Warum "To Pimp A Butterfly" das musikalischste Hiphop-Album aller Zeiten sein soll

Jeff Peretz, Gast-Professor am Musikinstitut der New York University, hat für medium.com das neue Album von Kendrick Lamar unter die Lupe genommen. In seinem Text irgendwo zwischen Review, Analyse und Lobeshymne nennt er To Pimp A Butterfly das "musikalischste Hiphop aller Zeiten". Es gab schon jede Menge Hiphop-Alben!

Wer an der NYU doziert, mit Mark Ronson und Lana Del Rey zusammengearbeitet hat und nebenbei Bücher schreibt, wird sowas natürlich nicht behaupten ohne Argumente zu liefern. So war es für Peretz logisch, dass dieser Tag irgendwann kommen musste. Der Tag, an dem ein Haufen Künstler die es schafft, die Möglichkeiten digitaler Musik mit dem Flair akustischer Musik in einem Werk zu vereinen. 

A New Wrecking Crew

"Jeder, der bei diesem Projekt involviert war, hat ein extrem hochentwickeltes harmonisches, melodisches und rhythmisches Vokabular."

Diese involvierten Künstler sind neben Kendrick für Peretz ein Hauptgrund dafür, dass das Album so gelungen ist. Als Anspielung auf die World Class Wreckin' Cru mit Dr. Dre und DJ Yella, die in den schon in den 80ern elektronische Elemente mit Rap vermischten, nennt der Musikprofessor die TPAB-Verantwortlichen "A New Wreckin Crew". Diese Crew besteht au Pianist Robert Glasper, Produzent Flying Lotus, Bassist/Produzent Thundercat, Multiinstrumentalist/Produzent Terrace Martin und Sängerin Lalah HathawayKendrick wird in dem Ensemble von Peretz als eine Art Regisseur bezeichnet.

Wie bei Jazz- oder Soul-Musik würden die Tracks auf To Pimp A Butterfly in ihrem Verlauf Abweichungen von ihrem Klangzentrum erleben und sich so vom ewig gleichen Pop-Gegudel abheben. All diese Abweichungen würden die Botschaften, die Regisseur Lamar in Text verpackt, musikalisch (unter-)stützen. Peretz: "Wo die Songs anfangen, die Grenzen der Tonart zu überschreiten, in der sie geschrieben wurden, beginnt die Sache interessant und extrem einzigartig zu werden."

Gleiche Flow-Kategorie wie Nas und Biggie

Bei dem "musikalischsten Hiphop-Album aller Zeiten" muss der Rapper logischerweise auch eine Leistung der Extraklasse abgeliefert haben. Lamar habe die Fähigkeit, egal bei welchem Tempo oder rhythmischen Fluss einsetzen zu können, zu pausieren, wieder einzusetzen und gleichzeitig den Groove zu diktieren, so Peretz. Was es das angeht, steckt der Professor K-Dot in eine Kategorie mit Nas und Biggie: "Lamars Fähigkeit [...] bringt ihn die die gleiche Kategorie wie Nas und Biggie, wo der rhythmische Instinkt so fein abgestimmt ist, dass es mühelos klingt."

Du merkst sicher, dass Peretz das Album ziemlich spitze findet. Wer des Englischen mächtig ist und mehr wissen möchte, findet den kompletten Text hier. Am Ende kommt Peretz zu dem Schluss, dass "next level artists" dazu fähig sein werden, lyrische Verse zu kreiieren, die nicht nur die Möglichkeiten eines Tracks erforschen, sondern auch Melodien zwischen die harmonischen Sequenzen weben.

"In diesem Bestreben ist Kendrick Lamar ein Pionier und To Pimp A Butterfly der Beginn von etwas gänzlich Neuem."

Hör jetzt mit deinem neuen Wissen noch mal in das Album rein! Den Stream und vieles mehr findest du auf der Themenseite.

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