Was US-Rap der deutschen Szene (noch) voraus hat

Ein Vergleich von Deutschrap und US-Rap hinkt sicherlich an vielen Stellen. Interessant ist es aber allemale die Unterschiede konkret aufzuzeigen. Mit Rap auch hierzulande auf dem Vormarsch in den Medien und der öffentlichen Wahrnehmung bietet sich ein Blick auf das an, was der US-Rap uns noch voraus hat.

1. "Deutschland ist sehr verkopft"

Oder mit anderen Worten: ALLES. WIRD. GEHATET. Gnadenlos, flächendeckend und teils einfach um des Hatens willen.

Das Zitat stammt von Rooz aus der #waslos-Folge mit Fler. "Deutschland hat generell ein krasses Problem mit Rap", sagt Flizzy dort. In Amerika und Frankreich würden Aktionen, Bewegungen und Gesten von Rappern nicht so auf die Goldwaage gelegt wie hier, gerade weil sie halt Rapper seien. Alle würden alles auseinandernehmen, meint Rooz. Deshalb hätten neue Strömungen wie Trap es schwer, sich durchzusetzen.

Und es stimmt. Man muss nur mal unter irgendeinem x-beliebigen Facebook-Post gucken: "Rapper XY ist ein H*rensohn." "Wieso kriegen nur untalentierte Rapper Aufmerksamkeit!?" "Deutscher Rap ist am Ende!" Du kennst die Kommentare bestimmt. Und Gnade demjenigen, der mal etwas Neues ausprobiert!

Auch in Amerika wird gehatet. Logisch. Im Internet wird immer gehatet. In Deutschland hat sich allerdings eine richtige Sub-Subkultur des Hatens gebildet. Unter Artikeln, die RapUpdate postet scheint es eine Art Kunst zu sein, wer am kreativsten Rapper XY beleidigt. Toleranz gegenüber Rappern, die man selbst nicht feiert? Meehhh...

Kinder! Macht euch mal locker! Free your mind und so!

2. Mixtape-Kultur? - Fehlanzeige!

[Update September 2016: Durch die zunehmende Aufmerksamkeit für den sogenannten "Cloud Rap" sieht das inzwischen schon um einiges besser aus]

Drüben in Amiland gehört es auch für viele etablierte Rapper mit kommerziellem Erfolg zum guten Ton, relativ regelmäßig ein paar mehr oder weniger freshe Gratis-Mixtapes zu droppen. Schwer zu sagen, inwiefern das mit sozialen Umständen in den Staaten zu tun hat, aber definitiv ein dicker, fetter Pluspunkt für US-Rap!

In Deutschland bekommen wir gelengentlich von unbekannteren Rappern etwas umsonst. Ali As hat sich da vorbildlich gezeigt und sein Album Amnesia mit der kostenlosen EP FreeAli angeteast. Unangefochtener Spitzenreiter ist natürlich M zum dem Beezy. Seine Vorbilder machen es ja vor.

Niemand erwartet, dass so ein Tape Albumqualität hat. Die Dinger dürfen auch richtig bekackt sein, aber es würde doch irgendwie zeigen, dass die Rapper Spaß an Hiphop haben und sie mehr als nur Unternehmer sind. Vielleicht stelle ich mir das auch zu einfach vor. Bin ja kein Rapper.

Haufenweise Mucke für umme gibt's zum Beispiel bei datpiff.com und livemixtapes.com.

3. Regionale Vielfalt

Könnte den unterschiedlichen geografischen Gegenbenheiten geschuldet sein, aber regionale Rap-Unterarten gibt's hier nicht wirklich. In Amerika schon. Das beste Beispiel ist der unterschiedliche Sound von West- und Eastcoast in den frühen 90ern mit Biggie und 2Pac. Heute durch das Internet, Globalisierung etc. pp. könnte man denken, dass sich alles einander anpasst. Ein bisschen...

Mit Chicago und Atlanta gibt's aber auch aktuell zwei Regionen, die regionale Rap-Subgenres ausgebildet haben. Die Emanzipation weg von der Musik einer Randgruppe ist in Amiland schon vollzogen. Hiphop ist eine Kultur, mit der sich Menschen überall auf der Welt identifizieren. Damit die lokale Identität gepusht und gefeiert werden kann ist es klar, dass sich Unterarten Anklang herausbilden.

Drill und Trap sind zwei (sehr ähnliche) Subgenres in den Staaten, die schon etwas länger auf dem Vormarsch sind. Die werden zwar erwartungsgemäß gehatet, aber finden so viele Anhänger, dass sie sich durchsetzen können.

Auch auf die Gefahr hin, irgendwem auf die Füße zu treten: Ein Münchener Ghettorapper (hahaha!) würde wohl nicht viel anders klingen als ein Berliner oder Frankfurter Ghettorapper. Auch wenn die Representer allerorts gerne das Gegenteil behaupten werden. Kleine Unterschiede gibt's sicher, aber nicht in dem Ausmaß wie auf der anderen Seite des Atlantiks.

Ein "Klassischer" Drill-Vertreter:

Und der "Vater" des Atlanta-Traps:

4. Remix-Kultur? - Fehlanzeige!

Folgendes Szenario: Ein Rapper haut einen neuen Hit raus. Möööörderbeat des Todes! Während wir in Deutschland so langsam mitbekommen, dass da ein neues Brett im Netz kursiert, sitzen in Amerika die Rapper schon wieder über ihren Schreibblöcken/Smartphones und schreiben fleißig neue Reime. Innerhalb der nächsten Stunden kicken diverse MCs neue Bars auf den Möööörderbeat und alle sind glücklich.

Ob es an Copyright-Geschichten liegt oder der Trend hier einfach noch nicht angekommen ist: Bei uns gibt's Remixes nur in Ausnahmefällen. Immerhin gibt's hierzulande ein paar Produzenten, die manchen Tracks ein neues Gewand verpassen. Unsere Remix-Themenseite spricht aber eine klare Sprache.

Als Beispiel nehmen wir mal Nicki MinajTruffle Butter: Auf dem Original haben wir schon Part von ihr, Drake und Weezy. Remixes gab's seit dem Release von anderen Starts wie T.I.LudacrisProblemSmoke DZA und Al-DoeCory Gunz und wahrscheinlich noch vielen mehr. So können teilweise viel geilere Parts auf coolen Beats entstehen. Und wenn der DJ im Club Truffle Butter spielt muss er nicht immer auf die gleich Parts zurückgreifen und kann die Crowd vielleicht auch mal mit exklusivem Material überraschen.

5. Internationale Anerkennung

Das klingt bisher so nach: "Mimimimi! Mama, Deutscher Rap ist voll blöd und die Kinder im Internet haben auch geärgert." So ist es natürlich nicht! 

Wir haben hier eine beneidenswerte Szene. Von politischem Studentenrap bis hin zu – mal mehr, mal weniger – realem Straßenrap. Einflüsse auch Rock, Pop, Reggae, Dubstep und was auch immer für Genres. Großartige Live-Künstler, krasse Produzenten – das komplett Programm. Und wer kriegt's mit? Nur wir, die Österreicher und Schweizer.

Natürlich liegt das an der Sprache, die Fluch und Segen zugleich ist. Immerhin kann man die wahnwitzigsten Wortkunstruktionen bilden, geile hundertsilbige Reime schreiben und so weiter. Aber mal angenommen Deutsch wäre die Weltsprache (Gott bewahre! Die armen Nicht-Muttersprachler!), hätte Hafti dann nicht vielleicht eine Grammy-Nominierung für das beste Rap-Release des Jahres bekommen können? Wären Marteria/MarsiK.I.Z. oder Savas nicht jedes Jahr als bester Live-Act nominiert (falls es die Kategorie gäbe...)?

Das sind nur Beispiele, aber die Botschaft ist angekommen, aight?

6. US-Rap ist erwachsener

Soll heißen: Eher im Mainstream angekommen. Nicht im Sinne von "Rapper verkaufen sich", sondern in dem Sinne, dass Rap im Amerika einfach zum Alltag gehört. Das ist auch möglicherweise ein Grund für die ganzen ersten Punkte. 

Ob im Supermarkt, in Hotels, im Radio, sogar im H&M – Rap ist in Amiland omnipräsent und Rapper sind die Rockstars des frühen 21. Jahrhunderts. Dort ist die Musik ja auch schon viel länger so groß. Bei uns kam der Durchbruch der nationalen Szene in der Öffentlichkeit erst Anfang des Jahrtausends. Aktuell sind wir hierzulande auf einem guten Weg. Die großen Medien können den enormen Einfluss von Rapmusik nicht mehr leugnen. 

Wir laufen dem US-Rap vielleicht hinterher, aber wir laufen schnell! Nur das mit den Grammys dürfte trotzdem schwer werden. Naja, wer weiß...

Stimmst du mit unseren Punkten überein? Wo haben wir Mist verzapft und wo ist du US-Szene uns noch voraus? Schreib's hier oder bei Facebook in die Kommentare! Wir freuen uns über Feedback!

Groove Attack powered by Hiphop.de

Groove Attack powered by Hiphop.de

Deine Deutschrap-Playlist powered by Hiphop.de, immer mit den aktuellsten Tracks der deutschen Hip-Hop Szene! Cover: ERRDEKA

Groove Attack ist Streaming Partner von Hiphop.de

Kommentare

Flizzy hat doch selbst dazu beigetragen. Sehr heuchlerisch, da sich seine Platten nicht mehr verkaufen, zu behaupten man hatet alles neue. Cro wird auch gehatet, der Typ ist aber gleichzeitig erfolgreicher als alle zusammen.

Deutschland muss sich immer mit was anderem vergleichen oder versuchen es nachzumachen, so eigenen style gibt es hier nicht. Fler und jeder andere Rapper muss immer ein Besuch nach New York veranstalten um styles aufzuspüren, aber danach in Interviews vom eigenen style erzählen. Das Land ist einfach so fake alter, seit paar Jahren ist auch auch Frankreich voll der Favorit, grüße an die azzlacks! Das Amerika ein viel größeres Land ist und in jeder Musikrichtung ihre eigene fanbase hat versteht hier ja keiner und die ganzen haterinfos bekommt ihr doch leider in Deutschland gar nicht mit, Trauer für euch. Alles was vor paar Jahren drüben beliebt war kommt eines Tages auch in Deutschland an, in jedem stichpunkt. ***********land. Sogar Deutschland sucht den Superstar singt auf englisch, in jedem anderen Land auf eigener Sprache.

Ich gebe dir Recht! Aber nur was den Mainstream angeht! .. ich denke die Musik oder Styles die du vermisst sind existent, aber du wirst sie nie hören... Warum ? Weil diese Künstler keine breite Masse ansprechen und somit auch nicht vermarktet oder hörbar gemacht werden! Die meisten Deutschrap Hörer haben eine genaue Vorstellung von dem was sie gerne hören möchten, und wie sie finde das Hip Hop klingen muss... alles was dem nicht entspricht ist halt ******e! 

Und wie ihr das habt die meisten in eurem Verein sind selber nur Fans seit dem ersten rap Radio Hit Bsp wie 2pac changes. Amerika hat die rap Kultur den Sound das producing usw erfunden wie soll ein Lehrling seinen Meister besiegen? zweitens seit ca 2003 ist rap in Amerika puncto Platten Verkäufe teils schlechter als in Deutschland selbst hoch anerkannte Künstler! English ist eine Weltsprache klar dass die mehr verkaufen werden und überall hinein passen. Rap in den Staaten ist längst tot. Sie verkaufen den sogenannten Image rap siehe Drake Niki minaj und Lil Wayne ab Carter 3 im Deutsch sprachigem Raum war jeder Rapper erst mal Fan wir hatten Vorbilder Vorreiter und deswegen konnte man sehr viel ins deutsche adaptieren wir waren Mitläufer niemals Trend setter! De facto deutschrap basiert auf Profit definitiv null liebe zur Musik in welchem Land auf der Welt macht man solche lächerlichen Blogs peinlichen Interviews oder dummen ansagen? Punkt ist Deutschland Marketing technisch Umsetzung Kreativität gleich null in Amerika machen die Fans die Künstler nach und hier die Künstler mukke für Zielgruppen die am meisten kaufen?

Und zum Schluss Amirap ist real gewesen richtiger beef Morde Medien usw nicht immer alles inszeniert. Und genau deswegen wird deutschrap immer das lächerlichste Genre im Bezug auf hipbhop bleiben

schöne grüße PS wenn ihr Eier habt veröffentlicht diesen Kommentar denn immer wenn ich die Wahrheit sagen löscht ihr meine posts ;)

Dein Anliegen erschließt sich mir aufgrund des unverständlichen Satzbaus leider nur teilweise. Achte doch beim nächsten Mal bitte mehr darauf, kurze einfache Sätze zu bilden, denn inhaltlich hast du zumindest teilweise nicht ganz unrecht.

MfG
H.

Helene Fischer ???
Alles klar Chef ich meine *****. HaHa

Get The **** Out Of Here !!!
Geh Singen oder Fi...n !!!

Nein man war nur Spaß ;))

Ich bin zwar kein hater und LIEBE rap. Aber deutsche Rapper haben es leider nicht kapiert. Genau wie im Artikel sehr gut erwähnt: zu viele Rapper wollen mehr ein Unternehmen sein, als dass sie Rapper sein wollen. Ich gebe Beispiele: welche Labels sind zurzeit gross? EGJ, Banger Musik, Selfmade usw. Aber nur den wenigsten dieser Rapper geht es ums Rappen. Wenn jemand in Deutschland nun anfangen möchte Musik zu machen, dann überlegt er sich eher: 1. Was wenn die Leute es nicht mögen und 2. Kann ich davon Leben. Werde ich erfolgreich? Genau hier merkt man dass es vielen nicht um die Kultur geht. Und da sind die jetzigen Artisten schuld. Die wenigsten reden in Interviews über ihre Musik, warum so ein Album, was hat sie dazu bewegt, Die geschichte usw. Stattdessen hören wir Antworten wie: ich f**ck mütter. Ja der und der ist ein h*rrensohn. Kauft mein Album es rasiert. Es ist das beste album von mir. (Dann ein album später): es ist das beste album von mir. Alllllles geht umd verkaufen verkaufen und mehr verkaufen. Ich spüre wirklich keine Leidenschaft. Das ist es. Nur sehr wenige unserer Künstler sind echte Rapper. Und das ist kein hate von mir sondern nur das, was mir aufgefallen ist in unserer Szene. Alles was Kommerziell gut ist, wird zur Mode. letztes Beispiel: strassenrap/oldschool-deutschland-rap ist dank Sony Black album wieder in? Fler macht KKKMM, farid macht AM, usw. 10 minütige disstracks bekommen dank einem Rapper hohe Aufmerksamkeit?: mind. 4 rapper fangen mit solchen tracks an. US ist anders. Kendrick macht ein hammer album, was in die frühjahre der schwarzen Musik zurückführt, ich wage es Soulartig zu nennen. Trotzdem machen andere Rapper immer noch trap usw. Wieder ein beispiel das zeigt, dass DE nur auf klicks und verkaufszahlen schaut. Das ist der grund für mich, warum es gehatet wird. Kennst du so diese lange text schreiben und mit der zeit scheisst du auf gross und kleinschreiben egal hau rein.

Als weiteren Unterschied zum Amiland würde ich die Promo im Allgemeinen nennen. Die meisten hierzulande machen riese Promo bis zum Release, und hören dann einfach auf komischerweise. Wenn die wollen, dass sich ihr Album längerfristig in den Charts hält, müssen sie auch nachhaltig Promo machen und nicht immer nur zum Release, um dann ne gute Chartposition in der ersten Woche zu erreichen. Maaaaaan i love GRap but... Yeah

Das ist ein richtig guter Artikel!

Deutsch Rap ist der größte ******.Ich habe mir noch nie Deutsch Rap reingezogen, weil die meisten "GANGSTER" Rapper (ironie) einfach nur ******e labern.

Ami Rap wird auch immer schlimmer und peinlicher (Kid Ink, Young Thug und so) ich verfolge alles, geht gar nicht zu hören.
Ami Old School Rap ist einfach nur der beste ****. Künster wie Dr.Dre, Snoop Dogg, X-Zibit, The Game, Ice Cube, Biggie and 2Pac und nochn paar sind die wahren KINGS. Heute nennt sich ja jeder King. REAl TAlK !!!

Habe ich das richtig gelesen du findest deutschen HipHop ******e und hast dir noch nie deutschen Hip Hop reingezogen? Das ist ja mal ein krasser Widerspruch. Vielleicht solltest du dir eben viel mehr anhören und vor allem zwischen den Zeilen lesen anstatt jedes Wort auf die Goldwaage zu legen nur mal so ein kleiner Tipp dann kann das richtig Spaß machen.

Mal so einen Blick über den Teich zu werfen, finde ich aufjedenfall richtig. Rap kommt ja schließlich aus den Staaten. Aber sich immer nach den Amis zu orientieren und alle Styles dort abzuschauen, trägt doch gerade dazu bei, dass wir in Deutschland keine "eigene" Rap-Identität aufbauen können, wo mal keiner daherkommt und meckert, dass das alles nur fake ist und Ami-Rap viel besser.
****** drauf was die Amis machen, wir machen einfach unser eigenes Ding und es juckt nicht was der 14-jährige 2Pac-Fan (er kennt drei Songs) davon hält.
Eins muss man aber mal betonen : Die Musikvideos im Rap sind hier in Deutschland 10x besser. Was manche eher mittelmäßig bekannte Rapper schon für Videos raushauen ist echt krass. Bei den Amis gibt es solche Videos nur bei den großen Jungs wie Kanye West und Jay-Z und dazu auch noch viel zu überteuert und bombastisch.
Besonders die Musikvideos von Genetikk, Kollegah, Marteria und Haftbefehl fallen mir jetzt auf Anhieb ein.

Deine Meinung dazu?

Weiter ...

Doppelmord beim Konzert: Gucci Mane & Labelkollege Foogiano werden angeklagt

Doppelmord beim Konzert: Gucci Mane & Labelkollege Foogiano werden angeklagt

Von Till Hesterbrink am 02.09.2020 - 15:05

Vor knapp zwei Monaten wurden zwei Leute bei einem Foogiano Konzert in South Carolina erschossen. Die Entourage des Rappers soll dabei in die Schießerei verwickelt gewesen sein. Nun werden er und sein Labelboss Gucci Mane angeklagt, da sie bei dem Konzert nicht für ausreichende Sicherheitsmaßnahmen sorgten.

Wrongful Death: Gucci Mane & weitere angeklagt

Anfang Juni spielte Gucci Manes Künstler Foogiano ein Konzert in South Carolina eigentlich unter strikten Corona-Auflagen. Statt der erlaubten 50 Personen versammelten sich allerdings knapp 200 Leute in der Lavish Lounge, um Foogiano an dessen Geburtstag auftreten zu sehen. Im überfüllten Club soll es dann zu Tumulten gekommen sein, die in einer Schießerei endeten. Laut den Ermittlern sei der 1017-Artist selbst nicht an den Schüssen beteiligt gewesen, jedoch wohl Teile seiner Crew.

Foogiano ließ später via Instagram verlauten, dass ihm der Vorfall zwar leidtäte, er würde jedoch keine Schuld bei sich sehen.

"Ich verstehe, dass es euch schmerzt [...], aber ihr müsst euch die Situation anschauen. Ich werde mich nicht für etwas beschuldigen lassen, das ich nicht verursacht habe."

("I understand y'all in pain, y'all hurting [...] but y'all just got to look at the situation. I ain't going to blame myself for something I didn't cause.")



Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an


Ein Beitrag geteilt von 1017 YANO (@foogiano) am

Die Staatsanwaltschaft sieht dies wohl ein wenig anders. Foogiano und sein Labelboss Gucci Mane werden nun wegen "Wrongful Death" angeklagt, einen Tatbestand, den es so in Deutschland nicht gibt. Gemeint ist damit das passive Verschulden eines Todes. In diesem Fall sollen sich Gucci und Foogi schuldig gemacht haben, in dem sie nicht für die Sicherheit der Besucher sorgten.

Mit ihnen sind auch der Clubbesitzer und ein Angestellter von Foogiano angeklagt. Grund dafür sei, dass Foogiano und seine Crew vor dem Betreten des Clubs nicht durchsucht wurden. So konnten "gefährliche Personen mit Waffen" ungestört in die Lavish Lounge gelangen.

Gucci Mane sei Teil der Klage, da er das Event als Promoter unterstützt habe und durch seine Position als Labelchef geschäftlich mit in die Veranstaltung involviert sei.

Vorgeworfen wird allen:

"Die Angeklagten sorgten nicht für adäquate Sicherheit in den Räumlichkeiten. Sie setzten die Besucher wissentlich einem unvernünftigen Risiko physischer Schäden aus. Sie kümmerten sich nicht darum, eine sichere Umwelt für die Besucher zu gestalten. Sie kümmerten sich nicht um richtige und adäquate Überwachung der Räumlichkeiten."

("[The Defendants were] failing to provide adequate security on the premises, knowingly subjecting invitees of the premises to an unreasonable risk of serious physical harm, failing to exercise reasonable care to provide a safe environment for the invitees of the premises, failing to provide proper and adequate surveillance of the premises.")

Gucci Mane & Mord: Eine wiederkehrende Kombi

Die Schüsse im Club töteten eine 23-Jährige und einen 51-Jährigen. Die Polizei in Greenville, South Carolina sucht immer noch nach drei der Schützen. Ein mutmaßlicher Täter wurde mittlerweile festgenommen und sitzt in Georgia im Gefängnis.

Dort saß Radric Davis, wie Gucci Mane im echten Leben heißt, bereits ebenfalls das ein oder andere Mal ein. Gucci ist schließlich auch kein Unbekannter, wenn es um den Tod durch Fremdeinwirkung geht. 2005 erschoss er einen Einbrecher, der gemeinsam mit drei anderen wahrscheinlich seine Kette klauen wollte. Hierbei handelte es sich laut Gericht jedoch nicht um Mord, sondern um Notwehr.

Trotz der Todesfolge seiner Schüsse scheint der Trap God dahingehend ein gewisses Maß an Humor in der ganzen Sache zu sehen.

Gucci Mane feiert Meme über seine tödlichen Schüsse auf Jeezy-Homie

Gucci Mane zeigt in den letzten Wochen einen eigenartigen Sinn für Humor. Den Trap God amüsiert es gut 15 Jahre nach seiner Tat offenbar köstlich, dass er einen Einbrecher erschossen hat. Dieser war zugleich ein Freund von Atlanta-Rapper Jeezy. In seinen Insta-Feed hat Gucci ein Meme gepackt, das eine Einbruchsszene nachstellen soll.


Sag uns deine Meinung zu diesem Artikel! (0 Kommentare)

Register Now!