Wie R.A. The Rugged Man das Out4Fame auseinandergenommen hat

 

Eins vorweg: Ich kannte vor dem Out4Fame Festival kaum etwas von R.A. The Rugged Man (Asche auf mein Haupt!). Trotzdem habe ich seinen Auftritt mehr abgefeiert als Wu-Tang und Mobb Deep (noch mal Asche auf mein Haupt!). Eines der Highlight des Festivals!

Fangen wir vorne an: R.A. kommt auf die Bühne und trägt Mantel. Nicht nur dieses für das Wetter in Hünxe viel zu warme Kleidungsstück, sondern auch den metaphorischen Mantel, von dem Xatar immer spricht. Dieser Mantel scheint einem Vibe und eine gewisse Aura zu verleihen. Als er anfängt seine Reime wie ein Wahnsinniger rauszuballern, reihe ich mich in den Strom aus kopfnickenden Festivalbesuchern ein, der Richtung Hauptbühne zieht. Kostprobe seiner Skills gefällig?

Schnell ist auch jedem Laien klar, dass da ein begnadeter Meister der Zeremonie on Stage ist. Gestern noch in Neuseeland, über Indonesien und "Abu fu*king Dhabi" sei er ohne Schlaf in dieses komische Düsseldorf geflogen und dann direkt nach Hünxe, um das Out4Fame zu rocken.

Es ist mittlerweile 16 Uhr und R.A.s Auftritt ist zwischen den Slots von Celo & Abdi und Summer Cem gut besucht. Aber es ist Festival. Das heißt, der Großteil der Crowd ist verkatert, schon wieder irgendwie berauscht oder beides. Spätestens als er seine stattliche Wampe und seinen Hintern auspackt, gewinnt er auch die Aufmerksamkeit der müden Kriegern, die sich gerade vor der kleinen Bühne eine Guten-Morgen-Tüte drehen.

Neben seinen aberwitzigen Reim- und Lyrik-Massakern packt er immer wieder so Aktionen aus. Erst zockt er sich Brille und Kamera eines Fotografen aus dem Pressegraben, dann übernimmt er selbst die Kontrolle über eine Cam auf der Bühne. Zum Schluss schießt er komplett den Vogel ab und holt sich locker 50 Fans aus der Crowd nach oben. Eskalation zu seinem Song Holla-Loo-Yuh! Mittendrin unser Erich und der gute Aria mit ihren Kameras. Semi-gute Idee. Alles im R.A.dius von einem Meter und jeder, der nicht schnell genug von der Bühne verschwindet, wird nämlich beseitigt. Hier ab etwa 2:28 Minuten kriegen die beiden das zu spüren, aber das komplette Video ist grandios:

Alles "retards" und "fu*kfaces", die Fans! Der Sohn einer deutschen Mutter hatte in den 90ern schon viele Probleme mit Labels wegen seines Verhaltens gegenüber einigen Fans. Wenn es allerdings bei einigen Bemerkungen und Schubsern bleibt, ist das einfach nur gut für die Show. Die Energie war ansteckend. Das war verdammter Hiphop!

In unserem Vlog zum zweiten Tag beim Out4Fame siehst du den Auftritt und den Angriff auf Aria POV-Perspektive. Außerdem wird Erich nicht müde, zu betonen, dass er sowas noch nie gesehen hat und du erfährst, wie gut R.A. seinen Auftritt DJ-technisch geplant hatte:

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