Wie Lil Nas X "Old Town Road" zum Chart-Rekord gepusht hat

Lil Nas X hat mit seinem Track "Old Town Road" tatsächlich Geschichte geschrieben. Kein Song stand je zuvor 17 Wochen ohne Unterbrechung auf Platz #1 der amerikanischen Billboard-Charts.

billboard on Twitter

Winner's Circle: @LilNasX's #OldTownRoad breaks the @billboardcharts record with a 17th week atop the #Hot100 https://t.co/HZ9Jawgab5

Lil Nas X hat es geschafft, seinen Country-Trap-Song über Monate hinweg relevant zu halten. Das Interesse im Radio, auf Streamingplattformen und an der Verkaufsfront nahm kaum ab. Wie hat der 2018 quasi noch unbekannte Rapper das hinbekommen?

"Old Town Road" bekommt Remix nach Remix

Der Erfolg von "Old Town Road" fußt auf einem Remix. Als Country-Star Billy Ray Cyrus von der Verbannung von Lil Nas X aus den amerikanischen Country-Charts erfuhr, bot er sich als Kollabopartner an. Dadurch gewann der Song zusätzliche Aufmerksamkeit und erschloss ein noch größeres Publikum. Das schlussendliche Musikvideo, das nicht zu unrecht als "Official Movie" betitelt wurde, erschien erst, nachdem der Song bereits über Wochen an der Spitze stand. Kleine Gastauftritte von Promis wie Chris Rock oder Diplo fördern den Unterhaltungsfaktor, obwohl der Track schon längst in jedem Kinderzimmer angekommen ist.

In den letzten Wochen kamen noch diverse Remixe des Songs hinzu. So gibt es zum Beispiel eine Version mit Young Thug und Mason Ramsey. Hier nutzt Lil Nas X die popkulturelle Strahlkraft des Thuggers und die Berühmtheit eines Jungen, der einst selbst mit einem Jodel-Video viral gegangen ist. Eingebunden ist das alles in ein absurdes Comic-Szenario samt Aliens, Ufos und Cowboy-Romantik. Ergebnis? Lil Nas X und sein Hit bleiben im Gespräch und auf Rotation.

Der "Seoul Town Road Remix" dreht dann auch nochmal am ganz großen Zielgruppenrad und kommt samt Feature eines Mitglied der südkoreanischen Boyband BTS. Die K-Pop-Band ist in ihrem Bereich eine Weltmarke und hilft dabei, die Hörer wieder auf die "Old Town Road" zu führen. Auch existiert eine"Week 17 Version" des Songs, die ausschließlich zum Push für die entscheidende Rekordwoche releast wurde. Um den ursprünglichen Track spannt sich ein Remix-Universum auf, das die Abnutzungserscheinungen von "Old Town Road" in Grenzen hält.

Lil Nas X ballert mit Memes um sich

Lil Nas X verfügt über einen Twitter-Account mit knapp 2,5 Millionen Followern. Diese Reichweite nutzte er, um permanent Memes zu verbreiten, die an den möglichen Rekord von "Old Town Road" erinnern. Die Timeline von Lil Nas X besteht aus Tweets und Re-Tweets, die letztendlich zielgruppengerechtes Marketing für die Internet-Gemeinde sind.

Der Track ist schließlich selbst zunächst als Meme dank der App TikTok viral gegangen.Insofern spielt Lil Nas X auf dem Spielfeld, aus dem er hervorgegangen ist. Hier eine kleine Meme-Auswahl:

nope on Twitter

me on the internet this whole week tryna break the billboard record https://t.co/oyHmLRMd6q

Jaden on Twitter

Did y'all see this one ? https://t.co/FKaoxiaAZD

nope on Twitter

https://t.co/momo0oNc5F

Berry on Twitter

Listening to Lil Nas remixes of Old Town Road so he can have the longest running song on the charts

kulpie on Twitter

Thanks mom

Twitter Music on Twitter

Old Town Road (CEO Remix) https://t.co/AazVBE6n8X

Saeed Awawdeh on Twitter

Kanye waiting in front of @LilNasX studio to get his turn on an Old Town Road remix https://t.co/Tjg2qgc0UU

nope on Twitter

seoul town road joining the 79 other old town road remixes https://t.co/J2yoxFjdKt

Auf die Vorwürfe, er würde seinen Track mit Remixen zum Rekord pushen, reagiert Lil Nas X übrigens - selbstverständlich - auch mit einem Meme:

nope on Twitter

it's because he had 17985 remixes" https://t.co/6icIiyWVOr

Lil Nas X outet sich

Das Coming-Out von Lil Nas X ist wohl kaum als geplanter Marketing-Move einzuordnen. Schließlich wunderte sich der 20-Jährige, das niemand zuvor die Regenbogenfarben auf dem Cover seiner "7 EP" wahrgenommen hatte.

Lil Nas X - 7 EP

Von Michael Rubach am 02.07.2019 - 10:52 Mit " Old Town Road" hat Lil Nas X einen der erfolgreichsten Hiphop-Songs aller Zeiten erschaffen. Seit 13 Wochen steht der Track mit Feature von Billy Ray Cyrus auf Platz #1 in den amerikanischen Billboard-Charts.

Dennoch schaute die Welt in für den Rekord relevanten Chart-Wochen verstärkt auf einen Rapper, der allein durch seine offengelegte sexuelle Orientierung aus der Masse und üblichen Klischeevorstellungen herausragt. Der Zeitpunkt für das Outing hätte sicher ungünstiger ausfallen können.

Zuvor hielten zwei Kollabos den Chartrekord. Auf der einen Seite handelt es sich um "Despacito" von Luis Fonsi, Daddy Yankee und Justin Bieber. Auf der anderen Seite waren es Mariah Carey und Boyz II Men, die mit "One Sweet Day" den Chart-Rekord hielten. Frau Carey überreichte online symbolisch die Fackel an ihren Nachfolger.

Mariah Carey on Twitter

Sending love & congrats to @LilNasX on breaking one of the longest running records in music history! We've been blessed to hold this record with a song that means a great deal to @BoyzIIMen and myself and has touched so many. Keep living your best life!

Lil Nas X bedankt sich in einem Video bei seinen Supportern und wirkt selbst noch ein bisschen ungläubig angesichts seines historischen Erfolgs.



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Phillip Böndel über Werbebranche, Arbeit mit Farid Bang, Kool Savas & "Lrnings"-Podcast mit Toxik (Interview)

Phillip Böndel über Werbebranche, Arbeit mit Farid Bang, Kool Savas & "Lrnings"-Podcast mit Toxik (Interview)

Von Alina Amin am 15.04.2020 - 10:15

Toxik und Phillip Böndel launchen heute den gemeinsamen "Lrnings"-Podcast, der Euch die wichtigsten Business-Tipps und Erfahrungen direkt aus der Musikindustrie näher bringt. Der Podcast erscheint im Magazin Orange by Handelsblatt und wird ab heute jeden Mittwoch zu hören sein. Wir haben passend dazu ein Interview mit Phillip, Toxiks Partner beim neuen Podcast und Geschäftsführer der Werbeagentur BUTTER., geführt und ihn über seine Zeit bei Hiphop.de, das Musikbusiness und die Zusammenarbeit mit Rappern ausgefragt.

___________________________________________

Du hast vor langer Zeit mal einen Blog bei uns geführt. Was hat dich damals dazu gebracht?

Ich bin nach dem Abitur und einem Jahr Zivildienst Anfang 2007 in meine Ausbildung zum Mediengestalter gestartet und war damit nicht wirklich ausgelastet. Also habe ich mich spontan dazu entschieden, meine verfügbare Zeit anderweitig zu investieren und einen Blog zu starten, der sich, anders als zum Beispiel SpitTV oder Herr Merkt (die Älteren unter uns erinnern sich vielleicht noch), weniger um Deutschrap als um News aus den USA drehte. Es war eine Mischung aus Thisis50 und HipHopDX – wenngleich konzeptionell nicht zu Ende gedacht oder mit großen Ambitionen verbunden. Schon damals war mein Motto: Einfach mal machen und gucken, was passiert.

Toxik hat dich irgendwann angesprochen, als er kurzfristig einen Kameramann für ein Interview mit der Three Six Mafia brauchte. Weil er das Gefühl hatte, dass du jemand bist, der Dinge klarmachen kann. Wie erinnerst du dich an den Tag?

Es war völlig verrückt: Toxik hat mich mehr oder weniger aus dem Nichts angeschrieben, ob ich eine Kamera und ein Auto hätte, um ihn am nächsten Morgen zu einem Interview an der Grenze zu Belgien zu begleiten. Ich habe natürlich direkt zugesagt – hatte aber weder ein Auto noch eine Kamera. Also habe ich solange herumtelefoniert, bis ich einen Freund davon überzeugen konnte, sowohl sein Auto als auch seine Kamera zur Verfügung zu stellen und mit mir nach Belgien zu fahren. Es war einer dieser Schlüsselmomente, die es immer mal wieder gibt und von denen man Rückblickend sagt, dass sie einen weitergebracht haben. Wenn sich Türen öffnen, musst du hindurchgehen.

Später warst du sogar als Moderator vor der Kamera tätig. War das dein Highlight bei Hiphop.de?

Es war eine kurze, aber tolle Zeit. Und auch hier gab es wieder diesen einen Schlüsselmoment, der die Dinge maßgeblich verändert hat: Ich ging auf Toxik zu und wollte unbedingt eine lokale Initiative starten. Als Kölner habe ich immer sehr ernüchtert auf die Erfolge der Rapper in Hamburg, Berlin und Stuttgart geblickt und mich gefragt, weshalb in meiner Stadt so wenig ging. Das Ergebnis war das Video zu "This is Cologne", zu dem ich die damals 15 besten Rapper der Stadt versammelt und ein Video gedreht habe. Einer davon war Eko Fresh, der kurz davor EGJ verlassen hat, um sich und sein Label neu aufzustellen. Seine Nummer hatte ich von Toxik.

Bei uns zu arbeiten, ist ein (schlecht bezahlter, das Privatleben vernichtender) Traumjob. Was hat dich dazu gebracht, trotzdem weiterzuziehen?

Das kann ich bestätigen (lacht). Aber wie schon gesagt, glaube ich sehr an das Nutzen von Schlüsselmomenten oder "Connecting the dots", wie Steve Jobs es damals vor den Studenten der Stanfort University sagte. Als mich Eko im Rahmen von "This is Cologne" ansprach, ob ich nicht Lust hätte, mal nach Gremberg zu kommen und ihn beziehungsweise sein Label German Dream zu supporten, habe ich keine zwei Minuten darüber nachgedacht und die Möglichkeit ergriffen. Wer in solchen Momenten hadert, bekommt selten eine zweite Chance.

Was hast du als Teil von Ekos Management Team genau gemacht?

Ich weiß gar nicht, ob "Management Team" der richtige Begriff ist, denn damals gab es weder Verträge noch Büros. Wir haben einfach gerne und viel Zeit in der "Grembranx" verbracht und gemeinsam Gas gegeben: Von Hakan Abi über Ralle bis hin zu mir und vielen, vielen anderen die unterstützt haben. Hakan kümmerte sich mit seinen Jungs ums Merch, Ralle hatte aufgrund seiner Vergangenheit bei Subword BMG viel Ahnung von Labelarbeit und hat mit Vertrieb, Verlag und Produzenten gesprochen, während ich mich vorwiegend um die Pressearbeit und das Artwork gekümmert habe. Ralle war damals so etwas wie mein Mentor und hat mir wahnsinnig viel beigebracht. Unser unvergessenes Highlight: Die Veröffentlichung von "Jetzt kommen wir wieder auf die Sachen" im Jahr 2009 auf weißem Vinyl. Wir haben uns gefreut wie Schneekönige.

Wie erinnerst du dich an Farid zu der Zeit? Was macht ihn als Mensch aus?

Ganz ehrlich: Ich mochte Farid seit Tag 1 und lasse bis heute kein schlechtes Wort auf ihn kommen. Er hat das Herz am rechten Fleck, ist immer loyal zu seinen Jungs, die teilweise seit der frühen Jugend mit ihm unterwegs sind, und ist darüber hinaus hoch diszipliniert wenn es ums Business geht. Anders als viele Außenstehende vermuten würden, ist bei ihm rein gar nichts Zufall oder Glück. Er war auch schon zu Zeiten von "Asphalt Massaka 2" der Künstler mit dem meisten Feuer unterm Hintern und einem klaren Plan, wie er erfolgreich werden würde. Ich gönne ihm und seinen Jungs allen Erfolg der Welt.

Du bist von Eko ausgerechnet zu Kool Savas gegangen. Trotzdem seid ihr bis heute in Kontakt?

Streng genommen habe ich nach Eko und "German Dream" erst einmal Laas Unltd. supportet, zu dem mich Falk Schacht brachte. Ich wollte damals raus aus der "Streetrap"-Ecke und mehr sehen als nur die "Branx". Ein Schritt, den mir einige der Jungs damals krummgenommen haben, was ich aus heutiger Sicht durchaus nachvollziehen kann. Auf der gemeinsamen Tour von Laas und Olli Banjo bin ich Savas dann zum ersten Mal begegnet und war ehrlich gesagt sehr unsicher, wie er auf mich und meinen Background reagieren würde. Tatsächlich war er extrem entspannt und offen, weshalb wir uns in den Monaten danach regelmäßig getroffen und ausgetauscht haben. Das Ergebnis der gemeinsamen Reise war die Veröffentlichung von AURA am 11.11.11, dem damals ersten Nummer 1 Album seiner Karriere. Die goldene Schallplatte hängt heute noch in meiner Wohnung. Eine tolle Erfahrung, zumal auch Savas ein herzensguter Mensch ist, mit dem man eine sensationelle Zeit haben kann. Zu sowohl ihm als auch Eko habe ich nach wie vor einen freundschaftlichen Draht, wenngleich man sich nicht regelmäßig spricht.

Eine Zeit lang hast du ein eigenes Label betrieben, Bohemian Grove Music. Unter anderem waren dort Laas Unltd., Ercandize, Lucky Looks und Momo der Afrikaner gesignt. Wie kam es dazu?

Tatsächlich sind nicht alle Teile der Geschichte für die Öffentlichkeit bestimmt, aber es gab wieder einmal einen Schlüsselmoment und ich habe zugeschlagen. Nach mehreren Jahren an der Presse- & Management-Front, habe ich mir diesen Schritt zugetraut, hatte einen Mentor hinter mir und mit Groove Attack einen tollen Vertrieb. Letztendlich haben die damaligen Verkaufszahlen nicht ausgereicht, um das Label auf die nächste Stufe zu heben, so dass es die einzig richtige Entscheidung war, dass Kapitel abzuschließen und nach vorne zu schauen. Eine rückblickend sehr wichtige Erfahrung – denn gerade aus Niederlagen kann man sehr viel mitnehmen.

Worauf kommt es deiner Meinung nach beim Musik-Marketing und Künstlermanagement an, was würdest du betonen?

Das ist eine komplexe Fragestellung, die man nicht in vier oder fünf Sätzen vollständig beantworten kann. Ich kann aber die aus meiner Sicht drei wichtigsten Elemente nennen:

1.) Halte dich nicht zu sehr mit den Schwächen deines Künstlers auf, sondern versuche die Stärken weiter zu stärken und noch deutlicher hervorzuheben.

2.) Bleib bei deinem ursprünglichen Plan – völlig egal was passiert und welche Veränderungen der Markt mit sich bringt. Der Grund fürs Scheitern ist sehr häufig mangelndes Durchhaltevermögen.

3.) Mach dir Freunde in der Branche. Streit zerstört Business und hilft maximal kurzfristig. Stattdessen ist ein guter Draht zur Presse, Plattformen, Labels, Künstlern, Veranstaltern, etc. essentiell, um sich und seinen Künstler dauerhaft zu etablieren.

Wieso hast du dich irgendwann für die Werbebranche und gegen Musikmanagement entschieden?

Ich wollte professionellere Strukturen und vor allem einmal raus aus der "One-Man-Show". Ich empfinde es als extrem gewinnbringend sich mit möglichst vielen klugen Köpfen zu umgeben und täglich dazuzulernen. Das konnte ich bei meinem Wechsel 2014 in der Werbebranche deutlich besser als im Rap-Business. Inzwischen sind sowohl die Strukturen als auch die Köpfe im Rap andere und deutlich weiter als noch vor 6 Jahren, aber ich plane trotzdem keine Rückkehr (lacht).

In eurem Podcast geht es darum, was man von verschiedenen Branchen lernen kann. Was hast du denn in der Rapwelt gelernt?

Wie man Emotionen kreiert und Menschen begeistert. Im Prinzip ist es genau das, was Unternehmen auch wollen: Konsumenten sollen sich in ihr Produkt bzw. ihre Marke verlieben, Multiplikatoren werden und loyale Wiederkäufer sein. Siehe Apple, siehe Nike, siehe Porsche. Das zu erschaffen bzw. daran mitzuarbeiten, ist extrem spannend – für Produkte jedoch ungleich schwerer als für Rapper (lacht).

Während deiner Zeit in der Werbebranche bist du noch einmal in die Musikindustrie zurückgekehrt, oder?

Es war keine wirkliche Rückkehr, sondern mehr eine Begleiterscheinung. Ende 2014, Anfang 2015, hat mich Bugi, der Manager von AZAD, angesprochen, ob ich ihm nicht bei der Veröffentlichung von "Leben II" helfen möchte. Er hat meine Arbeit für Savas bzw. im Rahmen von "Aura" beobachtet und war angetan von den Impulsen. Da ich sowohl ihn als auch AZAD nach einem gemeinsamen Abendessen großartig fand, habe ich zugesagt und bei dem Release die Rolle eines "externen Beraters" eingenommen. Als positiven Nebeneffekt konnte ich dadurch auch die Versöhnung von Savas und AZAD einläuten, was mich sehr gefreut hat.

Du hast mit extrem erfolgreichen Rappern gearbeitet, was macht sie jeweils aus? Wodurch sind sie soweit gekommen?

Gleichwohl alle Jungs sehr unterschiedlich waren, hat sie eines verbunden: Ehrgeiz, Fleiß und Disziplin. Ich weiß, dass das total unsexy klingt und alle immer nur von "Talent" sprechen wollen, aber meiner Meinung nach ist Talent maximal die Grundlage, aus der du mit viel Ehrgeiz, Fleiß und Disziplin Erfolg formst.

Gibt es andere Rapper, mit denen du gerne noch zusammengearbeitet hättest?

Ich bin, angeblich neben Shindy, der letzte verbliebene Fan von 50 Cent. Wenn Curtis anruft und mit mir sein großes Comeback-Album planen möchte, lasse ich alles stehen und liegen. Zum Glück wird das nie passieren (lacht).

Dein Lebenslauf vermittelt den Eindruck eines ambitionierten und rastlosen Menschen. Trotzdem bist du der Werbeagentur immer treu geblieben. Wechselt man gerade in dieser Branche nicht eigentlich alle zwei Jahre den Arbeitgeber?

Zumindest wird das der Branche nachgesagt, ja. Aber was "normal" ist oder "immer passiert" spielt für mich persönlich keine Rolle. BUTTER., die Agentur von der du sprichst und die ich inzwischen neben vier weiteren tollen Geschäftsführern anführen darf, hat mir 2014 ohne jede Vorerfahrung eine Chance gegeben und auch darüber hinaus immer wieder tolle Entwicklungsmöglichkeiten geschaffen. Aus diesem Grund habe ich bis heute nie den Drang verspürt mich umzuorientieren. Ganz im Gegenteil: Mein Ziel ist es, diese wunderbare Agentur weiterzuentwickeln und gemeinsam mit den tollen Kollegen und Kolleginnen viele weitere Erfolge zu feiern. 

Wie hast du es in nicht einmal vier Jahren vom "Junior PR-Berater Online" zum Geschäftsführer geschafft?

Aus dem gleichen Grund weshalb Rapper erfolgreich sind: Ehrgeiz, Fleiß und Disziplin. Ich habe schon immer gesagt, dass es viele, viele Menschen gibt, die mit Sicherheit mehr Talent haben und klüger sind als ich – aber im Gegensatz zu ihnen, ist meine Gesagt-Getan-Quote unglaublich hoch. Dinge umzusetzen und "PS auf die Straße" zu bringen sind meine große Stärke.

Wie kam es zu der Idee, mit Toxik einen Podcast beim Handelsblatt zu starten?

Toxik und ich haben uns nie aus den Augen verloren und sind inzwischen auch privat sehr gut befreundet. Entsprechend treffen wir uns regelmäßig, tauschen uns zu unterschiedlichen Themen aus und versuchen den jeweils anderen mit unserem Wissen bzw. unseren Erfahrungen zu unterstützen. Irgendwann haben wir uns gefragt: Wieso machen wir das nicht auch für andere bzw. zeichnen unser Gespräch auf? Der Beginn der aktuellen Krise war dann der finale Anstoß zu sagen: "Okay, lass es uns durchziehen", denn nie war es spannender zu beobachten wie sich Menschen, die Gesellschaft und Unternehmen entwickeln und wie man mit den unterschiedlichen Herausforderungen umgehen sollte. Ich bin mir sicher, dass auch das einer jener Schlüsselmomente sein wird, der den weiteren Verlauf der Dinge maßgeblich verändert.

Ihr sucht in verschiedenen Bereichen inspirierende Stories, aus denen man etwas für das eigene Arbeitsleben mitnehmen kann. Welche Bereiche wollt ihr euch ansehen?

Wir versuchen möglichst viele unterschiedliche Bereiche zu belechten, um den Podcast für eine breite Hörerschaft zu öffnen. Es ist aber trotz alledem ein Business- und Karriere Podcast, der sich in erster Linie an Unternehmer, Gründer, Marketeers und Young Professionals richtet und nichts, was man sich Sonntagnachmittags beim Brunch mit der ganzen Familie reinzieht (lacht). Im Kern beziehen sich die Learnings auf die Bereiche Marketing, Teambuilding, Leadership und Unternehmertum.

Was denkst du, was du in weiteren sechs Jahren machst?

Ganz ehrlich: Ich weiß es nicht. Genauso wie ich an "Connecting the dots" glaube, glaube ich an "Go with the flow". Meint: Lass deine Intuition dich führen und versuch nicht alles zu Ende zu planen. Das begrenzt nur deine Möglichkeiten und führt zu einem verengten Sichtfeld. In der dritten Klasse habe ich einer Schulfreundin ins "Freundschaftsbuch" geschrieben, dass ich irgendwann einmal Bundeskanzler werden möchte. Davon bin ich aktuell zwar meilenweit entfernt, aber das war ich vor 6 Jahren auch von meiner jetzigen Tätigkeit. Daher: Wer weiß. 

Der "Lrnings"-Podcast startet ab heute und erscheint nun wöchentlich. Hört bei Spotify, Google oder iTunes rein und lasst Euch wertvolle Business-Tipps in dieser Krisenzeit geben!


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