Welcher deutsche Rapper killt lyrisch eigentlich am meisten Menschen?

Die Redaktion der Zeitschrift Musikexpress weiß, was los ist. Letztes Jahr veröffentlichte sie eine Ausgabe mit dem Fokus auf Deutschrap. Dazu gab es ein (heiß diskutiertes) Quartett mit 32 Protagonisten des hiesigen Rap Games.

Für die Kategorien dieses Kartenspiels hat Musikexpress Recherchearbeit mit interessanten und unterhaltsamen Ergebnissen geleistet. Wie Rap.de berichtet, hat man dazu über 700.000 Wörter analysiert.

Die Rapper treten neben in Dis(s)ziplinen wie Wortschatz, beleidigte Mütter, YouTube-Interviewzeit und lyrische Mordopfer gegeneinander an. Wir sind gespannt, was man sich noch einfallen lassen hat. Nach bisherigem Kenntnisstand wird man jedenfalls schwer das Gefühl los, dass Farid Bang und Kollegah in dem Spiel ordentlich auftrumpfen – ein Auszug:

5. Alligatoah: 56 lyrische Mordopfer

4. Fler: 57 lyrische Mordopfer

3. Haftbefehl: 82 lyrische Mordopfer

2. Kollegah: 254 lyrische Mordopfer

1. Farid Bang: 352 lyrische Mordopfer

Wer in Sachen Wortschatz ganz vorne liegt, hat der Bayrische Rundfunk schon Anfang 2015 herausgefunden:

Deutschrap-Wortschatz-Analyse: Wo landen Kollegah, Hafti & Co?

Vergleicht man Goethes Lebenswerk Faust, an dem er knapp 60 Jahre geschrieben haben soll, mit Texten von Kollegah, so stellt sich dabei heraus, dass Letzterer den größeren Wortschatz besitzt. Das ergab eine Analyse von PULS, einem Programm des Bayerischen Rundfunks.

Der neue Musikexpress erscheint übermorgen:

MUSIKEXPRESS AUSGABE 11/2016 + DEUTSCHRAP-QUARTETT - Musikexpress-Shop

PASSEND ZUM TITELTHEMA DER NEUEN AUSGABE - „DAS GROSSE DEUTSCHRAP-SPECIAL" - BEINHALTET DAS HEFT EIN GANZ BESONDERES EXTRA...

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Fler: "Banger Musik hat das geschafft, was wir hätten schaffen müssen"

Fler: "Banger Musik hat das geschafft, was wir hätten schaffen müssen"

Von Paul Kruppa am 13.06.2021 - 11:44

Die zweite Folge unseres neuen Formats "Echter geht's nicht" mit der Berliner Battlerap-Instanz Tierstar ist frisch draußen. Fler und Bass Sultan Hengzt sind dieses Mal zum Interview am Start. Am kommenden Freitag droppt mit "Ketten raus Kragen hoch" (Release Date: 18. Juni 2021) das erste Album von BSH über Maskulin. Fler hat über die Jahre so einige Artists in sein Camp kommen und auch wieder gehen sehen. Wieso Maskulin nie zu einem Label im Stil von Banger Musik angewachsen ist, macht er an verschiedenen Punkten fest.

"Kampf, den wir verloren haben": Fler über seine Maskulin-Signings & Banger Musik

Vor gut zehn Jahren fiel der Startschuss zur Maskulin-Ära. Von Nicone über Sentino bis Silla oder Jalil – viele der früheren Künstler des Labels sind weiterhin aktiv. Einen steileren Karriereverlauf nach der Trennung von Maskulin kann Fler jedoch nicht feststellen.

"Die Kumpels, die ich gesignt habe, sind Sorgenkinder gewesen. Wir sind alle in Berlin irgendwelche Problemkinder. Viele von denen, die bei mir waren, waren danach dann nie wieder erfolgreich. Haben bei mir echt ihren Peak gehabt. [...] Ich hab da nie so einen Künstler gehabt, der dann so durch die Decke gegangen ist. [...] Wenn viele von denen bei mir geblieben wären, dann wären sie heute besser dran."

Fler richtet seinen Blick nach NRW zu seinem Buddy Farid Bang. Dort ist das Lager von Banger Musik seit Jahren breit aufgestellt (auch wenn eine Line von Farid kürzlich Fragen aufgeworfen hat). Abgänge gab es in der Vergangenheit kaum zu verzeichnen. Ein vergleichbares Camp aufzubauen, wäre mit den vormaligen Maskulin-Artists rein vom Potenzial laut Fler möglich gewesen.

"Wenn ich einfach nur die künstlerische Leistung und die Typen vor der Kamera nehme, würde ich sagen, könntest du uns gleichsetzen mit Banger Musik. Banger Musik hat das geschafft, was wir hätten schaffen müssen, Maskulin. Das war damals der Kampf, den wir verloren haben. Ich selber hab den Kampf nicht verloren. Ich bin weiter am Start geblieben."

Warum besteht Maskulin aktuell aus Fler, Bass Sultan Hengzt und Producer Simes? Flers Ruf als relativ anstrengender Labelboss eilt ihm seit jeher voraus. Es sei ihm jedoch nie eine wirkliche Alternative zu dieser Herangehensweise angeboten worden. Sobald ihm jemand einen funktionierenden Weg aufgezeigt hätte, der "entspannter oder anders ist", wäre er sofort dabei gewesen. Es gehe ihm nicht darum, seinen "Dickkopf" durchzusetzen.

Silla habe mal versucht, eine andere Marketing-Schiene zu fahren. Dieser sei jedoch letztendlich "auf die Nase gefallen." Es werde bei Fler eine gewisse Arbeitsmoral eingefordert. Dies sei auch mit Druck verbunden. Doch am Ende gehe es um stetigen Output. Konstant zu releasen, sei "super wichtig".

"Viele Künstler haben vielleicht ein Problem gehabt mit meiner Arbeitsmoral. Mit dem Druck, den ich gemacht habe. Aber am Ende ist diese Arbeitsmoral auch der Faktor gewesen, warum sie dann später alleine nicht mehr so am Start waren. Das ist gar kein Angriff, aber bei mir haben die Leute mehr releast – einfach nur mehr releast. Ob sie besser waren, ob sie schlechter waren, keine Ahnung. Aber allein diese Konstante, die dahinter ist, ist super wichtig. Das ist mein Weg."

Das gesamte Interview mit Fler und Bass Sultan Hengzt kannst du hier sehen:


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