem Album Boykott findest du auf iTunes und Amazon:

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Kannst du mir erklären, was du mit der Zeile "Bilderberger machen Menschenrechte wertlos" meinst?

Tilos: Jeder, der sich ein wenig mit dem Thema beschäftigt, weiß, dass die Bilderberger ein sehr mächtiger Kreis sind, die das Banken- und Finanzsystem beherrschen und eben aus diesem Grund große Macht besitzen. Mit der Zeile wollte ich eigentlich darauf hinaus, dass heutzutage der Fokus immer mehr auf das Materielle gelenkt wird. Es wird lieber auf eine Banknote geschaut als in das Herz eines Menschen. Die Bilderberger sind hier eher eine Metapher für das kapitalistische System und Menschen wie Rothschild, die für Profit Menschenleben opfern.

Und inwieweit werden Menschenrechte im Augenblick eingeschränkt?

Tilos: Sie werden nicht unbedingt eingeschränkt, aber Leute werden heute immer mehr überwacht, Handys können abgehört werden und durch GPS weiß man immer, wo du im Augenblick bist. Wenn ich aus der Tür rausgehe, lächelt mich direkt eine Kamera an und ich bin der Ansicht, dass das früher einfach nicht so war. Außerdem wird diese Welt immer mehr durch Medien kontrolliert. Zudem wird man immer stärker von wichtigen Dingen abgelenkt. Man geht den ganzen Tag arbeiten, kommt nach Hause, macht sich dort etwas zu essen und wird dann durch den Fernseher abgelenkt. Man verliert einfach den Blick für das Wesentliche, macht sich keine Gedanken mehr. Meinung wird heutzutage fast ausschließlich durch Medien gebildet und die erzählen nicht immer die Wahrheit.

Wie bildest du dir deine Meinung?

Tilos: Ich hol' mir meine Informationen aus unabhängigen Medien. Ich sehe mir viele Sachen auf YouTube an, verfolge arabische Kanäle und sehe mir generell Medien aus anderen Ländern an. Man sieht dann relativ schnell den Unterschied von Medien aus Europa und Medien aus dem Rest der Welt.

Aber auch diese Medien sind doch nicht völlig unabhängig. Auch sie müssen Geld verdienen, Reichweite besitzen und sie sind hierarchisch strukturiert.

Tilos: Ja, klar, da hast du Recht. Man kann natürlich keinem Medium zu hundert Prozent vertrauen. Man kann aber verschiedene Medien lesen und sich aus vielen verschiedenen Quellen informieren. Seine Meinung muss man sich dann selbst bilden. Ich habe zu den Themen, die mich interessieren, auch Bücher gelesen, wie beispielsweise das zum 11. September von Michael Moore. Letztendlich komme ich einfach zu dem Entschluss, dass vieles anders ist als es dargestellt wird.

Was Tilos damit meint, wenn er dazu aufruft, Personalausweise zu verbrennen, erfährst du auf der nächsten Seite.

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Kommentare

Bisschen verwirrt der gute...er guckt viele videos bei youtube und liest bücher von michael moore...damit sagt er doch alles...

Wenn die Welt bloß so einfach zu erklären wäre, wie es einem die kruden Theorien über Bilderberger etc. weiß machen wollen...

wo soll er sich den sonst infos holen wenn nicht im I-net und bei Büchern? ARD, ZDF, Bild? An sich ein gutes Interview

unglaublicher schwachsinn, widersprüchlicher müll

Das ist antisemitisch.

Vielleicht solltest du nicht mit Wörtern um dich schmeißen, deren Bedeutung du nicht kennst. Schlag erstmal nach was Semit bedeutet, dann merkst du vielleicht wie hohl deine Aussage ist.

@PeterLUSTIGderECHTE Bilderberger. Atlantikbrücke, Think Tanks etc. sind alles nur krude Theorien :). Schau dir die Rede von George Friedman (Chef von STRATFOR) auf Youtube an. Hör dir seine Aussagen über die Geo-Strategie der USA an. Vielleicht wachst du ja dann aus deiner Matrix wieder auf.

Deine Meinung dazu?

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Chefket kritisiert Fridays for Future nach Konzertabsage

Chefket kritisiert Fridays for Future nach Konzertabsage

Von Clark Senger am 21.05.2019 - 14:09

Update: Mittlerweile haben Fridays for Future zu dem Konflikt mit Chefket Stellung bezogen. Was genau sie geschrieben haben, könnt ihr hier nachlesen.

Chefket kritisiert die Klimaschutz-Bewegung Fridays for Future nach einem abgesagten Gig, mit dem er sich nach eigenen Angaben unentgeltlich an einer Demonstration beteiligen wollte. Der Grund für das Veto gegen den Auftritt: seine Zusammenarbeit mit Xatar im Rahmen des Remix' zu "Rap & Soul".

Absage wegen Xatar-Feature: Chefket kritisiert Fridays for Future

Auf Instagram teilt Chefket seine Gedanken zur Absage sowie ein Foto einer Nachricht mit der Begründung. Darin heißt es:

"Die Begründung des Vetos liegt darin, da Chefket in Vergangenheit mit Xatar zusammengearbeitet hat, was gegen mehrere ethische Wert von fridays for future verstößt." [sic]

Da wir bislang auf unsere Anfrage keine Antwort vom FFF-Team bekommen haben, können wir über die exakten Gründe nur mutmaßen. Natürlich denkt man als geneigter Rapfan schnell an Xatars kriminelle Vergangenheit: Körperverletzung in der Playboy Mansion samt anschließender Flucht nach Mexiko, der berüchtigte Goldraub und die anschließende Haftstrafe, die Ende 2014 frühzeitig beendet wurde.

Aber: Selbst wenn man den vermeintlichen Lebenswandel von Xatar, der sich unter anderem durch ein Benefizkonzert am Bau eines Waisenhauses im Nordirak beteiligte, ausblenden möchte, ist die Begründung der FFF-Bewegung schwer nachvollziehbar.

Chefket steht für sehr viel mehr als eine Zusammenarbeit mit Xatar und spricht in seinen Texten über viele wichtige Themen unserer Gesellschaft. Seine Blickwinkel sollten mit denen einer vorwiegend links-grünen und zukunftsorientierten Bewegung eigentlich in großen Teilen übereinstimmen. Einen Künstler über eine einzige Kollabo zu definieren, wird ihm ebenso selten wirklich gerecht, wie jemanden auf seine Verfehlungen aus der Vergangenheit zu reduzieren. Chefket dazu auf Instagram:

"Es ist eine dunkle Future für die Kids, wenn gute Musik wegen einem Features verboten wird."

Rassistische Gründe für die Entscheidung?

Chefket scheint außerdem zu denken, dass rassistische Gedanken zur Absage geführt haben könnten. Er betitelt sein IGTV-Video mit "White Days for Future" und gegenüber rap.de stellt er Fragen, die rassistische Motive suggerieren sollen. Er meint, die Bewegung würde mit zweierlei Maß messen, und setzt die Zusammenarbeit von Henning May und K.I.Z. mit seinem gemeinsamen Song mit Xatar ins Verhältnis, um seinen Punkt zu verdeutlichen.

"Wieso gibt es dieses Problem nicht beim weißen Mehrheitsboy Henning May? Weil K.I.Z. als Kunst gesehen wird und Xatar nicht? Da wird mit zweierlei Maß gemessen.Oder liegt es daran, dass der Türke so schlau ist und eventuell ein Vorbild für deutsche Jugendliche sein könnte?" [sic]

Dass K.I.Z. und Xatar sowohl musikalisch als auch persönlich ganz unterschiedliche Wege gegangen sind, die in der Öffentlichkeit dementsprechend anders rezipiert werden, lässt er dabei außen vor. Auch dass er die Jugendbewegung, die das (ökologische) Schicksal der Welt nicht den lethargischen und profitorientierten Politikern überlassen will, trotz seiner anfänglichen Zusage jetzt als "richtig, richtig bescheuert" bezeichnet, ließ uns fragend eine Augenbraue hochziehen.

Auf Nachfrage erklärt Chefket uns, insbesondere das Schweigen der Verantwortlichen lasse sie nun schlecht aussehen. Niemand von Fridays for Future habe sich bei ihm gemeldet.

"Eine Entschuldigung hätte gereicht. Aber dafür ist man sich zu fein. Sie sollen mal ihre Begründung rechtfertigen und mir erklären gegen welche ethischen Werte ich verstoße" [sic]

Auf die Frage, ob er wirklich rassistische Beweggründe hinter der Absage vermutet:

"Einen Song bei dem es um Rap&Soul geht in den Dreck zu ziehen. Was soll das? Wenn sie Max Herre wegen einem XATAR Feature ausgeladen hätten wäre das für niemanden nachvollziehbar. Bei mir scheinbar schon. Warum? Vor allem gibt es bald einen Auftritt von Swiss der auch mit BLOKKMONSTA Features hat. Da ist es dann scheinbar egal" [sic]

Er weiß aber auch, dass es unfair wäre, alle Anhänger von Fridays for Future über einen Kamm zu scheren. Die richtige Kommunikation der Gegenseite wäre hier womöglich der major Key gewesen, um Missverständnisse – sofern es sich denn um solche handelt – zu vermeiden oder aus dem Weg zu räumen. Wie denkt ihr über die Sache?


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