Am 29. Juni vor exakt zehn Jahren erschien Lil Waynes viertes Soloalbum Tha Carter in den USA, das einen Meilenstein in seiner Karriere setzte und namentlich neben seinem Nachnamen auch auf den Film New Jack City mit Ice-T, Wesley Snipes und Chris Rock anspielte. Dort gab es das Carter Building, das für Drogengeschäfte benutzt wurde.

Kleine Randnotiz: In dem Film taucht die Rolle des Nino Browns auf, über den Haftbefehl 2013 auf dem Track Stress mit Grund mit Bushido und Shindy auch eine Zeile verlor: "BLN, FFM, Nino Brown und Sonny Black/ Ich sage nur: 'CCN', und 'Vorschuss 'ne Tonne Flex'/" Damit fütterte er Spekulationen um ein gemeinsames Carlo Cokxxx N*tten 3 mit dem Berliner Rapper, der sich gerne Sonny Black nennt.

Tha Carter gilt als Weezys musikalischer Durchbruch. Es war kommerziell ein riesengroßer Erfolg, verkaufte sich in der ersten Woche über 100.000 Mal und wurde mit Platin ausgezeichnet. Die Kritiken waren größtenteils positiv. Es heißt, dass er mit dem Album zum ersten Mal zeigen konnte, dass er als MC durchaus Skills hat.

Man muss an dieser Stelle wissen, dass Lil Wayne im Alter von gerade mal neun Jahren als Rapper zu Cash Money Records stieß. Als Gimmick MC der Gruppe The Hot Boyz wurde er aufgrund seines Alters belächelt. Mit Tha Carter änderte sich sein Standing innerhalb der Szene schlagartig, was sicher auch an den Instrumentals von Mannie Fresh lag, der sich danach von Cash Money trennte und zu Def Jam South pilgerte.

Plötzlich war Wayne nicht mehr der jugendliche Hitzkopf, der mit Reichtümern angab. Er packte seine Persönlichkeit auf Tracks, zeigte Humor und wusste seine Lyrics in starke Reime zu verpacken.

Auf den folgenden Seiten kannst du dir die drei wichtigen Videosingles des Albums anschauen, die Lil Wayne dahin gebracht haben, wo er heute steht.

Übrigens: Noch dieses Jahr soll Tha Carter V, der fünfte Teil der Reihe erscheinen. Außerdem hat Weezy F. Baby jüngst noch ein weiteres Album für 2014 angekündigt.

Alle weiteren Infos zu Tha Carter findest du auf Amazon:

Lil Wayne ft. Mannie Fresh - Bring It Back

Lil Wayne - Go DJ

Lil Wayne ft. Jazze Pha - Earthquake

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Barack Obama kritisiert Hiphops Hang zum Materialismus

Barack Obama kritisiert Hiphops Hang zum Materialismus

Von Till Hesterbrink am 17.11.2020 - 12:34

Barack Obama gab vor Kurzem dem Magazin The Atlantic ein Interview anlässlich seines anstehenden Buches. In dem Gespräch mit Journalist Jeffrey Goldberg erklärte der ehemalige US-Präsident, dass seiner Auffassung nach Hiphop mitverantwortlich für den Aufstieg Donald Trumps gewesen sei. Grund dafür wäre der häufig mitschwingende Materialismus.

Barack Obama: "Wenn du Rap hörst, geht es nur um Bling, um Frauen, um Geld"

Goldberg fragt Obama im Laufe des Interviews, was dieser glaube, warum Donald Trump so erfolgreich werden konnte. Obama vergleicht Trump daraufhin mit Richie Rich, dem Millionärserben des gleichnamigen Films aus dem Jahre 1994, der seit Wort nie hielt und keinerlei Interesse daran zeigte, Verantwortung zu übernehmen. Obama meint, es hätte eine Entwicklung des klassischen Bildes des Mannes, von jemandem, der die schwachen beschützt, zu jemandem, der einfach zeigt was er hat und kann gegeben. Diese Entwicklung würde er dem Fernsehen zuschreiben.

"Dann siehst du Lifestyles Of The Rich And Famous, was dir vermittelt, entweder du hast es oder du bist ein Loser. Und Donald Trump verkörpert diese kulturelle Bewegung, die nun tief in der amerikanischen Kultur verankert ist."

("Then you start seeing Lifestyles of the Rich and Famous, that sense that either you’ve got it or you’re a loser. And Donald Trump epitomizes that cultural movement that is deeply ingrained now in American culture.")

Aber nicht nur beim Fernsehen sieht Obama eine Teilschuld für den Aufstieg Trumps. Auch Hiphop und Rapmusik sollen seiner Meinung nach einen großen Teil dazu beigetragen haben. Er sei nicht über den Anstieg von Populismus überrascht gewesen, fände es jedoch interessant, wer geholfen habe, diesen zu verbreiten.

Unter anderem Lil Pump, 50 Cent, Ice Cube und Lil Wayne hatten für die vergangene Kampagne Trumps ihre Hilfe oder Unterstützung angeboten. Obama müsse sich nach eigenen Angaben häufig selbst daran erinnern, wofür Hiphop in den meisten Fällen stehen würde. Der Hang zum Materialismus und das protzende Auftreten vieler Rapper hätten einen klaren Einfluss auf die Gesellschaft. Hiphop würde häufig die gleichen Werte wie Donald Trump vertreten.

"Leute schreiben darüber, dass Trump [in der Präsidentschaftswahl 2020] mehr Unterstützung von Schwarzen Männern gewinnen konnte und über den ein oder anderen Rapper, der ihn unterstützte. Ich muss mich selbst daran erinnern, dass wenn du Rap hörst, geht es nur um Bling, um Frauen, um Geld. Viele Rap-Videos propagieren dieselben Werte wie Donald Trump darüber, was es heißt, berühmt zu sein. Alles ist aus Gold. Das festigt sich und sickert in die Kultur durch."

("People are writing about the fact that Trump increased his support among Black men [in the 2020 presidential election], and the occasional rapper who supported Trump. I have to remind myself that if you listen to rap music, it’s all about the bling, the women, the money. A lot of rap videos are using the same measures of what it means to be successful as Donald Trump is. Everything is gold-plated. That insinuates itself and seeps into the culture.")

Barack Obama & Hiphop

Eigentlich hat der ehemalige US-Präsident eine große Liebe für Hiphop und machte diese auch immer wieder öffentlich bekannt. So erklärte er erst letztes Jahr unter anderem "The London" von Young Thug, J. Cole und Travis Scott sowie "Suge" von DaBaby zu seinen Lieblingssongs 2019.

Zu seinem neuen Buch "The Promised Land" veröffentlichte Obama eine zugehörige Playlist. Auch in dieser sind Hiphop-Stars wie Jay-Z, Eminem oder Beyoncé zu finden.

Es scheint also eher so, als würde sich Obamas Kritik an Hiphop vor allem an die neue Generation an Rappern richten. Dieser wird schließlich häufig vorgeworfen, den ursprünglichen Zweck der "Message" von Hiphop nicht mehr zu erfüllen.


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